Mittwoch, 02.11.2011
Unsere Fundamentaleinschätzung
Der US-ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe ist im Oktober von 51,6 auf 50,8 Punkte gefallen. Damit signalisiert der Indikator nicht viel mehr als Stagnation in der US-Industrie.
Die heute zur Veröffentlichung anstehenden endgültigen Einkaufsmanagerindizes für den Euroraum dürften keine größere Überraschung beinhalten. Wir rechnen mit einer Bestätigung der vorläufigen Werte für Oktober von 47,3 Punkten für den EWU-Index und von 48,9 Punkten für das deutsche Pendant. Dies würde jeweils auf eine bevorstehende Schwächeperiode des Verarbeitenden Gewerbes hindeuten.
Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt sollte sich im Oktober nochmals verbessert haben. Wir rechnen mit einem Rückgang der saisonbereinigten Zahl der Arbeitslosen um 10.000 Personen gegenüber dem Vormonat. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote dürfte bei 6,9% verharrt haben.
Die US-Notenbank wird heute mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ihren Leitzins von 0 - 0,25% bestätigen. Wir rechnen auch nicht mit zusätzlichen Maßnahmen zur Anreicherung des Finanzsystems mit Liquidität. Die jüngste Erholung der Konjunktur bei einer gleichzeitig relativ hohen Teuerungsrate dürfte die Neigung des FOMC, eine weitere Runde des sog. Quantitative Easing einzuleiten, dämpfen. Die Fed dürfte in diesem Umfeld eher dazu tendieren, ihr verbliebenes Pulver trocken zu halten und die erst vor kurzem beschlossene Operation Twist, also den Umtausch von kurz- in langlaufende US-Staatsanleihen, weiter umzusetzen.
Aktienmärkte
Die geplante Volksabstimmung in Griechenland über das internationale Hilfspaket hat die Börsen kalt erwischt. Der Dax fiel gestern um 5,0 % auf 5834,51 Punkte. Der Dow Jones gab um 2,5% auf 11657,96 Punkte nach. Anleger befürchteten, dass der mühsam ausgehandelte Fahrplan der Euro-Staaten zur Bewältigung der Schuldenkrise in Gefahr gerät. "Der Markt war auf dieses griechische Referendum nicht vorbereitet, das sich zu einem Killer entwickeln könnte", sagte Investmentstratege Paul Mendelsohn von Windham Financial Services. Nun könne der gesamte europäische Rettungsplan unter die Räder kommen.
Rentenmärkte
Die Ankündigung Papandreous einer Volksabstimmung zum zweiten Rettungspaket für Griechenland und den damit verbundenen Sparmaßnahmen hat auch die Rentenmärkte unerwartet getroffen. Der Bundfuture, der sich seit den letzten europäischen Beschlüssen kontinuierlich von 138,80 abwärts bis auf 132,89 Punkten am 28. Oktober bewegt hatte, drehte komplett in die andere Richtung und steht nun wieder bei 137,73 heute. Die Unsicherheit ist wieder da und wird das beherrschende Thema für die Märkte sein.
Meldungen über den Zusammenbruch des Maklers MF-Global treten da schon in den Hintergrund.
Thema des Tages
Der Energiekonzern E.ON hat seine Sparpläne für Deutschland konkretisiert. Die E.ON AG spare sich fit für Großinvestitionen im Ausland und wolle durch Stellenabbau und Einsparungen insgesamt 1,5 Mrd EUR jährlich "freisetzen", sagte der Leiter der Berliner E.ON-Repräsentanz, Joachim Lang (Handelsblatt).
Deutsche Bank: 27,92 Euro
Deutsche Postbank: 21,00 Euro




