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Offen für Neues: Die 50er-Jahre-Häuser

Aus Ausgabe 03 / 2011

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Für viele der rund 2,5 Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser aus den 50er- und 60er-Jahren stehen zwei Modernisierungsziele ganz oben auf der Agenda: mehr Energie­effizienz und mehr Wohnkomfort.

Architektonisches Highlight: stilvoller Anbau eines 50er-Jahre-Hauses
Architektonisches Highlight: stilvoller Anbau eines 50er-Jahre-Hauses
Bild Nr. 5749 (JPG, 1,5 MB)
Quelle: BHW Bausparkasse / Eva Schwarz

Das typische Siedlungshaus der 50er-Jahre ist klein, anderthalbgeschossig und hat ein steiles Spitzdach. Früher am Stadtrand gebaut, liegt es heute oft mitten in den schönsten, sehr grünen Stadtgebieten. Diese gute Lage macht die 50er-Jahre-Häuser zur attraktiven Immobilie für junge Familien und stellt einen entscheidenden Wert-Faktor dar.

Modernisierungsmaßnahmen vernetzen

In der Regel sind die zwischen 90 und 120 Quadratmeter großen Häuser aus den 50ern schon einmal saniert worden: Die ursprünglichen Kohleöfen und einfachverglasten Fenster wurden ersetzt. Dennoch ist der Energieverbrauch gemessen an den Standards der Energieeinsparverordnung 2009 meist zu hoch. Eine Dämmung der Außenwände sowie der Austausch der Heizanlage sind daher sehr lohnende Maßnahmen, zumal sich die Kosten im Laufe von zehn bis 20 Jahren amortisieren. Laut Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. betragen sie bei einem noch unsanierten Ein- und Zweifamilienhaus zwischen 485 und 790 Euro pro Quadratmeter.

Grundrissänderungen genau prüfen

Vielfach entspricht der Grundriss der Häuser nicht mehr den heutigen Standards. In den 50er-Jahren beherbergten ein Drittel der Haushalte noch vier oder mehr Personen. Diese Zahl hat sich nahezu halbiert, der Platzbedarf ist von durchschnittlich 17 Quadratmetern pro Person im Jahre 1950 auf 41 Quadratmeter gestiegen. "Heute konzentriert sich die Modernisierung von Altbauten aus den 50er- und 60er-Jahren auf zwei Bereiche: die energetische Sanierung und die Modernisierung für mehr Wohnkomfort", bestätigt Bernd Neuborn von der BHW Bausparkasse.

Am besten im "Leistungsbündel"

Um beide Maßnahmen wirtschaftlich umzusetzen, sollten Hausbesitzer einen Sachverständigen zurate ziehen, der den Gesamtzustand des Hauses bewertet und ein zweckmäßiges Leistungsbündel empfiehlt. Vorrangig geht es dabei um die energetische Sanierung. Grundrissänderungen, beispielsweise für den Abbau von Barrieren im Badbereich oder in der Küche und für die Vergrößerung der Räume, sind hingegen aufwendig. Ein Versetzen von tragenden Wänden erfordert teure Stahlträgerkonstruktionen. Der Bielefelder Architekt Hans-Friedrich Bültmann plädiert daher dafür, die Grundrisse der Häuser nicht gravierend zu verändern. "Es sind schöne einfache Häuser, die solide und mit sparsamsten Mitteln gebaut wurden", so der Experte. Sein Rat lautet: die kleinen Räumen belassen! "Wer große Räume bevorzugt, sollte besser anbauen. Auf den meist großen Grundstücken ist das gut möglich."

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