Ein Mann liest die Zeitung.
Sie sind hier: 23.05.2012 13:22:41

Energiesparen mit „Klassikern“

Aus Ausgabe 02/2010

Schrift -+

Historische Gebäude sind die heiß begehrten Oldtimer unter den Immobilien. Viele benötigen jetzt eine energetische Generalüberholung. Gut, dass der Staat Besitzern der „alten Schätzchen“ unter die Arme greift.

14 Prozent des Gesamtgebäudebestands in Deutschland wurde vor 1918 errichtet. Mit ihren kunstvoll verzierten Fassaden, hohen Räumen und Fußböden aus Vollholzparkett besitzen sie besonderen Charme und erfreuen sich größter Beliebtheit. Die höchste Dichte historischer Gebäude weisen Nordrhein-Westfalen (905.000), Sachsen (714.000) und Baden-Württemberg (571.000) auf. Doch gerade einmal 2,2 Prozent des Bestands sind energetisch saniert. „Bei größeren baulichen Änderungen an der Gebäudehülle sind Hauseigentümer seit der Novellierung der Energieeinsparverordnung dazu verpflichtet, ihr Gebäude auch energetisch zu modernisieren“, erklärt Bernd Neuborn von der BHW Bausparkasse. „Im Vergleich zur EnEV 2007 muss der Energiebedarf bei einer Komplettsanierung um weitere 30 Prozent gesenkt werden.“

Stark gefragt: Individuelle Konzepte für energetische Sanierungen
Stark gefragt: individuelle Konzepte für energetische Sanierungen
Quelle: BHW Bausparkasse; BildNr. 5617; Download JPG (2,02MB)
Quelle: BHW Bausparkasse; BildNr. 5618; Download JPG (2,175MB)
Quelle: BHW Bausparkasse; BildNr. 5619; Download JPG (1,77MB)
Quelle: BHW Bausparkasse /Kneer Südfenster; BildNr. 5620; Download JPG (1,42MB)

 

Frage an Bernd Neuborn, Experte der BHW Bausparkasse:

Als Mieter modernisieren mit einem Bausparvertrag?
Ein langjähriger Mieter in einem Mehrfamilienhaus möchte seine Wohnung modernisieren und barrierefrei umbauen. Kann er dafür einen Bausparvertrag einsetzen, obwohl er nicht der Eigentümer ist?
Neuborn: „Seit der Novellierung des Bausparkassengesetzes gibt es auch für Mieter die Möglichkeit, im Rahmen eines zugeteilten Bausparvertrages ein sogenanntes Blankodarlehen plus Guthaben für die Modernisierung einer Mietwohnung einzusetzen. Die BHW Bausparkasse vergibt die Darlehen bis zu einer Höhe von 30.000 Euro ohne dingliche Absicherung – das heißt ohne einen Eintrag ins Grundbuch. Voraussetzung ist, dass der Bausparer über ein festes monatliches Einkommen verfügt. Vor Beginn jeder baulichen Maßnahme muss die Einwilligung des Hauseigentümers eingeholt werden. Außerdem sollte der Mieter mit dem Vermieter schriftlich vereinbaren, dass er bei einem Auszug eine angemessene Ablöse für die Umbaumaßnahmen erhält. Hierzu sollten alle Arbeiten protokolliert und die Rechnungen aufbewahrt werden.“

Behutsam modernisieren
Das geschichtsträchtige Erscheinungsbild einer Immobilie ist ein hoher Wert für deren Besitzer, den sie erhalten wollen. Daher sind bei der Modernisierung individuelle Lösungen gefragt. Dabei sollten ein erfahrener Architekt und ein Energieexperte beraten. Denn wie bei jeder Modernisierung sind einzelne Maßnahmen nicht isoliert, sondern als Einheit zu betrachten. Den besten Überblick verschafft eine umfassende Gebäudeenergieberatung. Sie vergleicht die Vorteile von Solaranlage, Blockheizkraftwerk oder Holzpelletkessel. Welche Heizanlage tatsächlich zum Einsatz kommt, ist von zahlreichen Faktoren abhängig: Wie hoch ist der Energiebedarf? Wie viel Raum steht für die Heizanlage zur Verfügung? Welchen Betrag bin ich bereit zu investieren? Ist es mir wichtig, aktiv einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten?

Warm einpacken
Der Effekt der innovativsten Heizanlage verpufft, wenn das Gebäude unzureichend gedämmt ist. Auch ohne die reichlich verzierten Fassaden zu beschädigen, lassen sich gute Energieverbrauchswerte z. B. durch die Dämmung der obersten Geschossdecke, des Dachstuhls und der Kellerdecken erzielen. Tragen die Rück- und Seitenwände des Hauses nicht zum historischen Charakter bei, können diese ebenfalls isoliert werden.
Bei der Anbringung einer Innenraumdämmung ist Vorsicht geboten: Eine falsche Planung und Umsetzung führt zu Tauwasserniederschlag und damit zu Schimmelbildung. Im Rahmen der Dämmung empfiehlt sich außerdem der Austausch der Fenster. Hersteller bieten Imitate von historischen Holzfenstern an, die modernste Dämmwerte (Wärmedurchlasswerte oder „U-Werte“) aufweisen. Je niedriger der U-Wert, desto  höher der Dämm-Effekt. 

Tipp: „Die KfW-Privatkundenbank gewährt für die Altbaumodernisierung zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse. Die Zuschüsse betragen bis zu zehn Prozent der Darlehenssumme und richten sich nach der erreichten Energieeffizienz der Immobilie“, so BHW-Experte Bernd Neuborn. Die sichere Finanzierungsgrundlage bildet z. B. das BHW Konstant-Darlehen.

Download

Hier können Sie sich den Text als rtf- Datei herunterladen:
Energiesparen mit „Klassikern“
Frage an Bernd Neuborn

Kontakt


Rüdiger Grimmert

Rüdiger Grimmert
Pressesprecher
ruediger.grimmert@postbank.de
Download JPG

Kontakt


Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch-Reichelt
Pressesprecherin
iris.laduch-reichelt@postbank.de
Download JPG