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Stark nachgefragt: „Hotel Mama

Aus Ausgabe PD extra 2010

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Check in – and stay! Junge Menschen verlassen immer später das elterliche Zuhause. Aus Bequemlichkeit? Jein! Der Wunsch, auf eigenen Beinen zu stehen und in den eigenen vier Wänden zu leben, ist ungebrochen.

Die Füße stehen lange unter Muttis Tisch: Vor allem Männer ziehen spät ins eigene Zuhause; Quelle: BHW Bausparkasse; BildNr. 5597-5599
Die Füße stehen lange unter Muttis Tisch: Vor allem Männer ziehen spät ins eigene Zuhause; Quelle: BHW Bausparkasse;
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„Hotel Mama“ ist bestens gebucht in Deutschland. Die Belegzahlen bei den Mittzwanzigern sind seit 1972 von 20 auf 30 Prozent gestiegen. Besonders gern bleibt der männliche Nachwuchs daheim: Von den heute 24-jährigen Männern wohnen 43 Prozent noch im Elternhaus (27 Prozent der Frauen). Im Alter von 30 Jahren sind es immerhin noch 13 Prozent (Frauen: fünf Prozent). Von den vier Prozent, die sich auch mit 40 nicht vom heimatlichen Herd lösen können, ganz zu schweigen.

Check in - and stay! Junge Menschen verlassen immer später das elterliche Zuhause; Quelle: BHW Bausparkasse; BildNr. 5600
Check in - and stay! Junge Menschen verlassen immer später das elterliche Zuhause;
Quelle: BHW Bausparkasse;
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Daheim ist es am schönsten?
„Die meisten jungen Menschen lieben die Bequemlichkeit in ihrem Elternhaus“, erklärt Dr. Walter Bien vom Deutschen Jugendinstitut. „Denn es gibt nicht mehr die strikten Kontrollen und strengen Normen, die noch in der Jugendzeit der heutigen Eltern-Generation verbreitet waren. Wenn sie aber die Gelegenheit hätten, würden die jungen Menschen ausziehen.“ Zudem ist der heimische Komfort – eigenes Zimmer, größere Wohnflächen – in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen, man hockt nicht mehr eng aufeinander, kann sich auch mal aus dem Weg gehen. Hauptgrund für den späten Auszug ist jedoch ein finanzieller: „Junge Erwachsene haben es zunehmend schwer, sich ein eigenes Zuhause aufzubauen. Viele schaffen es nicht, sich frühzeitig auf dem Arbeitsmarkt zu platzieren“, erläutert Dr. Bien. Die gering bezahlte Ausbildung dauert immer länger, das Alter bei Berufseintritt verschiebt sich nach hinten. Und von den 20- bis 25-Jährigen sind heute durchschnittlich 28 Prozent ohne Job.

Steuertipp
„Bei berufsbedingten Umzügen, etwa nach der Ausbildung oder nach dem Studium, können zahlreiche Kosten innerhalb bestimmter Höchstbeträge im Rahmen der sogenannten ,doppelten Haushaltsführung‘ steuermindernd geltend gemacht werden. Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer bereits einen eigenen Hausstand unterhält“, erklärt Isabell Gusinde von der BHW Bausparkasse. „Zu den Aufwendungen gehören z.B. Umzugskosten, Kosten für die Zweitwohnung (z.B. Einrichtungsgegenstände oder Renovierungskosten) und Zweitwohnungssteuer. „Ein eigener Hausstand liegt nicht vor, wenn der Arbeitnehmer noch im Haushalt der Eltern wohnt“, betont die BHW-Expertin.

Raus in die eigenen vier Wände!
Eine aktuelle Emnid-Studie der BHW Bausparkasse bestätigt: Die Mehrheit der jungen Erwachsenen möchte in den eigenen vier Wänden leben. Laut Umfrage will jeder zweite junge Deutsche in zehn Jahren eine Familie gründen und zusammen mit Partner und Kindern leben. Daher favorisieren immer mehr junge Menschen statt des „Hotel Mama“ die Wohngemeinschaft mit Gleichgesinnten. „Heute teilt sich schon jeder vierte Student eine Wohnung mit anderen“, bestätigt Rüdiger Grimmert von der BHW Bausparkasse. „Die Miete ist meist so günstig, dass finanzielle Rücklagen gebildet werden können“. Zum Beispiel mit einem Bausparvertrag.
Info: Jedes Jahr schließen Jugendliche unter 25 Jahren zwischen 600.000 bis 650.000 Bausparverträge mit einer Gesamtsumme von rund 15 Milliarden Euro ab.

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Iris Laduch-Reichelt

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