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Postbank Studie zur Altersvorsorge in Deutschland
Wie entwickelt sich die gesetzliche und private Altersvorsorge der Bundesbürger? Diese Frage gehört zu den wichtigsten und am intensivsten diskutierten politischen Themen in Deutschland, gerade angesichts der aktuellen Krisen am Finanzmarkt und um die Entwicklung von Euro und Staatsverschuldung. Deshalb ist es wichtig, möglichst viel über die Einstellungen und das konkrete Handeln der Deutschen in diesem Bereich zu wissen. Wie reagieren sie auf die aktuellen Gegebenheiten und Entwicklungen?
Um für Diskussionen und notwendige Entscheidungen eine verlässliche Datenbasis zu haben, gibt die Postbank seit dem Jahr 2003 eine bundesweit repräsentative Studie heraus. Das Institut für Demoskopie Allensbach trägt hierzu Daten und Fakten zusammen und zeigt zusammen mit der Postbank Trends und Entwicklungen auf. Bei der aktuellen Studie „Altersvorsorge in Deutschland 2011/2012“ wurden bundesweit repräsentativ 1.771 Personen in persönlichen Gesprächen befragt.
Postbank Studie zur Altersvorsorge 
Die Ergebnisse der Studie 2011 / 2012
1. Neben der Eskalation der Finanzkrise sehen die Deutschen aktuell auch die Verschuldung vieler EU-Staaten als zentrale Bedrohung ihrer Altersvorsorge

Basis: Personen in Deutschland ab 16 Jahre / Quelle: Postbank Studie - Altersvorsorge in Deutschland 2011/2012
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Fast jeder zweite Bundesbürger macht sich jetzt darüber „verstärkt Sorgen.“ Vor allem betrifft dies die Furcht vor einer Inflation, „durch die eigene Ersparnisse für die Altersvorsorge entwertet würden.“ Doch 3 von 10 Befragten sorgen sich auch, dass dem deutschen Staat durch hohe Zahlungen für andere EU-Länder das Geld für die staatliche Rente knapp wird.
2. Seit 2008 erfasst die Bundesbürger im Bezug auf ihre eigene Altersvorsorge eine große Verunsicherung

Basis: Berufstätige in Deutschland ab 16 Jahre / Quelle: Postbank Studie - Altersvorsorge in Deutschland 2011/2012
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43 Prozent aller Berufstätigen in Deutschland fragen sich angesichts der Erfahrungen durch die Finanzkrise, „welche private Anlageform überhaupt noch Sinn macht“. Mehr als ein Drittel hat inzwischen „stärkere Zweifel an der Sicherheit der privaten Altersvorsorge“. Und ebenso viele sagen, dass sie „Informationen zur privaten Altersvorsorge skeptischer gegenüber stehen und hierin weniger Vertrauen als früher haben“.
Bei insgesamt zwei Drittel aller Berufstätigen hat sich die Einstellung zur privaten Altersvorsorge in den letzten drei Jahren nachhaltig gewandelt. Trotz der wachsenden Einsicht, „eigentlich jetzt mehr für die private Altersvorsorge tun zu müssen“, gehen in der Realität die Ausgaben zur privaten Altersvorsorge teilweise deutlich zurück.
3. Die Sorge, dass das Geld im Alter nicht reicht, nimmt deutlich zu

Basis: Berufstätige in Deutschland ab 16 Jahre / Quelle: Postbank Studie - Altersvorsorge in Deutschland 2011/2012
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Aktuell glaubt jeder sechste Berufstätige, seinen Ruhestand aus eigenen Mitteln nicht mehr finanzieren zu können. In Ostdeutschland ist es sogar schon jeder fünfte Berufstätige. Das gilt auch für Berufstätige ab 50 Jahre.
Insgesamt bezeichnen 42 Prozent der Berufstätigen ihre heutige Vorsorge als „nicht ausreichend“. Unter den Frauen erreicht der Anteil sogar 46 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 39 Prozent.
Die Sorge der Deutschen um die Altersvorsorge ist somit trotz der günstigen Konjunktur und sinkender Arbeitslosenzahlen stark gewachsen. Es gibt eine verbreitete Sorge um die Stabilität von Finanzanlagen sowie um die Leistungsfähigkeit des deutschen Staatshaushaltes.
Auch der Ausbau der Altersvorsorge erlahmt spürbar. Der Anteil der Berufstätigen, die die eigene Vorsorge noch ausbauen wollen, verharrt mit 44 Prozent auf niedrigem Niveau. Auf 38 Prozent stellt sich jetzt die Zahl derer, die dies ausdrücklich nicht vorhaben. Und die tatsächlichen Ausgaben aller, die wirklich vorsorgen, sinken im Schnitt von 200 Euro monatlich in 2010 auf nun 188 Euro.
4. Die Bereitschaft den jungen Berufstätigen zur privaten Vorsorge ist so niedrig wie noch nie.

Basis: Berufstätige in Deutschland von 16 bis 29 Jahren / Quelle: Postbank Studie - Altersvorsorge in Deutschland 2011/2012
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Im Sommer 2008, also vor der Eskalation der Finanzkrise, wollten 65 Prozent der jungen Leute vermehrt in die Altersvorsorge investieren. Im Sommer 2011 waren es noch 54 Prozent.
Heute sagt jeder vierte Berufstätige unter 30 „Ich weiß gar nicht mehr, was ich für meine Altersvorsorge tun soll“. Das sind fast dreimal so viele wie 2010.
5. Die eigene Immobilie bleibt klarer Top-Favorit der privaten Altersvorsorge

Basis: Berufstätige in Deutschland ab 16 Jahre / Quelle: Postbank Studie - Altersvorsorge in Deutschland 2011/2012
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34 Prozent der Berufstätigen planen den Bau oder Kauf einer eigenen Immobilie in den kommenden Jahren, 2010 lag dieser Wert noch bei 23 Prozent. Unter den jungen Berufstätigen springt der Anteil auf 26 Prozent. Beide Ergebnisse sind Rekordwerte seit Beginn der Messungen im Rahmen der Postbank-Studie in 2003.
Besonders gefragt ist das Eigenheim bei denen, die schon konkret den Ausbau der eigenen Vorsorge angehen. Von ihnen will jeder Dritte in den nächsten Jahren in die eigenen vier Wände ziehen.
Das eigene Haus oder die eigene Wohnung gewinnt sukzessive in der Einschätzung als „ideale Form der Alterssicherung“: Inzwischen 68 Prozent der Berufstätigen nennen hier das Eigenheim. Nur die staatliche Rente bekommt mit 74 Prozent mehr Nennungen. Weil die Nennungen aber gegenüber 2010 stagnieren, ist der Abstand zum Eigenheim inzwischen nur noch gering.
6. Die Wertschätzung des Eigenheims als private Altersvorsorge steigt besonders bei jungen Berufstätigen und in Ostdeutschland

Basis: Berufstätige in Deutschland ab 16 Jahre / Quelle: Postbank Studie - Altersvorsorge in Deutschland 2011/2012
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Heute gibt auch fast jeder Dritte der jungen Berufstätigen an, im Alter voraussichtlich eine eigene Immobilie zu haben, ein Rekordwert seit dem Start der Postbank-Studien in 2003.
7. Das Vertrauen in die Sicherheit des Eigenheims als Altersvorsorge steigt

Basis: Berufstätige in Deutschland ab 16 Jahre / Quelle: Postbank Studie - Altersvorsorge in Deutschland 2011/2012
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Mittlerweile bewerten 71 Prozent der Berufstätigen, die ihre Altersvorsorge aufstocken wollen, das Eigenheim als „besonders sichere Anlageform“. Die staatliche Rente folgt mit großem Abstand und wird von 46 Prozent der Befragten genannt.
Auch unter allen Deutschen – also einschließlich der Rentner – ist die Entwicklung ähnlich. Hier wird das Eigenheim von 60 Prozent der Befragten als „besonders sicher“ bezeichnet und liegt deutlich über der staatlichen Rente mit 52 Prozent.
8. Doppelt so viele Berufstätige wie 2010 planen, mit Gold-Käufen ihre Vorsorge auszubauen

Basis: Berufstätige in Deutschland ab 16 Jahre / Quelle: Postbank Studie - Altersvorsorge in Deutschland 2011/2012
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Jeder dritte Deutsche nennt nun schon Gold in Form von Barren oder Münzen als „besonders sichere Vorsorgeform“. Im Vorjahr war es noch jeder Vierte. Aktuell liegt Gold bei der Sicherheits-Einstufung beispielsweise bereits vor einer privat abgeschlossenen Riester-Rente, Festgeldanlagen und Aktienkäufen.
9. Die betriebliche Altersvorsorge wird unter den Bundesbürgern immer beliebter

Basis: Personen in Deutschland ab 16 Jahre / Quelle: Postbank Studie - Altersvorsorge in Deutschland 2011/2012
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Mehr als doppelt so viele Berufstätige wie 2010 wollen nun in eine betriebliche Altersvorsorge investieren. Vor allem die jungen Menschen unter ihnen, aber auch berufstätige Frauen sowie die Menschen in Ostdeutschland.
10. Ausblick und Schlussfolgerungen
Angesichts dieser Bestandsaufnahme durch die Postbank-Studie zur Altersvorsorge können drei Schlussfolgerungen gezogen werden.
a) Die Bundesbürger müssen zielgenauer und stärker zur privaten Altersvorsorge motiviert werden.
b) Die betriebliche Altersvorsorge als Standbein der privaten Geldanlage muss gestärkt werden.
c) Die positive Stimmung zum Immobilienerwerb muss ausgebaut und genutzt werden.
a) Zielgenauer und stärker zur privaten Altersvorsorge motivieren
Es muss ziel- und passgenauere Angebote zur privaten Altersvorsorge geben, die unmittelbar wirken. Ein Beispiel: Einmalig 200 Euro Bonusprämie erhält seit 2008 jeder unter 25, der erstmals einen Riester-Vertrag schließt. Tatsächlich ist die Riester-Rente ja eine gute Vorsorge durch den Versicherungs- und Kapitalschutz sowie staatliche Sparzuschüsse.
Der Impuls, eine solche Vorsorge abzuschließen, muss aber aktiv gefördert sein. Ähnlich wie es auch bei Konsumartikeln gelingt, durch Bonus-Systeme Kaufentscheidungen zu beeinflussen.
b) Betriebliche Altersvorsorge stärken!
Die betriebliche Altersversorgung gewinnt 2011 spürbar an Ansehen und Bedeutung. Das ist eine gute Voraussetzung, um durch vermehrte Beratung und Angebote auf betrieblicher Ebene die Altersvorsorge in Deutschland nachhaltig zu stärken, etwa durch individuellere Vertragsvarianten. So entsprechen viele Firmen der Pflicht zum bAV-Angebot nur durch einige wenige Gruppentarife. Wünschenswert aber wären zielgruppenspezifische Angebote für unterschiedliche Einkommensgruppen, junge Berufstätige oder Familien mit Kindern.
c) Die positive Stimmung zum Immobilienerwerb ausbauen und nutzen
Seit Beginn der Postbank-Studien in 2003 war das Interesse am Erwerb eines Eigenheims nie so groß wie im Jahr 2011: Jeder dritte Berufstätige, der seine Altersvorsorge ausbauen will, plant dies heute.
Das Förderangebot des Wohn-Riester ist bei den Bürgern allerdings noch viel zu wenig bekannt und die Ausgestaltung ist sicherlich auch verbesserungswürdig. Etwa die komplizierten Regeln für Rückzahlungspflichten. Oder die fehlende Förderung, wenn etwa durch Familienzuwachs eine bestehende Immobilie aus- oder umgebaut wird.
Deshalb sollte der Wohn-Riester entschlackt und vereinfacht werden - eine Maßnahme, die auch dem Ur-Produkt Riester-Rente zu breiterer Akzeptanz nach seiner Einführung verhalf.
Zudem ist eine neue Staffelung der Zuschüsse als Anreiz zu überlegen. Etwa eine hohe und stark spürbare Förderung in den ersten Jahren. Oder direkte Einsteiger-Prämien gleich bei Vertragsbeginn.
Postbank als "Altersvorsorgebank"
Als breit in der Bevölkerung verankerte Bank mit rund 14 Millionen Kunden ist es für die Postbank nicht nur eine Verpflichtung, rund um das Thema zu informieren. Vielmehr versteht sich die Postbank als "Altersvorsorgebank". Das gilt gleichermaßen für die Beratungsqualität wie für die Produkte der Postbank. Mit circa 4.000 mobilen Finanzberatern und über 1.100 Postbank Finanzcentern ist die Postbank bestens für eine individuelle Beratung aufgestellt. Auf der Produktseite deckt die Postbank auch dank der BHW Bausparkasse und der PB Versicherung alle Wege der Förderung bis zu Wohnriester ab. Auch auf der betrieblichen Seite ist die Postbank in der Lage, den Arbeitgebern die verschiedenen Förderwege anzubieten.
Eine Spontan-Umfrage aus dem Jahr 2011 zeigt die Einstellung der Deutschen zu dem Thema:
Straßenumfrage Altersvorsorge 
Umfrage Altersvorsorge
Mit dem Postbank Altersvorsorge- Check auf dem richtigen Weg
Die sorgfältige Analyse der vorhandenen Altersabsicherung, die umfassende Information über das Angebotsspektrum zur privaten Ergänzung und schließlich der Abschluss maßgeschneiderter Vorsorgeprodukte – all dies ist und bleibt zur finanziellen Absicherung der Zeit nach dem Arbeitsleben unerlässlich. Dabei kommt dem Postbank Altersvorsorge-Check eine ganz besondere Bedeutung zu, da sich hierdurch hervorragend ermitteln lässt, was im individuellen Einzelfall an Ausgleichs- und Ergänzungsmaßnahmen erforderlich ist.
Betriebliche Altersversorgung 
Die betriebliche Altersversorgung in Deutschland
Das Vertrauen der Deutschen in die private Altersvorsorge hat im Zuge der Finanzkrise deutlich nachgelassen. Doch eine Ausnahme dieser Entwicklung bildet – neben der Anlage in Sachwerte wie Immobilien oder Gold – die betriebliche Altersvorsorge. Dies geht aus den jährlichen repräsentativen Studien der Postbank in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach hervor.
Danach bewerten heute 51 Prozent der Berufstätigen, die ihre Vorsorge aufstocken wollen, die betriebliche Altersvorsorge als “ideale Form der Altersabsicherung“. Zum Vergleich: Bei der Umfrage 2010 waren es noch 47 Prozent und 2008, also vor Eskalation der Finanzkrise, nur 40 Prozent.
Eine ähnliche Entwicklung gibt es bei der Einstufung der Sicherheit der Altersvorsorge-Formen. Hier bewerten die o.g. Befragten heute zu 36 Prozent die betriebliche Altersvorsorge als „besonders sichere Vorsorgeform“. Bei der Umfrage 2009 waren es erst 27 Prozent.
Dieses steigende Vertrauen in die betriebliche Altersvorsorge sollte nach Auffassung von Postbankvorstand Michael Meyer genutzt werden, um durch intensivere Beratung und verbesserte Angebote auf Unternehmensebene die finanzielle Vorsorge für den Ruhestand nachhaltig zu stärken. Meyer schlägt beispielsweise individuellere, also zielgruppenspezifische Vertragsvarianten vor.
Doch bereits heute gibt es attraktive Möglichkeiten für eine betriebliche Altersvorsorge: Arbeitgeber müssen seit 2002 die betriebliche Altersversorgung ihrer Mitarbeiter organisieren. Doch nur der Unternehmer entscheidet, ob und in welcher Höhe er einen eigenen finanziellen Beitrag zur betrieblichen Altersversorgung aufbringen will. Daneben haben aber alle Beschäftigten Anspruch auf eine Lohn- beziehungsweise Gehaltsumwandlung und können von Steuerstundungseffekten und staatlichen Hilfen profitieren.
Der Arbeitgeber kann allerdings entscheiden, welchen externen Finanzierungsweg er den Mitarbeitern anbietet: Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds. Sind sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer einig, dann können sie sich auch gemeinsam für die Unterstützungskasse oder die Direktzusage entscheiden.
Zur Auswahl stehen insgesamt fünf Alternativen der betrieblichen Altersvorsorge:
- die Direktversicherung: Dabei schließt das Unternehmen eine Vorsorgeversicherung zu Gunsten des Arbeitnehmers beziehungsweise seiner Familie ab.
- die Pensionskasse: Diese wird – ähnlich wie die Unterstützungskasse – von Unternehmen oder ganzen Branchen als rechtlich selbständige Versorgungsgesellschaft gegründet.
- der Pensionsfonds: Dieser ähnelt in seinem Aufbau einem Investmentfonds, der für Mitarbeiter eines Unternehmens oder eines Unternehmensverbundes angeboten wird.
- die Unterstützungskasse: Dies sind rechtlich selbständige Versorgungsträger, die von einem oder mehreren Unternehmen beziehungsweise für eine gesamte Branche gegründet werden.
- die Direktzusage: Hierbei verpflichtet sich die Firma, dem Arbeitnehmer im Rentenalter bestimmte Leistungen unmittelbar auszuzahlen.
Diese verschiedenen Formen der betrieblichen Altersvorsorge bieten erhebliche Vorteile für beide Seiten.
Vorteile für den Arbeitgeber
- Die Attraktivität eines Arbeitgebers, der Modelle der betrieblichen Altersvorsorge anbietet, steigt. Vor allem im Kampf um die immer begehrteren Fachkräfte kann dies von großem Nutzen sein.
- Gute Altersvorsorge-Angebote erhöhen die Bindung der Mitarbeiter an ein Unternehmen sowie die Arbeitsmotivation. Vor allem ist dieser Effekt in konjunkturell schwachen Zeiten zu beobachten, wenn das eventuell erfolgsabhängige Monatseinkommen sinkt und andere, langfristige Vorteile des Arbeitsverhältnisses an Bedeutung gewinnen.
- Unternehmen müssen für ihre Beiträge zur Altersvorsorge der Arbeitnehmer in der Regel keine Steuern oder Sozialabgaben zahlen. Auch können die Rückstellungen für eine Direktzusage oder eine Unterstützungskasse steuer- und beitragsfrei bleiben.
Vorteile für den Arbeitnehmer
- Im Vergleich zum Abschluss einer konventionellen Altersvorsorge können Mitarbeiter etwa bei einer betrieblichen Direktversicherung ihre Beiträge deutlich senken. Auch bei der so genannten Gesundheitsprüfung können sich Vorteile ergeben. Per Entgeltumwandlung eingezahlte Beiträge sind von Steuern und Sozialabgaben in bestimmten Grenzen dauerhaft befreit.
- Bekommt der Beschäftige später einmal Sozialleistungen nach Hartz IV, sind die Anwartschaften aus einer betrieblicher Altersversorgung prinzipiell von einer Verrechnung beziehungsweise dem staatlichem Zugriff geschützt.
Die Unverfallbarkeit der Ansprüche
Damit auch Arbeitnehmer, die das Unternehmen wechseln, von der betrieblichen Altersvorsorge profitieren, hat der Gesetzgeber die Bedingungen für die Unverfallbarkeit und Übertragbarkeit der Ansprüche verbessert, abhängig von der Art der betrieblichen Altersvorsorge:
- Beiträge, die durch eine Entgeltumwandlung in eine betriebliche Altersversorgung eingezahlt werden, sind sofort unverfallbar. Das bedeutet, sie bleiben grundsätzlich auch bei einem Jobwechsel gesichert, da der Beschäftigte selbst die Beiträge zu der betrieblichen Altersversorgung aufgebracht hat.
- Die durch Beiträge des Unternehmens finanzierten Ansprüche sind erst nach einer gewissen Frist und bei bestimmten Alters-Voraussetzungen gesetzlich unverfallbar: Wurden die Zusagen für eine betriebliche Altersvorsorge zwischen Anfang 2001 und Ende 2008 erteilt, ist die Zusage beim Ausscheiden des Arbeitnehmers unverfallbar, wenn dieser mindestens 30 Jahre alt ist und die Versorgungszusage seit mindestens fünf Jahren besteht. Bei Zusagen ab 2009 sind auch Zusagen an jüngere Arbeitnehmer unverfallbar. Das Mindestalter sinkt dann auf 25 Jahre. Auch in diesem Fall muss die Zusage mindestens fünf Jahre alt sein, so dass solche Fälle erstmals 2014 relevant werden. Für Zusagen, die vor 2001 erteilt wurden, gelten in Sachen Verfallbarkeit differenzierte Übergangsregelungen, zu denen Beschäftigte konkret die Personalabteilungen der betroffenen Unternehmen befragen sollten.
- Unabhängig von den gesetzlichen Fristen kann zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch eine frühere vertragliche Unverfallbarkeit vereinbart werden.
- Bei betrieblicher Altersvorsorge, die ab 2005 zugesagt wurde, wird dem Arbeitnehmer beim Jobwechsel das Recht eingeräumt, die Versorgungsanwartschaften (also das bis dahin gebildete Kapital) auf den neuen Arbeitgeber zu übertragen. Hierzu wird die Anwartschaft beim ehemaligen Arbeitgeber in einen bezifferbaren Betrag umgerechnet. Dieser Betrag wird in das Versorgungssystem des neuen Arbeitgebers eingestellt. Voraussetzung ist, dass die Übertragung innerhalb eines Jahres nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses beantragt wird und die betriebliche Altersversorgung über eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds durchgeführt worden ist. Zudem darf der Wert des gebildeten Kapitals nicht die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung (in 2011: 66.000 EUR) übersteigen.
- Auch die Insolvenz eines Unternehmens müssen Beschäftigte nicht fürchten. Abgesichert sind in diesem Fall über den Pensionssicherungs-Verein (PSVaG) die unverfallbaren Anwartschaften auf eine betriebliche Versorgung. Pensionskassen, Pensionsfonds und in den meisten Fällen auch Direktversicherungen gewähren von sich aus einen Rechtsanspruch, so dass der PSVaG im Insolvenzfall regelmäßig nicht eintreten muss. Garantiert wird auch hier bis zu bestimmten Höchstgrenzen.





