Die Konzernflaggen auf einen Blick: Postbank, BHW, DSL Bank, BCB Fahnen
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Die Geschichte des Postbank Girokontos

100 Jahre und kein bisschen staubig

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Postscheckamt, 1925
Im Postscheckamt anno 1925:

Maschinen beschleunigen den Versand der Kontoauszüge

Vor einigen Jahren warb die Postbank mit dem Slogan: "Das Postbank Girokonto bietet Ihnen alles, was Sie von einem modernen Girokonto erwarten." Zum Beispiel Flexibilität beim Geld abheben, Kontoführung im Internet und ein angemessenes Dispolimit. Alles Dinge, die für den Bankkunden von heute selbstverständlich sind. Die es aber beim Postbank Girokonto erst seit circa 18 Jahren gibt. Dabei kann das Konto schon auf eine Geschichte von nunmehr 100 Jahren zurückblicken.

Sie beginnt 1876, als der Generalpostmeister Stephan vorschlägt, im Reichspostgebiet den Postüberweisungs- und Scheckverkehr einzuführen. Seine Bemühungen bleiben allerdings zunächst ohne Erfolg.

Die Überweisung erobert Österreich

Schneller entschlossen sind die Österreicher: Sie suchen nach einer neuen Möglichkeit, Überschuss für den Staat zu erwirtschaften. Der 1883 eingeführte Postsparkassendienst verursacht mit seinem hohen Anteil minderbegüterter Sparer nämlich hohe Kosten und bringt kaum Ertrag. So wird bereits 1884 der Scheckverkehr als Massengeschäft etabliert: Jeder Postsparbuch-Inhaber kann überregional Geld überweisen und Gutschriften erhalten. Die Einführung des Scheckverkehrs wird zu einer revolutionären Errungenschaft für die österreichische Wirtschaft.

Deutsche Wirtschaft drängt auf Scheckverkehr

1899 will auch die deutsche Reichsregierung die Betriebsmittel des Reiches stärken und den Notenbedarf einschränken. Sie möchte den Postüberweisungs- und -scheckverkehr breiten Bevölkerungsschichten zugänglich machen. Es kommt aber zu keiner Einigung, da der Reichstag die Konkurrenz für die bestehenden Geldinstitute fürchtet. Die Reichsregierung hält jedoch hartnäckig an ihrem Plan fest. Auch Presse, Handel und Gewerbe drängen auf Verwirklichung. 1908 legt die Reichsregierung einen modifizierten Vorschlag vor, den der Reichstag annimmt.

Standesdünkel ade - Post bietet Konto für jedermann

Am 1. Januar 1909 tritt der Postscheckverkehr im deutschen Reich nach österreichischem Vorbild ins Leben: Dreizehn Postscheckämter nehmen ihren Dienst auf. Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten. Schon 1916 verarbeitet das Postscheckamt Berlin 39 Millionen Buchungen im Jahr. Die Post bedient im Gegensatz zu anderen Instituten nicht nur ausgewählte kapitalkräftige Kunden. Sie führt auch kleinere Zahlungen weitester Kreise aus.

Die ersten Schreibmaschinen sind ein Segen

Bearbeitung der Überweisungen im Jahr 1925 

Als jeder Auftrag noch Handarbeit war: Die Überweisung im Jahr 1925

Ohne Maschinen sind die zunehmenden Auftragsmassen kaum mehr zu bewältigen. Deshalb ordern die Postler Schreib-, Rechen-, und Buchungsmaschinen - damals neuartig und nur in Amerika erprobt. Außerdem helfen Briefschließ- und Stempelmaschinen, Rohrpost und Bandaufzüge, den Postversand zu beschleunigen.

Schon bald ist offensichtlich, wie viel die Infrastruktur der Postämter wert ist. Demzufolge werden die Filialen nicht nur für eigene Dienstleistungen genutzt. Sie sind auch die einzigen Stellen, die Invaliden- und Altersrenten auszahlen. Und das bis in die 50er und 60er Jahre hinein, bis der bargeldlose Zahlungsverkehr in breiter Form eingeführt wird.

Jetzt heißt es Ärmel aufkrempeln: Der Wiederaufbau

Die Kriegsereignisse lassen auch den Postscheckdienst nicht unberührt. Im Jahre 1945 bricht er völlig zusammen. Es dauert einige Zeit, bis in den stark zerstörten Gebäuden die Arbeit wieder aufgenommen werden kann. Mit den Gebäuden erhält auch das Postscheckkonto nach und nach einen neuen Anstrich: Neue Leistungen ergänzen das bis dahin schmale Angebot, die Automatisierung hält Einzug:

  • 1950 Der Dauerauftrag wird eingeführt
  • 1951 Es kann wieder ins Ausland überwiesen werden
  • 1955 Beginn der Automatisierung
  • 1967 Druck von automationsgerechten Formblättern mit der OCRA-Schrift
  • 1969 Geld beim Postamt abheben ist möglich: Postbarscheckverfahren ist da
  • 1969 Postscheckordnung bejaht elektronische Datenverarbeitung: Kunden  können neben Formblättern auch elektronische Datenträger benutzen
  • 1983 Postbank Kunden können per Btx (Bildschirmtext) Geld überweisen

Was für den "Teilnehmer" gut war, reicht dem "Kunden" nicht mehr

Was dem früheren "Postscheckteilnehmer" genügte, ist dem heutigen "Postbank Kunden" lange nicht mehr genug. Seine Ansprüche sind gestiegen und damit auch die Produktpalette der Bank. Sämtliche Attribute eines modernen Girokontos sind neueren Datums: 1991 führt die Postbank das Dispolimit und die Postbank Card ein. Seit 1993 können Postbank Kunden ihre Bankgeschäfte telefonisch und seit 1998 auch im Internet erledigen. Heute bietet die Postbank ihren Kunden verschiedene Girokontomodelle an: So gibt es für junge Leute unter 26 Jahren ein Gratis-Konto. Auch für die anderen Kunden ist das Postbank Girokonto mit verschiedenen Zusatzleistungen, abhängig von den monatlichen Geldeingängen, kostenfrei. Seit 2006 können Postbank Kunden Beträge von ihrem Girokonto auf ein verzinstes Tagesgeld-Konto umbuchen.

Bildnachweis: Museum für Kommunikation Frankfurt am Main, Reproduktion nicht gestattet.

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