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Postbank
 
18. Dezember 2020
Märkte am Morgen
 
 
 
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren, 
wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät? Es folgt die letzte Ausgabe von „Märkte am Morgen“ in diesem denkwürdigen Jahr. Am 11. Januar 2021 sind wir wieder am Start. Wir danken Ihnen für Ihre Treue und Ihr Interesse an unseren morgendlichen Zeilen und wünschen Ihnen frohe, entspannte und gesunde Weihnachten sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Zumindest die Aktienmärkte scheinen das Bleigießen und Im-Kaffeesatz-Lesen von Silvester schon vorgezogen und dort einen Bullen erkannt zu haben: Der Dax näherte sich gestern seinem Allzeithoch bis auf 70 Punkte. Der S&P-500 und die Nasdaq-Indizes schafften im Verlauf neue Rekordhochs. Der Dow-Jones-Index verfehlte sein Allzeithoch nur knapp. Verantwortlich hierfür waren mal wieder Hoffnungen auf das angeblich nahende US-Konjunkturpaket. Enttäuschende Konjunkturdaten (u.a. steigende Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und ein die Erwartungen verfehlender Philadelphia-Fed-Index) wurden erneut ignoriert. In Asien geben die Leitindizes heute Morgen jedoch ebenso wie die Futures der US-Indizes nahezu unisono leicht bis moderat nach. Der Euro sprang in der Spitze auf 1,22729 US-Dollar und damit erneut auf den höchsten Kurs seit April 2018. Der USD-DXY-Index sank unter die Marke von 90,00. Er eroberte sie aber heute Morgen wieder, indem er gegen nahezu alle Währungen etwas zulegte. Die Ölpreise konsolidierten an ihren Neun-Monatshochs. Kupfer handelt erstmals seit März 2013 über der Marke von 8.000 USD/Tonne. Heute blicken wir noch einmal auf drei „große“ Währungen, nämlich auf den US-Dollar, das Pfund Sterling und den Schweizer Franken.
 
 
Was heute wichtig wird 
 
 
08.00 Uhr, UK | Einzelhandelsumsätze, November (Erw. −4,2 % mom.; Vm. +1,2 %) 
 
 
10.00 Uhr, Deutschland | ifo-Index, Dezember (Erw. 89,0 Pkt.; Vm. 90,7 Pkt.)
 
 
EUR/USD 1,225 
Fed signalisiert langfristig lockere Geldpolitik 
Die US-Notenbank hat auf ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr die Leitzinsen unverändert gelassen. Auch die Anleihekäufe im Volumen von monatlich 120 Milliarden US-Dollar werden ohne Änderung fortgesetzt. Die Währungshüter haben damit auf eine Anpassung hinsichtlich der Laufzeiten der angekauften Anleihen, die teilweise erwartet worden war, verzichtet. Dafür präsentierten sie aber eine neue Forward Guidance für ihre Geldpolitik. Danach sollen die Ankäufe nicht mehr nur über die kommenden Monate fortgeführt werden, sondern so lange, bis deutliche Fortschritte bei der Erreichung des Vollbeschäftigungs- und Inflationsziels erkennbar sind. Da die Fed laut ihren neu veröffentlichten Projektionen bis 2023 mit einer Inflationsrate unterhalb des Zielwertes von zwei Prozent rechnet, signalisiert sie dementsprechend für die kommenden Jahre eine unverändert expansive Geldpolitik. Die Deutsche Bank rechnet auch damit, dass die Notenbank erst im Jahr 2022 beginnen wird, das Ankaufvolumen für Anleihen langsam abzusenken. Eine Leitzinserhöhung sollte frühestens 2024 auf der Agenda stehen. Das dürfte nicht gerade dazu beitragen, den Höhenflug am US-Wohnimmobilienmarkt zu stoppen. Im November erreichten die Baugenehmigungen den höchsten Stand seit rund 14 Jahren, sie konnten ebenso wie die Baubeginne gegenüber dem Vormonat noch einmal kräftig zulegen. Weder die Fed noch die Daten aus der Bauwirtschaft konnten den Abwärtstrend des US-Dollars gegenüber dem Euro nachhaltig beenden.
 
 
EUR/GBP 0,901 
Weihnachtsbescherung aus Großbritannien? 
Trotz der forschen Sprüche und offiziellen Verlautbarungen, dass ein Scheitern immer noch der wahrscheinlichste Ausgang der Gespräche zwischen Großbritannien und der EU sei, sind die Finanzmärkte weiterhin zuversichtlich hinsichtlich einer Einigung. Wer zu spät kommt, darf halt „zwischen den Jahren“ im Parlament Überstunden schieben. Positiv nehmen die Märkte zudem zur Kenntnis, dass binnen acht Tagen bereits rund 140.000 Menschen in Großbritannien gegen COVID-19 geimpft wurden. Die Bank von England (BoE) hat somit gestern nicht nur ihren Leitzins stabil gehalten, sondern auch vorsichtig optimistisch erklärt, dass sich der wirtschaftliche Ausblick mit der Einführung des Impfstoffs deutlich aufgehellt hat. Der Leitzins blieb auf dem Rekordtief von 0,10 Prozent. Auch das Kaufprogramm wurde auf dem aktuellen Niveau von 895 Milliarden Britischen Pfund belassen. Die Beschlüsse der Notenbanker fielen einstimmig. „Die erfolgreiche Erprobung einiger COVID-19-Impfstoffe und die Pläne, sie in der ersten Hälfte des nächsten Jahres auf breiter Basis einzuführen, werden wahrscheinlich die Abwärtsrisiken für den Wirtschaftsausblick verringern“, erklärte die Notenbank. Der Anstieg der Neuinfektionen, der mit der Wiedereinführung von strengeren Restriktionen als ursprünglich erwartet einhergehe, werde das Wachstum im vierten Quartal 2020 und im ersten Quartal 2021 jedoch belasten. In Kontinentaleuropa wird dies natürlich auch der Fall sein. Das Pfund Sterling konnte sich gestern gegenüber dem starken Euro gut behaupten.
 
 
EUR/CHF 1,083 
Schweizer Nationalbank bleibt auf Kurs 
Keine Spur von Weihnachtsruhe für die Schweizerische Nationalbank (SNB). Zunächst wurde die Schweiz von den USA als Währungsmanipulator eingestuft. Alle folgenden drei Kriterien hat die Schweiz deutlich übererfüllt (Zahlen in Klammern): 

1. Überschuss von mindestens 20 Milliarden US-Dollar im Warenhandel mit den USA (49 Milliarden von Juli 2019 bis Juni 2020)
 
2. Leistungsbilanzüberschuss gegenüber dem Rest der Welt von zwei Prozent des BIP (8,5 Prozent) 

3. Interventionen der Notenbank über mehr als zwei Prozent des eigenen BIP an den Devisenmärkten über einen Zeitraum von sechs Monaten, um den Wert der eigenen Währung zu verändern (14,2 Prozent) 

Dies sollte jedoch keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Interventionspolitik der SNB haben. Diese teilte mit, dass sie angesichts der wirtschaftlichen Situation und der Tatsache, dass der Schweizer Franken nach wie vor hoch bewertet sei, weiterhin bereit sei, stärker am Devisenmarkt zu intervenieren. Auf ihrer gestrigen Sitzung beließ die SNB erwartungsgemäß den Leitzins bei minus 0,75 Prozent, dem tiefsten Niveau weltweit. Für 2020 rechnen die Währungshüter nun mit einem Rückgang der Verbraucherpreise um 0,7 (bisher: 0,6) Prozent. Für 2021 und 2022 werden Raten von 0,0 (plus 0,1) und plus 0,2 (plus 0,2) Prozent erwartet. Gegenüber dem Euro gab der Schweizer Franken im Tagesverlauf leicht nach.
 
 
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