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Postbank
 
18. Dezember 2020
Morgenkommentar
 
 
Früher wissen, was Sache ist - Postbank Morgenkommentar
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren, 
der Preisdruck in Deutschland nimmt 2021 zu, der weltweite Bestand negativ rentierender Anleihen erreicht ein Rekordhoch, und der Bausektor erholt sich schnell von der Coronavirus-Krise.

Deutschland: Preisdruck wächst 

Inflation scheint in Deutschland angesichts leicht sinkender Verbraucherpreise aktuell kein Thema zu sein. 2021 wird der Preisdruck allerdings zunehmen. Allein das Ende der temporären Mehrwertsteuersenkung kann zu einer Erhöhung der Inflationsrate um bis zu 0,8 Prozentpunkte führen. Auch vom Energiesektor sind preistreibende Effekte zu erwarten. Nicht nur der Ölpreis lag zuletzt wieder höher, was die Rechnung beim Tanken und beim Heizen nach oben treibt; auch die Verteuerung der CO2-Emissionszertifikate dürfte die Energiepreise treiben und die Inflation um etwa 0,3 Prozentpunkte anheizen. Ich erwarte, dass die Inflationsrate in Deutschland 2021 von aktuell minus 0,3 Prozent auf 1,2 Prozent steigen wird. Sie bleibt damit zwar noch verhalten, wegen der zu erwartenden starken Konjunkturerholung und der lockeren Geldpolitik dürfte der Preisdruck aber über 2021 hinaus weiter zunehmen. Die Berücksichtigung der Inflationsentwicklung bei Anlageentscheidungen wird damit immer wichtiger.

Geldanlage: Nachhaltigkeit auch in den USA zunehmend wichtig 

Rund 7,2 Billionen US-Dollar sind mittlerweile angelegt in ESG-Finanzprodukten, die Umweltaspekte (engl.: Environment), soziale Komponenten (engl.: Social) sowie die Qualität der Unternehmensführung (engl.: Governance) berücksichtigen – mehr als doppelt so viel wie noch 2019. Mit 80 Prozent entfällt der Löwenanteil dieser Anlagen bisher auf Europa. Ich erwarte jedoch, dass das Thema zunehmend auch in den USA an Relevanz gewinnen wird. Denn ESG-Anlagen haben sich in der Coronavirus-Krise – bei vergleichbarer Performance – als schwankungsärmer erwiesen. Zudem dürfte der Kampf gegen Klimawandel, soziale Ungleichheit und Diskriminierung unter US-Präsident Joe Biden entschlossener geführt werden. Strengere Vorschriften und Normen sollten wiederum mittelfristig zu einer Verbesserung des ESG-Ratings von US-Unternehmen führen. Im internationalen Vergleich belegen sie bisher nur Platz 26 von 75 Ländern. Kurzfristig dürften die US-Kapitalflüsse jedoch weiterhin in Regionen mit vergleichsweise hohen Ratings wie Europa gehen und dort die Kurse stützen.

Anleihen: 18 Billionen US-Dollar rentieren negativ 

Der weltweite Bestand an Anleihen, die zurzeit negativ rentieren, ist vergangene Woche um eine Billion US-Dollar auf ein Volumen von 18 Billionen US-Dollar gestiegen – ein Rekordhoch. Das sind 27 Prozent aller aktuell ausstehenden Anleihen mit „Investment Grade“-Rating weltweit. Zwar preisen Anleger ein, dass im Frühjahr 2021 mit Neuseeland und im Dezember 2021 mit Großbritannien weitere Zentralbanken ihren Leitzins in negatives Terrain senken könnten; zudem wird dieser auch in der Eurozone auf Jahre hinaus negativ bleiben. Die für 2021 erwartete kräftige weltweite Konjunkturerholung nach Überwindung der Coronavirus-Pandemie sollte allerdings steigende Renditen besonders in mittel- bis langfristigen Laufzeiten US-amerikanischer und europäischer Staatsanleihen zur Folge haben. Kurspotenzial besteht deshalb wohl lediglich für selektiv ausgesuchte Staatsanleihen von Schwellenländern.

Bausektor: Wohnungsbau stabilisiert 

Kaum eine Branche erholte sich so schnell von der Coronavirus-Krise wie der Bausektor. Weltweit fiel die Produktion im Baugewerbe im März um 12 Prozent. Nach einer Stabilisierung im April erreichte sie bereits im Sommer wieder das Vorkrisenniveau. Der aktuelle Lockdown sollte die Bauwirtschaft kaum beeinträchtigen. Vor allem der Wohnungsbau dürfte sich erneut als stabilisierender Faktor erweisen – er profitiert von staatlichen Einkommenshilfen, vom Trend in Richtung Homeoffice sowie von anhaltend günstigen Finanzierungskonditionen. Spätestens im Frühjahr 2021 dürfte auch der Gewerbebau wieder deutlich anziehen, wenn der Impfstoff zur Eindämmung der Pandemie überall verfügbar ist. Global könnte die Produktion in den kommenden zwei Jahren insgesamt um bis zu 7,5 Prozent wachsen. Davon sollte auch der europäische Bausektor profitieren. Da die Bewertung der Unternehmen am Aktienmarkt jedoch inzwischen wieder über dem langfristigen Durchschnitt liegt, halte ich andere Sektoren für interessanter. 

Zahl des Tages: 29.800.000 

Ein Weihnachten ohne geschmückten Baum mögen sich die meisten nicht vorstellen. Das freut die Anbieter, die seit Jahren leicht steigende Absatzzahlen melden. 2019 wurden in Deutschland 29,8 Millionen Weihnachtsbäume verkauft, rund 90 Prozent davon aus inländischer Produktion. Nützlicher Nebeneffekt: Wie der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger berechnet hat, bindet ein Hektar einer Weihnachtsbaumkultur in zehn Jahren bis zu 145 Tonnen Kohlendioxid.
 
Das war der letzte Postbank Morgenkommentar in diesem Jahr. Am 11. Januar 2021 schreibt Dr. Ulrich Stephan Ihnen wieder. Wir danken Ihnen für Ihr Interesse und wünschen Ihnen frohe und gesunde Weihnachten sowie einen guten Rutsch in das neue Jahr. Lassen Sie es uns trotz aller Ungewissheit mit ganz viel Optimismus annehmen.
 
Ich wünsche Ihnen alles Gute und verbleibe
 
Herzlichst
 
 
Unterschrift Dr. Dirk Steffen
Ihr Dirk Steffen
Leiter Kapitalmarktstrategie
 
 
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