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Postbank
 
03. Mai 2022
Märkte am Morgen
 
 
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Vorfeld der morgen anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank stieg die Rendite 10-jähriger US-Treasuries gestern das erste Mal seit Dezember 2018 wieder kurzzeitig über die Marke von drei Prozent. Gegenüber Freitag erhöhte sich die laufende Verzinsung um fünf Basispunkte. Auch im Euroraum stiegen die Renditen – 10-jährige Bundesanleihen rentierten mit 0,97 Prozent drei Basispunkte höher. Die europäischen Aktienmärkte verzeichneten zum Wochenauftakt ebenfalls einen Rücksetzer. Der DAX gab um 1,13 Prozent nach, der Euro Stoxx 50 um 1,85 Prozent. Unerwartet schwache Stimmungsdaten aus der Eurozone waren sicherlich nicht hilfreich. Der S&P 500 berappelte sich nach einem zunächst schwachen Handelsverlauf und beendete den Tag letztendlich mit einem Aufschlag von 0,57 Prozent.
Angesichts harter Corona-Maßnahmen und der Sorgen vor einem Abschwung in China gab der Ölpreis am Montag nach. Der Future-Kontrakt für Rohöl der Sorte Brent notierte 1,6 Prozent niedriger als am Freitag. Mit Blick auf ein mögliches Embargo für russisches Erdöl zeigen sich die EU-Mitgliedstaaten noch uneinig. Gold verbilligte sich im Vortagsvergleich um 1,8 Prozent auf 1.863 US-Dollar je Feinunze. Der Euro gab am Montag gegenüber dem US-Dollar 0,4 Prozent nach, konnte den Kurs von 1,05 aber noch knapp verteidigen.
Im Folgenden beleuchten wir die neuen Konjunkturdaten aus Deutschland und den USA und gehen auf die BIP-Daten aus Tschechien und Südkorea für das erste Quartal ein.
 
 
Was heute wichtig wird
 
 
06.30 Uhr, Australien | Zinsentscheid der Reserve Bank of Australia (Erw. 0,25 %; Vm. 0,10 %)
 
 
09.55 Uhr, Deutschland | Arbeitslosenquote, April (Erw. 5,0 %; Vm. 5,0 %)
 
 
11.00 Uhr, Eurozone | Produzentenpreise, März (Erw. +36,3 % yoy.; Vm. +31,4 %)
 
 
11.00 Uhr, Eurozone | Arbeitslosenquote, März (Erw. 6,8 %; Vm. 6,8 %)
 
 
16.00 Uhr, USA | Auftragseingang Industrie, März (Erw. +1,2 % mom.; Vm. −0,5 %)
 
 
 
EUR/USD 1,052
Deutsche Einzelhandelsumsätze enttäuschen
Die deutschen Einzelhandelsumsätze gaben im März preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,1 Prozent zum Vormonat nach. Erwartet wurde dagegen ein Zuwachs von 0,3 Prozent. Damit stagnierten die Einzelhandelsumsätze seit Jahresbeginn. Zum Vorjahresmonat betrug der reale Rückgang sogar 2,7 Prozent. Aufgrund der hohen Preissteigerungsraten ergaben sich zu den nominalen Wachstumsraten große Unterschiede, denn sowohl zum Vormonat als auch zum Vorjahr stiegen die Einzelhandelsumsätze nominal. Bemerkenswert war der Lebensmitteleinzelhandel. Zwar verzeichnete dieser einen realen Umsatzanstieg von 2,9 Prozent zum Vormonat, zum Vorjahresmonat ging er aber um 5,4 Prozent zurück. Die Hamsterkäufe, die mit der Ukraine-Krise in Verbindung gebracht werden können, hatten also keinen deutlichen Einfluss auf die Umsatzzahlen im Jahresvergleich, mit der Ausnahme einzelner Waren wie Speiseöl oder Mehl, wie eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamts zeigt. Besonders stark war der Rückgang bei den Tankstellen-Umsätzen. Aufgrund der stark gestiegenen Kraftstoffpreise sank der Verkauf real um elf Prozent zum Vormonat. Die Einzelhandelsdaten zeigen damit die nachlassende Konsumlust der deutschen Bevölkerung im Lichte des Kaufkraftverlusts durch die hohen Inflationsraten. Insofern entfällt der Privatkonsum zurzeit als Wachstumsstütze in Deutschland.
Der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe in den USA fiel enttäuschend aus. Das Stimmungsbarometer gab entgegen den Erwartungen von 57,1 auf 55,4 Punkte nach. Auch die wichtigen Subkomponenten für die Produktion und die Auftragseingänge gingen zurück und signalisieren nur noch ein moderates Wachstum der US-Industrie.
Der Euro gab gestern gegenüber dem US-Dollar leicht nach, hielt sich allerdings über der Marke von 1,05.
 
 
 
 
EUR/CZK 24,70
Konflikt im Osteuropa bremst tschechische Industrie aus
Die tschechische Wirtschaftsleistung hat sich im ersten Quartal deutlich besser entwickelt als befürchtet. Gegenüber dem Vorquartal stieg das BIP um 0,7 Prozent. Ende 2021 war die Wirtschaft um 0,8 Prozent gewachsen. Trotz der relativ guten Entwicklung am aktuellen Rand hat sich die tschechische Wirtschaft verhältnismäßig langsam von der Pandemie erholt. Das BIP lag Ende 2021 immer noch rund ein Prozent unterhalb des Niveaus Ende 2019. Detaildaten zum BIP im ersten Quartal gab es zwar noch nicht; aktuelle Konjunkturdaten deuten aber darauf hin, dass das Wachstum vor allem vom Dienstleistungs- und vom Bausektor getrieben wurde. Die Dienstleister dürften dabei vor allem von der abklingenden Omikron-Pandemiewelle profitiert haben. Weniger positiv war zuletzt die Entwicklung in der Industrie. Der tschechische Automobilsektor litt auch vor der Invasion Russlands in die Ukraine schon unter massiven Lieferengpässen. Diese dürften sich durch den Konflikt in Osteuropa weiter verschärft haben.
Hierauf deutet der gestern veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe hin. Dieser ist im April weiter auf 54,4 Punkte zurückgegangen, nachdem er im März bei 54,7 Punkten lag. Der Produktionsrückstand ist laut Umfrage wegen der Lieferengpässe erneut gestiegen, während die Einkaufspreise weiterhin deutlich zulegten. Die Krone hat nach Veröffentlichung der Stimmungsdaten abgewertet, notiert im historischen Vergleich zum Euro aber immer noch auf einem relativ hohen Niveau.
 
 
 
 
EUR/KRW 1332
Südkorea: Konsum stützt das Wachstum
Die Wirtschaft Südkoreas hat sich zuletzt überraschend positiv entwickelt. Zwar hat das BIP-Wachstum im ersten Quartal erwartungsgemäß deutlich nachgelassen: Nach einem Zuwachs von 1,2 Prozent Ende 2021 wurde im Vorquartalsvergleich zu Jahresbeginn nur noch ein Plus von 0,7 Prozent erreicht; allerdings hat die Aufwärtsdynamik zumindest beim Privatkonsum im Verlauf des ersten Quartals deutlich zugenommen. Denn die Einzelhandelsumsätze verzeichneten im März einen Zuwachs von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Im Januar waren sie nur um 1,6 Prozent gestiegen und im Februar sogar gefallen. Angesichts des abnehmenden Gegenwinds durch die Coronavirus-Pandemie sollte sich das positive Momentum in den kommenden Monaten weiter fortsetzen.
Gute Nachrichten kamen zudem von der südkoreanischen Industrie. Nachdem er im Vormonat um 2,6 Punkte gefallen war, legte der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im April um 0,9 auf 52,1 Punkte zu. Ganz unbeschadet dürfte die Industrie von den erneuten Lockdowns in China allerdings nicht bleiben. Denn die Lieferkettenprobleme dürften wieder zunehmen, was das Potenzial für eine Produktionsausweitung im zweiten Quartal begrenzen sollte. Vor dem Hintergrund einer moderaten, aber kontinuierlichen Anhebung der Leitzinsen in Südkorea wies der Won gegenüber dem Euro zuletzt eine weitgehend stabile Entwicklung auf.
 
 
 
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