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Postbank
 
14. Januar 2022
Märkte am Morgen
 
 
 
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren,

auch gestern zeigte sich, dass es an den Märkten 2022 etwas ruckeliger werden könnte als im vergangenen Jahr und somit schwerer, eindeutige Trends zu identifizieren. Nachdem die US-Aktienmärkte seit Montagnachmittag ordentliche Erholungstendenzen ausgebildet hatten, gab gestern der Nasdaq Composite mit einem Verlust in Höhe von 2,5 Prozent seine Wochengewinne wieder ab. Auch S&P500 (-1,4%) und Dow-Jones-Index (-0,5%) gaben nach. Die Tech-Werte litten darunter, dass auch gestern eine gefühlte Trillion von Fed-Mitgliedern betonte, dass es im März zu einer ersten Zinserhöhung kommen könne. Selbst die als „Taube“ eingeschätzte designierte neue Vize-Gouverneurin, Lael Brainard, bezeichnete in ihrer Senatsanhörung den entschlossenen Kampf gegen die Inflation als aktuell vordringlichste Aufgabe. Während europäische Aktien gestern noch uneinheitlich schlossen, dominiert heute in Asien eindeutig die Farbe Rot an den Aktienmärkten.

Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen gaben in Europa und den USA moderat nach. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren nun bei minus 0,09 Prozent (-3 b.p.), zwei, zehn- und dreißigjährige US-Treasuries bei 0,915 (+2 b.p.), 1,72 (-2 b.p.) bzw. 2,06 (-2 b.p.) Prozent.
 
An den Währungsmärkten geriet der US-Dollar auch gestern etwas unter Druck. Der Euro wertete zum US-Dollar 0,3 Prozent auf. Der Yen legte zum Greenback aufgrund von Meldungen, dass die Bank of Japan erwägen könnte, die Leitzinsen bereits anzuheben, bevor das Inflationsziel von 2 Prozent nachhaltig erreicht ist, gar 0,7 Prozent zu. Die Märkte preisen für Japan schließlich bis dato überhaupt keine Zinsphantasie ein. Der Rubel gab hingegen deutlich nach. Hier dürften hauptsächlich geopolitische Gründe, die Spannungen wegen des Truppenaufmarsches an der Ukraine, eine Rolle spielen. Die Ölpreise konsolidierten auf hohem Niveau. Basismetalle handeln uneinheitlich, während Edelmetalle sich eher leicht verteuerten.
 
Heute blicken wir auf Daten zu den Erzeugerpreisen in den USA und richten unseren Blick dann gen Osten, nämlich auf die CEE3-Länder und Russland.

 
 
Was heute wichtig wird
 
 
08.00 Uhr, UK | Industrieproduktion, November (Erw. +0,2 % mom.; Vm. −0,6 %)
 
 
10.00 Uhr, Deutschland | BIP Gesamtjahr 2021 (Erw. +2,7 % yoy.; Vm. −5,0 %)
 
 
14.30 Uhr, USA | Einzelhandelsumsätze, Dezember (Erw. −0,1 % mom.; Vm. +0,3 %)
 
 
15.15 Uhr, USA | Industrieproduktion, Dezember (Erw. +0,2 % mom.; Vm. +0,5 %)
 
 
16.00 Uhr, USA | Uni-Michigan-Verbrauchervertrauen, vorläufig, Januar (Erw. 70,0 Pkt.; Vm. 70,6 Pkt.)
 
 
 
EUR/USD 1,146
US-Produzentenpreise geben von hohem Niveau leicht nach
Neben den Verbraucherpreisen blieben auch die Erzeugerpreise im Dezember in den USA weiterhin hoch. Die Produzentenpreise verteuerten sich im letzten Monat des vergangenen Jahres um 9,7 Prozent zum Vorjahr, nach 9,8 Prozent im vorangegangenen Monat. Allerdings ließ sich in der Monatsbetrachtung eine deutliche Entspannung beobachten. Statt wie im November um ein Prozent stiegen die Preise im Dezember nur noch um 0,2 Prozent zum Vormonat. Der von hohen Levels nachgebende Auswärtsdruck bei den Erzeugerpreisen steht im Einklang mit der Abschwächung des Dezember-Werts der Preiskomponente des ISM-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe.

Daneben überraschten die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA, die sogenannten initial jobless claims, mit 230.000 gegenüber den erwarteten 200.000 für die erste Januar-Woche negativ. Dass sich allerdings in den Zahlen nach den sukzessive fallenden Meldungen bereits ein Trendwechsel widerspiegelt – möglicherweise induziert durch die Verbreitung der Coronavirus-Variante Omikron –, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht sagen. Zu dieser Jahreszeit spielen häufig saisonale Faktoren eine größere Rolle. US-amerikanische Staatsanleiherenditen gingen aufgrund der niedriger als erwarteten Teuerungsrate der Produzentenpreise leicht zurück. Der Euro konnte an seine Gewinne vom Vortag anknüpfen und notierte gestern zum US-Dollar weiter im Plus.
 
 
 
 
EUR/HUF 353,9
Ungarischer Forint mit starkem Jahresauftakt
Die Währungen einiger osteuropäischer Staaten werteten gegenüber dem Euro zuletzt recht deutlich auf. Der ungarische Forint und die Tschechische Krone sind momentan unter den drei seit Jahresbeginn weltweit am stärksten aufwertenden Währungen zu finden. Der Forint legte in den ersten Handelstagen des neuen Jahres gegenüber der Gemeinschaftswährung um fast vier Prozent zu, bei der Tschechischen Krone sind es 2,4 Prozent, beim polnischen Złoty immerhin 1,3 Prozent. Die Währungen profitieren davon, dass die jeweiligen Notenbanken die Inflationsgefahren ernst nehmen und die Leitzinsen seit Monaten kontinuierlich erhöhen.

Das steigende Renditeniveau weckt auch bei ausländischen Investoren Appetit auf Anleihekäufe, was die Währungen stützt. Nach knapp 1,3 Prozent Anfang 2021 rentieren beispielsweise zehnjährige tschechische Staatsanleihen mit aktuell über 3,1 Prozent nun nahe an einem Acht-Jahres-Hoch. In Ungarn liegt die Rendite von Anleihen gleicher Laufzeit inzwischen sogar bei gut 4,5 Prozent. Frühindikatoren wie die Einkaufsmanagerindizes weisen zudem auf eine sehr robuste Erholung der Industrie der osteuropäischen Staaten hin. Insbesondere in Ungarn und in Polen gewannen deshalb auch die Aktienleitindizes in den ersten Handelstagen 2022 deutlich hinzu. Die Währungen könnten somit kurz- bis mittelfristig weiteres Aufwertungspotenzial besitzen.
 
 
 
 
EUR/RUB 87,44
Verbraucherpreise in Russland stagnieren auf hohem Niveau
Die russische Inflationsrate verharrte im Dezember bei 8,4 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit rund fünf Jahren. Die Kerninflation stieg von 8,7 auf 8,9 Prozent und erreichte damit ebenfalls ein Fünf-Jahres-Hoch. Gedämpft wurde die Verbraucherpreisentwicklung vom Nahrungsmittelsektor, wo die Preise im Vorjahresvergleich „nur“ noch um 10,6 Prozent gestiegen sind – immerhin der niedrigste Wert seit drei Monaten. Langlebige Konsumgüter wie Elektroartikel verteuerten sich dagegen etwas stärker als im Vormonat, hier lag der Anstieg gegenüber dem Vorjahr bei 8,6 Prozent.

Zu Jahresbeginn könnte die Inflation in Russland noch einmal leicht steigen; im weiteren Jahresverlauf sollte sie sich dann aber stabilisieren und bis zur Jahresmitte der Marke von sieben Prozent annähern. Hierfür spricht vor allem ein voraussichtlich gedämpfterer Verlauf beim Privatkonsum, der den Unternehmen wenig Spielraum für Preiserhöhungen lässt. Auch dürfte der Rückgang der Agrarpreise die Inflation in den kommenden Monaten tendenziell eindämmen. Die russische Notenbank hat auf ihrer Sitzung im Dezember klargemacht, dass sie die Leitzinsen bei Bedarf weiter erhöhen wird. Da die Inflation im Januar noch einmal steigen dürfte, ist ein finaler Zinsschritt bereits auf der kommenden Sitzung im Februar nicht unwahrscheinlich. Der Russische Rubel könnte mit dem nahenden Ende des Zinserhöhungszyklus unter Druck geraten und gegenüber dem Euro etwas nachgeben.
 
 
 
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