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Postbank
 
14. Januar 2022
Morgenkommentar
 
 
 
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
heute legen die ersten Schwergewichte der Wall Street ihre Ergebnisse des vierten Quartals 2021 vor, der FTSE 100 macht während des vergangenen Monats Boden gut, und die sechs an der Londoner Metallbörse gehandelten Industriemetalle bleiben zum Jahresauftakt gefragt.
 
 
 
US-Berichtssaison: Analysten zu pessimistisch? 
Heute legen mit Citigroup, JPMorgan, Wells Fargo und BlackRock die ersten Schwergewichte der Wall Street ihre Ergebnisse des zurückliegenden Quartals vor. Analysten erwarten, dass die für den S&P 500 aggregierten Gewinne pro Aktie bei gut 51 US-Dollar liegen könnten. Zum Vorjahr entspräche dies zwar einem deutlichen Anstieg von etwa 20 Prozent; gegenüber dem dritten Quartal impliziert die Prognose jedoch einen Rückgang um fünf Prozent. Dies erscheint mir zu pessimistisch: Die Wirtschaft hat im vierten Quartal verglichen mit dem Vorquartal angezogen, und bereits veröffentlichte Ergebnisse lagen mehrheitlich über den Erwartungen. Im Fokus der Anleger werden erneut die Margen stehen, die viele US-Unternehmen trotz Lieferkettenengpässen, hohen Rohstoff- und Transportkosten sowie Arbeitskräftemangel im letzten Jahr sogar steigerten. Anzeichen für eine Trendumkehr könnten insbesondere bei hoch bewerteten Titeln mit Kursabschlägen einhergehen.
 
 
 
 
FTSE 100 macht Boden gut 
Dem FTSE 100 gelang es nach längerer Flaute, während des vergangenen Monats wieder Boden gutzumachen und die Performance des S&P 500 um 7,4 Prozentpunkte zu schlagen. Unter anderem dürfte das auf die vielerorts steigenden Zinserwartungen zurückzuführen sein. Mit einer 40-prozentigen Gewichtung der zyklischen Sektoren Finanzen, Rohstoffe und Energie neigt der FTSE 100 im Vergleich zu technologielastigen Indizes dazu, sich im Umfeld steigender Kapitalmarktzinsen stärker zu entwickeln. Des Weiteren sind die geografischen Einnahmequellen der britischen Großkonzerne gut gestreut. Rund ein Viertel ihrer Umsätze erzielen die Unternehmen jeweils im nordamerikanischen, asiatisch-pazifischen und britischen Raum, während knapp 15 Prozent auf den Rest Europas entfallen. Angesichts der anhaltenden globalen Wirtschaftserholung könnten etwaige Gewinneinbußen infolge Coronavirus-bedingter regionaler Wachstumsdellen ausgeglichen werden. Bei einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12,5 ist der FTSE 100 gut 40 Prozent günstiger bewertet als sein US-Pendant. Daher halte ich ihn zur Portfoliodiversifikation sowie zum Aufbau von Positionen in Substanzwerten für geeignet.
 
 
 
 
Banken steigern Erträge 
Die Ertragslage der Banken in der Europäischen Union hat sich im Laufe des vergangenen Jahres weiter verbessert. Im dritten Quartal 2021 lag die Eigenkapitalrendite im Durchschnitt bei 7,7 Prozent – ein Jahr zuvor betrug sie gerade einmal 2,5 Prozent. Weil der Anteil notleidender Kredite von 2,8 Prozent im Vorjahr auf nur noch 2,1 Prozent gefallen ist, mussten die Finanzinstitute weniger Abschreibungen vornehmen oder Rückstellungen bilden. Aber vor allem die positiven Trends auf der Einnahmenseite stimmen mich optimistisch. Der Rückgang beim Nettozinseinkommen – gemessen an der sogenannten Zinsmarge – wurde 2021 gestoppt. Steigen die Zinsen im Euroraum weiter an, sollte sich die Marge verbessern und wieder einen wesentlichen Beitrag zum Gewinnwachstum leisten. Erfreulich ist aus meiner Sicht der steigende Anteil der Provisionsgewinne auf zuletzt rund 32 Prozent der Gesamterträge. Dadurch verbreitert sich die Ertragsbasis der Finanzinstitute, deren Einnahmen bisher meist noch überwiegend aus dem Zinsgeschäft stammen. Ich halte europäische Banken aber vor allem wegen ihrer moderaten Bewertung für interessant.
 
 
 
 
Industriemetallpreise steigen weiter 
Die sechs an der Londoner Metallbörse gehandelten Industriemetalle bleiben auch zum Jahresauftakt gefragt. Insbesondere die Preise für Nickel stiegen an den ersten drei Handelstagen dieser Woche um rund sieben Prozent auf das höchste Niveau seit August 2011. Zunächst hatte sich zu Wochenbeginn ein Elektroautohersteller die zukünftige Produktion eines Nickelproduzenten über Termingeschäfte langfristig gesichert. Gleichzeitig sinken die Lagerbestände an der Londoner Metallbörse seit exakt 50 Tagen, was zuletzt im Jahr 2000 der Fall war. Zudem denkt Indonesien, eines der Hauptförderländer für Nickel, über eine Steuer auf Exporte nach, die noch 2022 eingeführt werden könnte. Ausländische Nachfrager ziehen deshalb nun ursprünglich für später geplante Käufe vor. Mit anhaltendem Bedarf wegen zunehmender Elektromobilität könnte 2022 ein Angebotsdefizit in Höhe von bis zu 30.000 Tonnen entstehen. Zwar dürfte vieles an Kursfantasie mittlerweile eingepreist sein; außerdem unterliegen Preise für Industriemetalle oft sehr starken Schwankungen und Kurskorrekturen. Mittelfristig betrachtet könnte der Trend jedoch noch eine Weile anhalten.
 
 
 
 
Zahl des Tages: 26 
Astronautenkost bewegt sich selten auf Sterne-Niveau. Die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS konnte kürzlich immerhin frisches Gemüse ernten: die ersten von 26 Chilischoten, die im Weltraumlabor gezogen wurden. Die Pflanzen reifen langsamer als auf der Erde, sind dafür aber auch etwas schärfer, wie die Astronauten meldeten. Künftige Langzeit-Expeditionen werden so vermutlich einen Teil ihrer Nahrung selbst produzieren – die ISS-Besatzung experimentiert als Nächstes mit Zwergtomaten und Blattgemüse.
 
Setzen Sie heute auf Wachstum.
 
Herzlichst
 
 
 
Unterschrift Dr. Stephan
Ihr Ulrich Stephan
Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden
 
 
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