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Märkte am Morgen

 

 
 
 
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren
leicht verwunderlich erscheint die Meldung, dass bei den bevorstehenden Spielen der Fußball-Europameisterschaft die Zuschauer im Stadion pandemiebedingt dazu angehalten werden sollen, ihre Teams nicht lautstark anzufeuern und bei Torerfolgen nicht zu jubeln – eine vielleicht etwas weltfremde Anordnung. Jubelgesänge konnten gestern vereinzelt Aktionäre anstimmen, die an den US-Börsen in Biotechnologie- und Pharmafirmen investiert sind, nachdem ein Alzheimer-Medikament abschließend zugelassen wurde. In Europa waren zuvor die Leitindizes mit wenigen Ausnahmen (wie zum Beispiel dem Dax) moderat angestiegen. In den USA gaben Dow Jones- und S&P500-Index etwas nach, während die Indizes der Nasdaq moderat gewannen. Wie so oft in letzter Zeit handeln die asiatischen Leitindizes uneinheitlich, wobei die chinesischen erneut nachgeben.
An den Bondmärkten legen die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen in Europa leicht zu, setzen in den USA jedoch geringfügig zurück. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren bei minus 0,215 Prozent, zehn- und dreißigjährige US-Treasuries bei 1,56 bzw. 2,23 Prozent.
Die Währungsmärkte betrieben gestern geradezu Arbeitsverweigerung, die Kursveränderungen – siehe die Marktdatenübersicht – waren beschämend gering. Der US-Dollar wertete zum Euro und in Form des DXY-Index absolut geringfügig ab. Die Rohstoffpreise (Ausnahme u.a. die Goldpreise) verbilligten sich in der Mehrzahl und gaben einen Teil der freitäglichen, deutlicheren Gewinne somit wieder ab. Heute bleiben wir in der unmittelbaren Umgebung und blicken auf die deutschen Industrieaufträge, die Inflationsdaten der Schweiz und schließlich auf einige Zahlen und Daten aus Tschechien.
 
 
Was heute wichtig wird 
 
 
Heute, 08.00 Uhr, Deutschland | Industrieproduktion, April (Erw. +0,6 % mom.; Vm. +2,5 %)
 
 
Heute, 11.00 Uhr, Deutschland | ZEW-Konjunkturerwartungen, Juni (Erw. 85,0 Pkt.; Vm. 84,4 Pkt.)
 
 
Heute, 12.00 Uhr, USA | NFIB-Index Mittelstand, Mai (Erw. 100,8 Pkt.; Vm. 99,8 Pkt.)
 
 
Morgen, 03.30 Uhr, China | Verbraucherpreise, Mai (Erw. +1,6 % yoy.; Vm. +0,9 %)
 
 
Morgen, 03.30 Uhr, China | Erzeugerpreisindex, Mai (Erw. +8,5 % yoy.; Vm. +6,8 %)
 
 
EUR/USD 1,219 
Deutschland: Industrieaufträge überraschend schwach 
Entgegen der Erwartungen eines kräftigen Zuwachses sind die deutschen Industrieaufträge im April um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat gefallen. Ursache für den Rückgang waren verringerte Bestellungen aus dem Inland, das Minus betrug hier 4,3 Prozent. Dagegen verzeichneten die Aufträge aus anderen EWU-Staaten (+0,7 Prozent) und aus dem übrigen Ausland (3,8 Prozent) weitere Zuwächse. Mit Blick auf die einzelnen Sektoren fällt der Rückgang von 1,0 Prozent bei Vorprodukten auf. Dies dürfte vor allem auf globale Versorgungsengpässe bei einigen wichtigen Produkten zurückzuführen sein. Denn bei Konsumgütern gab es ein weiteres kräftiges Plus von 1,4 Prozent, während Investitionsgüter immerhin um weitere 0,2 Prozent zulegen konnten.
Ohnehin gibt es bisher keine Anzeichen für ein Ende des Aufschwungs in der deutschen Industrie. Der Einkaufsmanagerindex lag trotz eines Rückgangs zuletzt immer noch nahe am historischen Höchststand. Unterdessen hellte sich die Stimmung der Investoren im Euroraum im Juni weiter auf. Der Sentix-Index stieg von 21,0 auf 28,1 Punkte und befindet sich damit nun auf dem höchsten Stand seit mehr als drei Jahren, wobei sich insbesondere die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage im Vormonatsvergleich stark verbessert hat. Beim EUR/USD gab es zu Wochenbeginn kaum Bewegung, er lag weiterhin zwischen 1,21 und 1,22.      
 
 
EUR/CHF 1,094 
Preisdruck in der Schweiz nimmt zu 
Mit 0,6 Prozent hat die Inflation in der Schweiz im Mai den höchsten Stand seit fast zwei Jahren erreicht. Haupttreiber des Anstiegs waren erneut die Energiepreise, die mit einer Vorjahresrate von 9,5 Prozent nun aber ihren Höhepunkt erreicht haben sollten. Gleichwohl deutet sich auch außerhalb des Energiesektors von sehr niedrigem Niveau aus ein wachsender Preisdruck an. Die Kerninflation, bei der neben den Energiepreisen auch die Nahrungsmittelpreise unberücksichtigt bleiben, stieg im Vormonat von 0,0 auf 0,2 Prozent.
Für die kommenden Monate zeichnet sich eine weitere Zunahme der Inflation ab. Zum einen weiten die Verbraucher im Zuge der Lockerung von Corona-Beschränkungen ihren Konsum aus, was bei Schuhen und Bekleidung, aber auch im Hotel- und Gaststättensektor bereits für einen kräftigen Preisschub gesorgt hat. Zum anderen bleibt auch die Schweiz nicht von globalen Lieferengpässen und den damit verbundenen Kostensteigerungen verschont. Der Preisindex beim Einkaufsmanagerindex deutet dementsprechend auf einen Anstieg der Inflation in Richtung zwei Prozent hin. Für die Schweizerische Nationalbank dürfte dies aber noch lange kein Grund sein, die Zinsen anzuheben. Solange die EZB ihren aktuellen Kurs beibehält, könnte ein Vorpreschen der Schweizer Währungshüter eine geldpolitisch unerwünschte Aufwertung des Schweizer Franken bewirken.
 
 
EUR/CZK 25,43 
Zeit für die Zinswende in Tschechien? 
Im Gegensatz zu den Nachbarländern Polen und Ungarn konnte die Wirtschaft Tschechiens kein Wachstum im ersten Quartal vermelden. Immerhin schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorquartal aber auch nur um 0,3 Prozent, sodass die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal dieses Jahres wieder das Vorpandemie-Niveau erreichen könnte. Die Neuinfektionen in Tschechien sind derweil auf das Niveau vom vergangenen September zurückgefallen. Mit der Aufhebung vieler pandemiebedingter Restriktionen sollte die Wirtschaft im zweiten Quartal ordentlich durchstarten. Dafür sprechen nämlich auch einige Daten, die vergangene Woche und gestern veröffentlicht wurden. Der Markit PMI der Industrie kletterte auf ein Rekordniveau bei 61,8 Punkten und schlug damit die Erwartungen von 59,0 deutlich. Die Handelsbilanz und die Daten zur Industrieproduktion im April übertrafen ebenfalls die Erwartungen, und die Arbeitslosenrate im Mai sank von 4,1 Prozent im Vormonat auf nun 3,9 Prozent.
Nicht nur die USA, auch Tschechien wird am Donnerstag Verbraucherpreisdaten veröffentlichen. Analysten vermuten, dass die Inflationsrate wie bereits im Vormonat mit 3,1 Prozent weiterhin knapp über dem oberen Ende des Toleranzbandes der Notenbank bei 3,0 Prozent liegen wird. Die Währungshüter könnten deshalb mit recht hoher Wahrscheinlichkeit bei ihrer Sitzung am 23. Juni den ersten Schritt in den Zinserhöhungszyklus wagen, dem im Herbst noch ein weiterer folgen könnte. Dies sollte im Kurs der Tschechischen Krone bereits eingepreist sein, weshalb diese sich zum Euro seit Mitte Mai in einem Seitwärtstrend befindet.
 
 
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