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Morgenkommentar
 
 
 
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren, 

die G7-Finanzminister einigen sich auf einen einheitlichen Mindeststeuersatz für multinationale Unternehmen, Ungarn überrascht mit einer starken Wirtschaftsleistung im ersten Quartal, und die Reisefreude der US-Amerikaner kehrt dank weit fortgeschrittener Impfungen schnell zurück.



G7-Staaten verabschieden Mindeststeuer   

Die Einigung der G7-Finanzminister auf einen einheitlichen Mindeststeuersatz für multinationale Unternehmen von 15 Prozent nahmen die Börsen ungerührt zur Kenntnis. Dies verwundert nicht – schließlich wird es noch einige Jahre dauern, bis die Einheitssteuer Realität wird. Bis dahin müssen etliche offene Fragen von der Bemessungsgrundlage bis zum Verbleib der Digitalsteuer geklärt und Staaten wie Irland oder Zypern überzeugt werden, die um ihren Standortvorteil fürchten. Nichtsdestotrotz ist der Vorstoß der G7 historisch und ein erster Schritt in die richtige Richtung. Insbesondere Unternehmen, die bisher besonders wenige Steuern gezahlt haben, dürften deshalb in den kommenden Jahren unter besonderer Beobachtung der Investoren stehen. Gemessen an den Durchschnitten der 2019 gezahlten Körperschaftsteuer waren dies im MSCI World die Sektoren Pharma & Bio-Tech mit circa 15 Prozent sowie Software und Halbleiter mit jeweils circa 16 Prozent. Analysten halten indes die Auswirkungen höherer Steuern auf die Gewinne der Unternehmen für begrenzt. Beispielsweise würden die von US-Präsident Joe Biden vorgesehenen Steuererhöhungen zur Finanzierung der Corona-Hilfen und der Infrastrukturprogramme die Gewinne des S&P 500 2022 ihren Schätzungen zufolge maximal um zehn Prozent mindern.

Ungarns Leitindex mit steilem Aufwärtstrend 

Ungarn überrascht mit einer starken Wirtschaftsleistung im ersten Quartal: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs um 2,0 Prozent zum Vorquartal; erwartet hatten Analysten ein geringfügiges Minus. Erstaunlicherweise trugen alle Wirtschaftsbereiche zum Wachstum bei – sogar der Dienstleistungssektor, der am meisten unter den Covid-19-bedingten Einschränkungen litt. Ungeachtet verschiedener Hindernisse wie Lieferketten- und Transportproblemen legten auch die Exporte Ungarns deutlich zu. Mit den momentan stattfinden Öffnungsschritten, den voraussichtlich bald zur Verfügung stehenden Geldern aus dem EU-Wiederaufbaufonds und möglichen weiteren fiskalpolitischen Stimuli im Vorfeld der Parlamentswahlen im kommenden Jahr könnte Ungarns BIP dieses Jahr um einen Rekordwert ansteigen. Der Leitindex der Budapester Börse hat seit seinem Tief am 20. April in einem steilen Aufwärtstrend rund 16 Prozent auf ein Allzeithoch hinzugewonnen. Die Dynamik könnte sich zwar etwas abschwächen, der BUX aber dennoch langfristig weiteres Kurspotenzial besitzen. Anleger sollten aber das Risiko zwischenzeitlich deutlicher Rücksetzer nicht vernachlässigen.

US-Fluglinien heben wieder ab 

Die Reisefreude der US-Amerikaner kehrt dank weit fortgeschrittener Impfungen schnell zurück. Hiervon profitieren vor allem auch die Fluglinien: Die Zahl der Passagiere lag in der letzten Mai-Woche etwa 35 Prozent unter dem Vorkrisenstand im Jahr 2019; während der ersten Pandemie-Welle im Frühjahr 2020 betrug das Minus noch mehr als 90 Prozent. Während sich die Situation im Tourismus-Segment schon wieder annähernd normalisiert hat, liegt die Zahl der Buchungen bei Geschäftsreisen trotz eines sich beschleunigenden positiven Trends immer noch 68 Prozent unterhalb des Vorkrisenniveaus. Die Chancen stehen aber gut, dass die Passagierzahlen im Zuge eines starken Wirtschaftswachstums und der abflauenden Corona-Pandemie hier weiterhin schnell steigen. Auch die Ticketpreise haben ihren Aufwärtstrend bis zuletzt fortgesetzt; bei Urlaubsflügen ist das Niveau von 2019 schon wieder in etwa erreicht. Ich rechne daher mit einer starken Erholung der Erträge bei US-Fluglinien, was deren Kursentwicklung stützen könnte.
 
Mexiko nach den Parlamentswahlen  

Der MSCI Mexico hat gegenüber dem MSCI EM Latin America seit Anfang April rund acht Prozent verloren. Verantwortlich dafür war unter anderem die Ungewissheit über den Ausgang der Parlamentswahlen vom vergangenen Sonntag. Eine erste Schnellauszählung lässt nun den Verlust der bisherigen Zweidrittelmehrheit der Regierungskoalition JHH wahrscheinlich erscheinen. Die Umsetzung der im Vorfeld der Wahlen stark kritisierten weitreichenden Gesetzesänderungen einschließlich der Reform des für Mexiko wichtigsten Energiesektors dürften damit erschwert werden. Trotz eines im Vergleich zu anderen Märkten Lateinamerikas nicht „billigen“ Kurs-Gewinn-Verhältnisses von 14,8 traue ich dem mexikanischen Aktienmarkt zu, die Performance-Lücke der vergangenen Wochen zum lateinamerikanischen Vergleichsindex sogar kurzfristig schließen zu können. Immerhin wird im Konsens ein durchschnittliches Gewinnwachstum von 126 Prozent für 2021 sowie acht Prozent für 2022 erwartet. Die BIP-Wachstumsprognose für 2021 fällt mit plus 6,7 Prozent ebenfalls positiv aus.

Zahl des Tages: 15 

Streunende Füchse oder Wildschweine gibt es in vielen Städten. Die Millionenstadt Kunming im Südwesten Chinas hat ein ganz anderes Problem: streunende Elefanten. Ein Trupp von 15 Dickhäutern hat sein Reservat an der Grenze zu Laos verlassen und ist rund 500 Kilometer zur Provinzmetropole gewandert. Hunderte von Polizisten und Helfern versuchen bislang vergeblich, die Ausreißer mit Mais und Ananas in eine sichere Gegend zu locken. Was die Wanderung auslöste, ist unklar – es wird spekuliert, dass sich ein unerfahrenes Leittier ganz einfach verlaufen haben könnte.
 
Ich wünsche Ihnen einen gut orientierten Tag.
 
Herzlichst

 

 
 
Unterschrift Dr. Steffen
Ihr Dirk Steffen,
Leiter Kapitalmarktstrategie
 
 
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