Sollte der Newsletter nicht richtig angezeigt werden, klicken Sie bitte hier. 
Postbank
 
15. April 2021
Märkte am Morgen
 
 
 
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren, 
dass schon wieder ein Quartal herum ist, merkt man immer recht schnell daran, dass zum einen China das BIP des vergangenen Quartals veröffentlicht (morgen Nacht) und zum anderen die Berichtssaison für etwas Schwung und Nervenkitzel an den Aktienmärkten sorgt. Die ersten Quartalsergebnisse der US-Banken überraschten positiv, sodass der Dow Jones-Index sich mit einem leichten Plus aus dem Markt verabschieden konnte. S&P500 (-0,5%) und Nasdaq-Composite (-1,0%) gaben jedoch aufgrund der gestrigen Schwäche einiger Technologiewerte ab. In Asien setzen die Leitindizes eher zurück - mit Ausnahmen wie z.B. der japanischen Indizes. Die Anleger in US-Staatsanleihen nutzten die Gelegenheit zum Wiedereinstieg in den Markt, zumal auch eine Emission 30-jähriger US-Treasuries auf gesunde Nachfrage stieß. Zehn- und dreißigjährige US-Treasuries rentieren jeweils 1,5 Basispunkte höher als gestern Morgen, und zwar bei 1,635 bzw. 2,315 Prozent. Kaum Bewegung gab es an den Währungsmärkten, wobei der US-Dollar leicht abwertete. Rohstoffe verteuern sich in der Mehrheit, und dies teilweise recht deutlich wie insbesondere die Ölpreise. Heute beschäftigen wir uns mit dem aktuellen leichten Durchhänger des US-Dollars, der Fiskalpolitik in Russland und der Notenbanksitzung in Neuseeland.
 
 
Was heute wichtig wird 
 
 
13:00 Uhr, Türkei | Zinsentscheid (Erw. unverändert 19,00 %)
 
 
14:30 Uhr, USA | Wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Woche 03. April (Erw. 700 Tsd.; Vw. 744 Tsd.)
 
 
14:30 Uhr, USA | Philadelphia Fed Business Outlook, April (Erw. 40,0 Pkt.; Vw. 51,8 Pkt.) 
 
 
14:30 Uhr, USA | Einzelhandelsumsätze, März (Erw. +5,2 % mom.; Vm. –3,0 %)
 
 
15:15 Uhr, USA | Industrieproduktion, März (Erw. +2,9 % mom.; Vm. –2,2 %)
 
 
16:00 Uhr, USA | NAHB-Wohnungsmarktindex, April (Erw. 84 Pkt.; Vm. 82 Pkt.)
 
 
16. April 2021 um 04:00 Uhr, China | BIP; Industrieproduktion, Einzelhandelsumsätze, Sachanlagen
 
 
EUR/USD 1,197 
Starke Konjunkturdaten, schwacher US-Dollar-Kurs? 
Seit Monatsbeginn befindet sich der Greenback in einem Abwärtstrend, obwohl doch die Konjunkturdaten (Nonfarm payrolls, ISM-Indizes, Inflationsdaten, siehe auch weiter unten) sowohl auf eine äußerst starke wirtschaftliche Erholung als auch auf ein steigendes Preisniveau in den USA hindeuten. Gerade diese wirtschaftliche Erholung hatte jedoch in der Vergangenheit meist steigende Kurse des Euro zur Folge. Stagnierende kurzfristige Renditen versus steigende Langfristrenditen beziehungsweise anziehende Inflationserwartungen sorgten in der Rückschau ebenfalls verlässlich für eine folgende Abwertung des US-Dollar. Sollte die Impfkampagne in Europa endlich auf Touren kommen, dürfte die Konjunktur im dritten Quartal deutlich anziehen. Mittelfristig könnten sich also dunkle Wolken über dem US-Dollar zusammenbrauen. Die gestern veröffentlichten Daten hatten eher geringe marktbewegende Relevanz. Die Industrieproduktion in der Eurozone sank im Februar um 1,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat, erwartet wurde ein stärkeres Minus von 1,3 Prozent. Damit lag sie im Februar noch um 1,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Preise für in die USA eingeführte Güter sind im März stärker gestiegen als erwartet, nämlich um 1,2 Prozent zum Vormonat (Erw. 0,9 Prozent). Im Jahresvergleich stiegen die Einfuhrpreise um 6,9 Prozent (Prognose 6,4 Prozent). Ohne Rohöl stiegen die Einfuhrpreise um 0,9 Prozent zum Vormonat (Erw. 0,4 Prozent). Auch die Ausfuhrpreise legten im Monatsvergleich deutlich stärker als erwartet zu. Der Euro handelte bis zum Nachmittag zum US-Dollar in einer engen Handelsspanne um 1,1960 herum.
 
 
EUR/RUB 90,50 
Spielräume für die Fiskalpolitik in Russland 
Der russische Staatshaushalt wies im Februar 2021 infolge der Pandemie ein Defizit von 4,2 Prozent in Relation zur Wirtschaftsleistung auf. Es befindet sich damit in etwa auf Augenhöhe mit den Fehlbeträgen in den öffentlichen Haushalten anderer Schwellenländer. Der relativ moderate Rückgang der Einnahmen um 2,6 Prozent im vergangenen Jahr ist unter anderem einer verbesserten Steuereintreibung im Zuge einer Digitalisierung der Verwaltung zu verdanken. Da die staatliche Unterstützung während der Krise eher bescheiden ausfiel, nahmen die Ausgaben nur um 3,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu. Wegen der höheren Gas- und Ölpreise dürfte das Haushaltsdefizit Russlands in den kommenden zwei Jahren im Trend zurückgehen. Gleichzeitig eröffnen die höheren Einnahmen aus den Rohstoffverkäufen Spielräume für mehr Staatsausgaben. Eigentlich sollten diese laut den ursprünglichen Plänen in diesem und im kommenden Jahr sinken. Angesichts der Proteste im Land und der bevorstehenden Wahlen könnte die Regierung von den Kürzungen aber Abstand nehmen und stattdessen die Unterstützungsleistungen für private Haushalte erhöhen sowie mehr Infrastrukturinvestitionen beschließen. Damit würde die Fiskalpolitik weniger restriktiv, was sich günstig auf das Wachstum auswirken sollte. Wir erwarten dementsprechend eine moderate Aufwertung des Russischen Rubels zum Euro, zumal die russische Notenbank die Leitzinsen in diesem Jahr erhöhen dürfte.
 
 
EUR/NZD 1,676 
Währungshüter in Neuseeland bleiben vorsichtig 
Neuseelands Zentralbank hat den Leitzins auf ihrer gestrigen Sitzung wie erwartet bei 0,25 Prozent belassen. Die Währungshüter betonten erneut ihre Bereitschaft, die Geldpolitik weiter zu lockern, nahmen diesbezüglich aber eine Präzisierung vor. War zuvor davon die Rede, „bei Bedarf den monetären Stimulus zu erhöhen“, spricht die Notenbank nun davon, „den Leitzins wenn notwendig zu senken“. Die Änderung dürfte vor allem dem Umstand geschuldet sein, dass den Währungshütern für eine geldpolitische Lockerung kaum mehr Alternativen bleiben. Denn das Anleiheankaufprogramm stößt bald an die selbstgesetzten Obergrenzen, so dass die Währungshüter bereits damit begonnen haben, die Ankäufe zurückzufahren. Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung präsentiert sich die Notenbank vorsichtiger. Danach habe sich die Konjunkturdynamik zuletzt verlangsamt und nicht wie zuvor erwartet beschleunigt. Wachstumsdämpfende Effekte könnten von Maßnahmen zur Eindämmung der Hauspreisentwicklung ausgehen. Die Regierung hat die Verantwortung zur Stabilisierung der Immobilienmarktentwicklung erst vor kurzem auf die Notenbank übertragen. Das könnte zu einem Zielkonflikt führen, wenn sich die Preisentwicklung nur durch höhere Zinsen eindämmen lässt. Aktuell spricht aber noch einiges für eine weitere Senkung der Leitzinsen in diesem Jahr. Vor diesem Hintergrund könnte der Neuseeländische Dollar gegenüber dem Euro im Jahresverlauf abwerten.
 
 
Kontakt Nach oben
Kontaktieren Sie uns per E-Mail newsletter@postbank.de
0228 5500 5500
Mo.-Sa.: 07.00 – 22.00 Uhr
So.: 08.00 – 22.00 Uhr
Wir senden Ihnen diese Nachricht, da Sie der Postbank Ihr Einverständnis gegeben haben.
 
 
 
 
 
Impressum  | Datenschutz
© 2021 Postbank – eine Niederlassung
der Deutsche Bank AG
 
 
Wichtige Hinweise
Bei diesen Informationen handelt es sich um Werbung. Die Texte genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Anlage- und Anlagestrategieempfehlungen oder Finanzanalysen.  Es besteht kein Verbot für den Ersteller oder für das für die Erstellung verantwortliche Unternehmen, vor bzw. nach Veröffentlichung dieser Unterlagen mit den entsprechenden Finanzinstrumenten zu handeln. Die in diesem Dokument enthaltenen Angaben stellen keine Anlageempfehlung, Anlageberatung oder Handlungsempfehlung dar, sondern dienen ausschließlich der Information. Die Angaben ersetzen nicht eine auf die individuellen Verhältnisse des Anlegers abgestimmte Beratung.
Allgemeine Informationen zu Finanzinstrumenten enthält die Broschüre "Basisinformation über Wertpapiere und weitere Kapitalanlagen“, die ein Kunde bei Depoteröffnung automatisch zugesandt bekommt.
Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen. Obwohl sie aus Sicht der Bank auf angemessenen Informationen beruhen, kann sich in der Zukunft herausstellen, dass sie nicht zutreffend oder nicht korrekt sind. Sofern es in diesem Dokument nicht anders gekennzeichnet ist, geben alle Meinungsaussagen die aktuelle Einschätzung der Deutsche Bank AG wieder, die sich jederzeit ändern kann. Die Deutsche Bank AG übernimmt keine Verpflichtung zur Aktualisierung der in diesem Dokument enthaltenen Informationen oder zur Inkenntnissetzung der Anleger über verfügbare aktualisierte Informationen.
Die Deutsche Bank AG unterliegt der Aufsicht der Europäischen Zentralbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.