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Postbank
 
3. März 2021
Märkte am Morgen

 

 
 
 
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren, 
manche Inflationsbefürchtungen bewahrheiten sich gerade auf das Schlimmste: Laut Daten aus NRW sind dort im Vergleich zum Vorjahresmonat die Preise für Weizen- und Altbier um acht, diejenigen für Schokolade um neun Prozent angestiegen. Selbst wenn es in den USA ähnlich erschreckende Zahlen gäbe, wäre die Fed scheinbar nicht bereit, geldpolitisch dagegen einzuschreiten. Federal-Reserve-Gouverneurin Lael Brainard sagte gestern: „Die Wirtschaft bleibt aktuell weit von unseren Zielen entfernt, sowohl in Bezug auf die Beschäftigung als auch auf die Inflation, und es wird einige Zeit dauern, um substanzielle weitere Fortschritte zu erzielen". Was die Anleihekäufe der Notenbank betrifft, so "werden die Käufe voraussichtlich mindestens in ihrem derzeitigen Tempo fortgesetzt, bis wir substanzielle weitere Fortschritte in Richtung unserer Ziele gemacht haben". Die Fed beobachte zudem die Entwicklung der Anleiherenditen sorgsam. An den Anleihemärkten rentieren in den USA die zehn- und dreißigjährigen US-Treasuries nun 1,5 tiefer bzw. 1,5 Basispunkte höher als gestern Morgen bei 1,405 bzw. 2,21 Prozent und somit ein Stück unter ihren Tageshochs. Nach uneinheitlichem Handel an den europäischen Aktienmärkten gaben die US-Leitindizes zwischen 0,5 (Dow Jones-Index) und 1,7 Prozent (Nasdaq-Composite) nach. Die Indizes in Asien und Australien steigen nach überzeugenden Daten zum BIP Australiens, und aus China, wo der Caixin-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor nur leicht gesunken ist und weiter im Expansion anzeigenden Bereich liegt, an. Der US-Dollar verlor nach anfänglichen Kursgewinnen im Tagesverlauf moderat. Rohstoffe legen hingegen in der Mehrheit zu, die Ölpreise handeln im Vorfeld des morgigen OPEC+-Treffens nahezu unverändert. Heute blicken wir auf den US-Dollar, den japanischen Yen und den brasilianischen Real.
 
 
Was heute wichtig wird 
 
 
09:55 Uhr, Deutschland | Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor, Februar (Erw. 45,9 Pkt.; Vm. 46,7 Pkt.)
 
 
10:00 Uhr, Eurozone | Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor, Februar (Erw. 44,7 Pkt.; Vm. 45,4 Pkt.)
 
 
11:00 Uhr, Eurozone | Erzeugerpreise, Januar (Erw. +1,0 % mom., –0,4 % yoy.; Vm. +0,8 %, –1,1 %) 
 
 
14:15 Uhr, USA | ADP-Beschäftigungsbericht, Februar (Erw. +170.000; Vm. –174.000)
 
 
16:00 Uhr, USA | ISM-Index Dienstleistungssektor, Februar (Erw. 58,7 Pkt.; Vm. 58,7 Pkt.)
 
 
USA | Die Fed veröffentlicht ihr Beige Book. Der Bericht offenbart einen Einblick in die Konjunktureinschätzung der Fed und ermöglicht es, die zukünftigen geldpolitischen Entscheidungen besser einzuschätzen.
 
 
UK | Der britische Finanzminister Rishi Sunak legt den Haushaltsplan vor und könnte eine Erhöhung der Körperschaftssteuer von derzeit 19 Prozent ankündigen. Darüber hinaus werden im Rahmen des Budgets auch die neuesten Wirtschafts- und Steuerprognosen des Office for Budget Responsibility veröffentlicht.
 
 
EUR/USD 1,205 
EUR testet gegenüber dem US-Dollar die Marke von 1,20 
Gestern Vormittag war die Stimmung an den Märkten zunächst eingetrübt, da in China der oberste Regulierer des Bankensektors eine Reihe von Risiken betont hatte, wie den starken Zufluss von Kapital aus dem Ausland und eine Blase im Immobiliensektor. Zudem warnte er vor Blasen an den US-amerikanischen und europäischen Finanzmärkten. Sollte dies früher oder später die chinesische Notenbank zu einer restriktiveren Geldpolitik veranlassen, könnte dies die weltweite Post-Covid-19-Erholung etwas ausbremsen. Zeitnäher blicken die Investoren weiterhin wie das Kaninchen auf die Schlange namens Renditeentwicklung der langlaufenden Staatsanleihen. Während in der Eurozone das EZB-Direktorium gefühlt im Stundentakt vor steigenden Renditen warnt, zeigten sich die Vertreter der US-Notenbank Fed bis dato entspannter, was die Renditesprünge anbelangt. Sollte sich der Spread zwischen US-Treasuries und Bunds ausweiten, so könnte dies dem US-Dollar zumindest kurzfristig Rückenwind verleihen. Rückenwind in Sturmstärke würden dem Greenback allerdings eher steigende kurzfristige Renditen verleihen. Sollte sich die Lage an den Anleihemärkten wieder beruhigen bzw. der Aufwärtstrend der Renditen bei US-Staatsanleihen gebremst werden, dann könnten mittelfristig andere Faktoren wie eine im zweiten Quartal hoffentlich erhöhte Impfquote und Lockerungen der Coronavirus-Beschränkungen in der Eurozone sowie die dank der Konjunkturhilfen deutlich ansteigende Staatsverschuldung der USA den US-Dollar unter Druck setzen. Der Euro rutschte vormittags kurz unter EUR/USD 1,20. Er konnte sich aber dann recht schnell wieder etwas erholen. 
 
 
EUR/JPY 128,7 
Gute Arbeitsmarktzahlen aus Japan 
Trotz des pandemiebedingten Notstands hat sich der japanische Arbeitsmarkt im Januar verbessert. Die Arbeitslosenquote hat sich leicht reduziert, von 3,0 Prozent im Vormonat auf 2,9 Prozent. Gleichzeitig ist die Beschäftigung zu Jahresbeginn um 0,2 Prozent gestiegen. Angesichts der zu erwartenden Konjunkturerholung dürfte sich die Zahl der offenen Stellen in diesem Jahr erhöhen, so dass auch die Arbeitslosigkeit weiter zurückgehen sollte. Das sollte dem Aufschwung in Japan weiteren Rückenwind verleihen, da die Privathaushalte dann eher bereit sein dürften, die in der Pandemie angehäuften zusätzlichen Ersparnisse für den Konsum auszugeben. Unterdessen zeichnet sich ab, dass das staatliche Defizit in Japan nicht ganz so groß ausfallen könnte wie erwartet. Die Regierung hatte im Rahmen dreier Ergänzungshaushalte zusätzliche Ausgaben in Höhe von 65 Billionen Yen vorgesehen, das entspricht 12 Prozent der Wirtschaftsleistung. Tatsächlich sind die Ausgaben im zweiten und dritten Quartal 2020 aber „nur“ um 25 Billionen Yen gestiegen. Da die staatlichen Geldtransfers an die Privathaushalte im vierten Quartal gestoppt wurden, dürften die Staatsausgaben kaum weiter gestiegen sein. Damit könnte das Defizit im Vorjahr eher bei zehn Prozent des BIP gelegen haben. Insgesamt dürfte der Konsolidierungsbedarf in diesem Jahr daher weniger groß ausfallen, was auch die Belastungen für die Konjunktur reduziert. Der Yen bewegte sich zum Euro gestern weitgehend seitwärts.   
 
 
EUR/BRL 6,875 
Nicht die Konjunktur, sondern die Politik treibt den Brasilianischen Real 
Seit Jahresbeginn hat der Brasilianische Real gegenüber dem Euro mehr als sechs Prozent abgewertet. Zuletzt wurde der Abwertungstrend durch die Entscheidung von Präsident Bolsonaro verstärkt, den CEO des staatlich kontrollierten Ölkonzerns Petrobras Ende vorvergangener Woche zu ersetzen. Denn durch das Petrobras-Debakel wurde der Eindruck erweckt, dass Präsident Bolsonaro eine interventionistischere Haltung in der Wirtschaftspolitik einnehmen könnte, was die Hoffnungen auf eine weitere Liberalisierung zunichtemachen dürfte. Allerdings billigte Präsident Bolsonaro vergangene Woche auch ein Gesetz zur Unabhängigkeit der Zentralbank und die Regierung hat den Verkauf eines Teils ihrer Anteile an dem staatlich kontrollierten Stromerzeuger Eletrobras diskutiert. Sollte sich allerdings der Eindruck einer Verschiebung weg von investorenfreundlichen Reformen und hin zu einer populistischeren Politik verstärken, könnten die lokalen Finanzmärkte erneut unter Druck geraten, selbst wenn sich das heimische und das globale Konjunkturumfeld im weiteren Jahresverlauf verbessern. Auch die Finanzpolitik könnte zu einer Belastungsprobe für Brasiliens Währung werden. Bislang debattiert die Regierung nur über eine bescheidene Ausweitung der Notstandshilfe, die etwa 0,3 Prozent des BIP ausmacht. Der Druck, diesen Stimulus auszuweiten und die Ausgabenobergrenze aufzuheben, dürfte angesichts der sinkenden Popularität des Präsidenten und der wirtschaftlichen Folgen der jüngsten Verschärfung der Sparmaßnahmen hoch bleiben. Ein solcher Schritt würde neue Bedenken hinsichtlich der Schuldentragfähigkeit aufkommen lassen und den Brasilianischen Real belasten.
 
 
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