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Postbank
 
10. Januar 2023
Märkte am Morgen
 
 
 
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren, 

irgendwie fühlt sich dieses Jahr an, als würde es schon länger andauern. Das Ausschreiben eines Datums mit 2023 statt 2022 als Jahreszahl hinten geht nunmehr leichter von Hand. Und einige Trends der ersten Handelswoche setzten sich auch gestern fort: Die Aktieninvestoren hatten an den europäischen Märkten weiterhin ihre Freude, der US-Dollar fiel auf neue Sieben-Monats-Tiefs und die US-Renditen blicken weiterhin eher gen Süden. Das Datenhighlight dieser Woche, die US-Verbraucherpreisdaten könnten diese Trends entweder bestätigen oder bremsen. Schauen wir mal.

Die Renditen der Staatsanleihen gaben in den USA leicht nach, während sie in einigen Ländern der Eurozone hingegen geringfügig anstiegen. Zweijährige Bundesanleihen rentierten am Abend bei 2,59 Prozent (+3 b.p.), zehnjährige mit 2,22 Prozent (+2 b.p.); zwei, zehn- und dreißigjährige US-Treasuries heute Morgen aktuell bei 4,21 (-4 b.p.), 3,53 (-3 b.p.) bzw. 3,65 (-4 b.p.) Prozent. In Italien rentierten die zweijährigen BTPs bei 2,99 (+0 b.p.) und die zehnjährigen bei 4,17 (-3 b.p.) Prozent.

Der Ein-Monats-Kontrakt für Erdgas an der niederländischen Börse (TTF) stieg von 69 Euro/MWh auf 75 Euro/MWh. Der an der Energiebörse EEX gehandelte Kontrakt zur Lieferung von Strom in Deutschland mit Fälligkeit in einem Jahr verteuerte sich marginal von 196 Euro/MWh auf 197 Euro/MWh.

Der erneut schwächelnde Kurs des US-Dollars und Hoffnungen auf einen deutlicher als noch vor Kurzem erwarteten Konjunkturaufschwung in China beflügelten an den Rohstoffmärkten insbesondere die Metalle. Die Ölpreise gaben zwar moderat nach, die Industriemetalle gewannen mit Ausnahme des Nickels jedoch zwischen 2,0 und 6,2 Prozent hinzu. Die Goldpreise verteidigten ihre Gewinne vom Freitag. Der US-Dollar gab in Gestalt des DXY-Index 0,5 Prozent nach und fiel damit auf ein neues Tief seit Juni 2022. Der Euro wertete zum US-Dollar bis auf 1,0761 auf, gab dann auch nur einen kleinen Teil der Gewinne wieder ab. Nach einem starken Freitag gaben der Australische Dollar, der Forint und die Tschechische Krone zum Euro gestern etwas nach.

Die Jahresanfangsrallye besonders an den europäischen Aktienmärkten setzte sich auch gestern weiter fort. An den europäischen Börsen ging es moderat bis deutlich aufwärts (mit Ausnahme des IBEX35 in Spanien). Der Dax gewann 1,25 Prozent auf 14.792 Punkte. Ein kleiner Wermutstropfen ist jedoch, dass die Futures aktuell einen schwachen Handelsstart für Dax und Co. signalisieren. Die US-Leitindizes gaben nämlich zum Tagesende nach, sodass der Dow-Jones-Index und der S&P500 sogar leicht im Minus schlossen, während sich die Nasdaq-Indizes mit moderaten Gewinnen in den Feierabend verabschiedeten. Die asiatischen Indizes handeln uneinheitlich, wobei die gestern feiertagsbedingt geschlossenen japanischen Indizes zulegen.

Heute blicken wir neben den anhaltend robusten Arbeitsmarktdaten auch in der Eurozone und den Gründen für den erneuten Rücksetzer des US-Dollars auch noch auf die neuesten Entwicklungen in zwei Nachbarländern, nämlich der Schweiz und Polen.  

 
 
Was heute wichtig wird
 
 
00.30 Uhr, Japan | Verbraucherpreise Tokio, Dezember (+4,0 % yoy.; Vm. +3,7 %)
 
 
08.00 Uhr, Norwegen | Verbraucherpreise Dezember (Erw. +6,1 % yoy.; Vm. +6,5 %)
 
 
Rumänien | Zinsentscheid der Notenbank (Erw. 7 %; Vm. 6,75 %)
 
 
 
EUR/USD 1,074
Euro überwindet die Marke von EUR/USD 1,07

Auch gestern setzte der US-Dollar bis in den Nachmittag hinein seine derzeitige Schwächephase fort. Der Euro sprang zum US-Dollar auf den höchsten Stand seit rund sieben Monaten. Der Grund: Weil am Freitagnachmittag die US-Renditen deutlicher nachgaben und gestern ihre teilweise Erholung geringer ausfiel als die der Renditen des Euroraums, verringerte sich der Zins- bzw. Renditevorsprung des US-Dollars und lieferte somit dem Euro Rückenwind. Die Tatsache, dass die europäischen Aktienleitindizes (auch aufgrund der günstigeren Energiepreise der vergangenen Tage) seit Jahresbeginn eine stärkere Performance darbieten als deren US-amerikanische Pendants, bietet ebenfalls eine gute Begründung für die Outperformance des Euros zum Greenback.

Erfreulich bleibt in der Eurozone auch die Entwicklung des Arbeitsmarktes, der sich insgesamt überraschend robust präsentiert – auch vor dem Hintergrund der anhaltenden Energiekrise und der hohen Inflation. Die Arbeitslosenquote verharrte im November nämlich auf dem Rekord-Tief-Wert des Vormonats von 6,5 Prozent. Demnach waren 10,849 Millionen Personen im Euro-Raum arbeitslos. Dies sind 2.000 weniger als im Oktober und 846.000 weniger als vor Jahresfrist. Besonders niedrig war die Arbeitslosenquote im November in Deutschland, wo sie nach den Eurostat-Kriterien bei drei Prozent lag. Die rote Laterne halten Griechenland (11,4 Prozent) und Spanien (12,4 Prozent).

Bis zu den nächsten Zinssitzungen der Fed und bis zur EZB-Zinssitzung am 1. und 2. Februar fließt noch einiges Wasser den Main hinab. Hinweise darauf, wie die Währungshüter auf die Inflationsentwicklungen und die Geldpolitik im neuen Jahr blicken, dürften sich einige Marktteilnehmer von den heutigen Äußerungen der EZB‑Vizepräsidentin Schnabel um 11.10 Uhr und insbesondere von Fed‑Gouverneur Jerome Powell um 15 Uhr erhoffen.

 
 
 
 
EUR/CHF 0,986
Schweizer Arbeitslosenquote fällt auf ein Zwei-Dekaden-Tief

Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote in der Schweiz ist im Dezember um 1,9 Prozent gesunken, was den niedrigsten Stand seit 2002 darstellt. Die Zahl der offenen Stellen ist allerdings im Monatsvergleich um 14,1 Prozent gesunken. Dies könnte den Inflationsdruck möglicherweise mittelfristig dämpfen. Die aktuelle Inflationsrate von 2,8 Prozent im Dezember (niedriger als die Markterwartung von drei Prozent) ist immer noch vergleichsweise moderat, liegt aber damit weiterhin über dem Zielbereich der Schweizerischen Nationalbank (SNB) von null bis zwei Prozent. Die schweizerische Kerninflation stieg jedoch im Jahresvergleich um zwei Prozent, während die Konsenserwartung bei 1,9 Prozent lag. Dennoch befindet sich die Schweiz mit Blick auf die deutlicheren Inflationsanstiege rund um den Globus damit weiterhin in einer komfortablen Position. Das angebrochene neue Jahr ermöglicht es den Energieversorgern jedoch, ihre Preise anzupassen, und es ist wahrscheinlich, dass sie ihre gestiegenen Einstandskosten an die Endverbraucher weitergeben.

Bei den Frühindikatoren unter den Makrodaten – wie dem PMI (Einkaufsmanagerindex) für das Verarbeitende Gewerbe – zeichnete sich im Dezember mit 54,1 Punkten gegenüber 53,9 Punkten im November ein Stimmungsanstieg ab. Erwartet worden war ein leichter Rückgang auf 53 Punkte. Die Auftragseingänge und das Einkaufsvolumen schrumpften nicht mehr so signifikant, während das Wachstum von Produktion und Beschäftigung leicht nachließ. Das viel beachtete KOF Konjunkturbarometer stieg im Dezember um drei Punkte von 89,2 auf 92,2 Punkte, was damit allerdings immer noch relativ deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt von 100 Punkten ist. Der Wert der von der SNB gehaltenen Devisenreserven ging von 944,4 Milliarden Schweizer Franken Ende Dezember 2021 auf 784 Milliarden Schweizer Franken Ende Dezember 2022 zurück (also um fast 17 Prozent), was auf mögliche Interventionen der SNB am Devisenmarkt zur Stärkung der heimischen Währung und zur Eindämmung der importierten Inflation hindeuten könnte.

Die SNB rechnet für 2022 mit einem Jahresverlust von 132 Milliarden Schweizer Franken (143 Milliarden US-Dollar). Dies wäre der höchste Verlust seit 116 Jahren. Der größte Teil davon ist darauf zurückzuführen, dass die Bewertungen ihrer großen Fremdwährungsbestände stark nachgegeben haben und der Wert der von der SNB gehaltenen Aktien und Anleihen gesunken ist – obwohl die Aufwertung des Schweizer Frankens auch deren Gegenwert in Schweizer Franken verringert hat. Infolgedessen würde die Schweizer Regierung für 2022 keine Auszahlungen von der SNB erhalten, sodass sie ihre Ausgabenpläne vermutlich etwas anpassen müsste. Die SNB-Geldpolitik, die am 23. März wieder auf dem Prüfstand steht, wird sich weiterhin auf die Preisstabilität und sicherlich nicht auf die Erträge aus den SNB-Geschäften konzentrieren. Der EUR/CHF-Kurs bewegt sich seit Jahresbeginn relativ stabil auf einem Niveau um EUR/CHF 0,9840 bis 0,99.

 
 
 
 
EUR/PLN 4,699
Polen: Zinserhöhungszyklus dürfte beendet sein

Sehr früh im Jahr, nämlich gleich am Dienstag und Mittwoch vergangener Woche, trafen sich die polnischen Währungshüter zu ihrem ersten Zwei-Tages-Meeting seit knapp drei Jahren. Erwartungsgemäß beließen sie die Leitzinsen dabei unverändert. Da dies nun bereits im vierten Monat in Folge der Fall ist, lässt sich guten Gewissens vermuten, dass der Zinserhöhungszyklus damit beendet sein dürfte. Auch das Statement im Anschluss an die Sitzung könnte dezente Hinweise darauf gegeben haben. Disinflationäre Faktoren wie eine Verlangsamung der Konjunktur in wichtigen Märkten, nachgebende Preise einiger Rohstoffe und eine Entspannung hinsichtlich der Lieferkettenproblematik wurden ebenso betont wie Unsicherheiten hinsichtlich der Pandemiesituation in China. Auch wurden eine konjunkturelle Eintrübung in Polen selbst im vierten Quartal 2022 sowie ein Rückgang der Erzeugerpreisinflation thematisiert.

Am vergangenen Donnerstag konnten sich die Notenbanker quasi gleich bestätigt fühlen. Die Inflationsrate Polens sank nämlich im Dezember von 17,5 auf 16,6 Prozent – erwartet wurden von Analysten im Durchschnitt 17,4 Prozent. Auch hier spielte der Rückgang der Preise für einige Energierohstoffe im Dezember eine Rolle. Allerdings wird in Polen im Jahresverlauf der Basiseffekt der hohen Energiepreise im vergangenen Jahr nicht so deutlich ausfallen wie in vielen anderen europäischen Ländern, da die Anti-Inflations-Schutzmaßnahmen (Steuererleichterungen für Kohle, Benzin, einige Lebensmittel etc.) bereits 2022 die Inflationsraten etwas dämpften. Ein Problem dürfte der anhaltende Aufwärtsdruck auf die Kerninflation sein. Dennoch sieht der Gouverneur der Notenbank (NBP), Adam Glapiński, die Möglichkeit, dass die NBP Ende 2023 erstmals die Leitzinsen wieder senken könnte – eine vielleicht etwas sportliche Annahme. Schließlich liegt das Inflationsziel der NBP bei 2,5 plus/minus ein Prozent.

Des Weiteren begrüßte der Gouverneur den stabilen Wechselkurs des Złoty und er verspricht sich von einer möglichen Einigung Polens mit der EU über die Auszahlung der EU-Mittel aus dem NextGenEU-Fonds weiteren Rückenwind für die polnische Währung, obgleich er höchstens einen BIP-Anschub von rund 0,4 Prozentpunkten im Jahr der Auszahlung erwartet. Seit Jahresbeginn gab der Złoty leicht zum Euro nach und underperformte somit leicht gegenüber dem Forint und der Tschechischen Krone.

 
 
 
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