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13.02.2023
Märkte am Morgen
 
 
 
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren, 
neue Woche, neues Glück. Es mag zwar etwas langweilig klingen, aber tatsächlich bestimmten auch am Freitag erneut Inflations- und Zinssorgen die Marktstimmung. Verstärkt wurden diese Befürchtungen zur Abwechslung auch mal wieder durch steigende Ölpreise und robuste Konjunkturdaten: Die Ankündigung Russlands, wegen der von den westlichen Staaten beschlossenen Preisobergrenze für russisches Rohöl ab März die Ölförderung zu kürzen, lieferte den Ölpreisen Rückenwind, was mittelfristig wiederum anhaltend hohe Inflationsdaten zur Folge haben könnte. Zudem stieg der University of Michigan-Index auf den höchsten Wert seit einem Jahr.
 
Die Renditen der Staatsanleihen stiegen auf breiter Front an. Zweijährige Bundesanleihen rentierten am Abend bei 2,74 Prozent (+7 b.p.), zehnjährige mit 2,36 Prozent (+7 b.p.); zwei, zehn- und dreißigjährige US-Treasuries heute Morgen aktuell bei 4,53 (+1 b.p.), 3,73 (+0 b.p.) bzw. 3,81 (-1 b.p.) Prozent. Die Terminal Rate, die via Fed Funds Futures für die USA eingepreist wird, beträgt nun 5,19 Prozent.
 
Der Ein-Monats-Kontrakt für Erdgas an der niederländischen Börse (TTF) stieg geringfügig von 53 Euro/MWh auf 54 Euro/MWh. Der an der Energiebörse EEX gehandelte Kontrakt zur Lieferung von Strom in Deutschland mit Fälligkeit in einem Jahr verteuerte sich von 162 Euro/MWh auf 163.50 Euro/MWh.

Die Rohstoffmärkte entwickelten sich uneinheitlich. Die Ölpreise legten mehr als zwei Prozent zu, die Industriemetalle verbilligten sich hingegen deutlich. Die Goldpreise stabilisierten sich.
 
An den Währungsmärkten war der US-Dollar gefragt Der Euro rutschte Greenback unter die Marke von 1,07. Nach starken Arbeitsmarktdaten wertete der kanadische Dollar deutlich auf. Die vermutlich bevorstehende Nominierung Uedas zum neuen Notenbank-Gouverneur in Japan stützte den Yen.  
 
Die europäischen Aktienbörsen hatten am Freitag einen Tag zum Vergessen und verloren moderat bis relativ deutlich. Auch der Dax sank 1,3 Prozent auf 15.307 Punkte zu. In den USA gab es ein gemischtes Bild: Der Dow-Jones-Index und der S&P500 legten etwas zu, die Indizes der Nasdaq gaben hingegen moderat nach. Mit Ausnahme der chinesischen Festlandbörsen geht es auch in Asien eher talwärts.
 
Heute blicken wir auf die Entwicklung der Wirtschaft Großbritanniens im 4. Quartal 2022 und auf die neuen geldpolitischen Prognosen der Notenbank Australiens. Anschließend geben wir einen Ausblick auf die wichtigsten Ereignisse der neuen Woche.
 
 
Was heute wichtig wird:
 
 
08.30 Uhr, Schweiz | Verbraucherpreise, Januar (Erw. +2,9 % yoy; Vm. +2,8 %)
 
 
EUR/GBP 0,884
Britische Wirtschaft stagniert im vierten Quartal 
Die britische Wirtschaft ist vorläufigen Schätzungen zufolge im vierten Quartal 2022 knapp an einer Rezession vorbeigeschrammt. Nach einem nach unten revidierten Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 0,2 Prozent im dritten Quartal dürfte das BIP im Schlussquartal stagniert haben. Während das Wachstum von 0,3 Prozent im Baugewerbe durch den Rückgang von 0,2 Prozent im Produktionssektor ausgeglichen wurde, fiel der Output britischer Dienstleister auf ein Null-Wachstum zurück – maßgeblich bedingt durch Rückgänge in den Teilsektoren Bildung sowie Verkehr und Lagerhaltung. Auf der Ausgabenseite wurde das Wachstum der Ausgaben der privaten Haushalte (+0,1 %), der Staatsausgaben (+0,8 %) und der Bruttoanlageinvestitionen (+1,5 %) durch einen Rückgang des Außenhandels ausgeglichen. Die Exporte gingen im vierten Quartal um 1,0 Prozent zurück, während die Importe um 1,5 Prozent zulegten. Die Zahlen zeigen auch, dass die Unternehmen im letzten Quartal des Jahres ihre Lagerbestände abbauten. Im Gesamtjahr 2022 wuchs die britische Wirtschaft damit um 4,0 Prozent, nachdem 2021 noch ein BIP-Wachstum von 7,6 Prozent zu Buche stand.
 
Die monatlichen BIP-Daten des Dezembers, der von ausgedehnten Bahnstreiks und schlechtem Wetter geprägt war, zeigen einen Rückgang der Wirtschaftsleistung im Vereinigten Königreich um 0,5 Prozent, während die Analysten lediglich ein Minus von 0,3 Prozent erwartet hatten. Damit könnte die Anfang des Monats von der Bank of England gemachte Einschätzung Konturen annehmen, nach der die britische Wirtschaft im ersten Quartal des laufenden Jahres in eine flache, etwa fünf Quartale andauernde Rezession eintreten werde. Allerdings stieg die Industrieproduktion im Dezember gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent und übertraf damit die Marktschätzungen eines Rückgangs um 0,2 Prozent. Und auch bei den Unternehmensinvestitionen waren die Marktprognosen zu pessimistisch. Diese hatten für das vierte Quartal einen Rückgang von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal prognostiziert. Tatsächlich stiegen die Unternehmensinvestitionen im Schlussquartal 2022 aber um bemerkenswerte 4,8 Prozent zum Vorquartal, während die Investitionen im dritten noch um 3,2 Prozent zurückgegangen waren. Im Jahresvergleich legten die Investitionen britischer Unternehmen im vierten Quartal um stattliche 13,2 Prozent zu und erreichten damit ihr Vor-Pandemie-Niveau. Am Freitag weitete das Pfund Sterling seinen Wochengewinn gegenüber dem Euro auf 0,8 Prozent aus und ging bei 0,885 EUR/GBP aus dem Handel.
 
 
EUR/AUD 1,543
RBA sieht Kerninflation bis Mitte 2023 bei 6,25 Prozent 
Die Reserve Bank of Australia (RBA) hat in ihrer vierteljährlichen Erklärung zur Geldpolitik ihre bis Juni 2023 reichende Prognose für die Kerninflation von 5,5 Prozent deutlich auf 6,25 Prozent angehoben. Bis Ende des Jahres dürfte die Kernrate dann zwar auf 4,25 Prozent zurückgegangen sein – sie läge damit aber weiterhin deutlich über dem von den Notenbankern anvisierten Zielbereich von 2–3 Prozent. Auch deshalb stellten Australiens Währungshüter erneut klar, dass weitere Zinserhöhungen zur Eindämmung der Inflation erforderlich seien. Hinsichtlich der zugrunde liegenden Inflationsfaktoren verwies die RBA auf mehrere Modelle, die darauf hindeuten, dass der jüngste Inflationsanstieg in Australien zu 50–75 Prozent auf Angebots- und nicht auf Nachfragefaktoren zurückzuführen sei. Mit Blick auf die Auswirkungen der geldpolitischen Straffung auf den schwächelnden Immobilienmarkt verwies die RBA darauf, dass höhere Finanzierungsbedingungen auf dem Markt für Wohnimmobilien schneller zur Abkühlung führten, als dies mit Blick auf die Gesamtwirtschaft und die Inflation zu beobachten sei. In Australien haben aktuell etwa ein Drittel aller privaten Haushalte laufende Hypothekenkredite – die meisten davon mit variabler Zinsbindung. Aus diesem Grund machen sich höhere Finanzierungskosten deutlich schneller auf dem Markt für Wohnimmobilien bemerkbar.

Was das Wachstum des Bruttoinlandprodukts anbelangt, hob der RBA-Vorstand seine November-Prognosen für das laufende Jahr leicht an. Er geht mittlerweile davon aus, dass die Wirtschaft in Down Under bis Mitte 2023 um 2,3 Prozent wächst, während im November lediglich 2,0 Prozent veranschlagt waren. Zum Ende 2023 dürfte sich die Konjunktur bis auf ein BIP-Wachstum von 1,6 Prozent abkühlen, was leicht über der November-Prognose von 1,4 Prozent liegt. Für 2024 und 2025 rechnet die RBA mit einer Wachstumsstabilisierung auf ähnlichem Niveau wie Ende 2023. Die Marktreaktionen auf die erneut „hawkische“ Erklärung der RBA waren deutlich. Die am Geldmarkt eingepreiste Terminal Rate, also der erwartete maximale RBA-Leitzins, schnellte von 3,9 Prozent am Dienstag, dem Tag RBA-Leitzinserhöhung um 25 Basispunkte auf 3,35 Prozent, um fast 20 Basispunkte auf 4,1 Prozent nach oben. Das heißt, die Marktakteure gehen mittlerweile mehrheitlich davon aus, dass die RBA ihren Leitzins bis Juli/August um insgesamt 75 Basispunkte anheben wird. Entsprechend legten auch die Renditen australischer Staatsanleihen über alle Laufzeiten hinweg nochmals nach – insbesondere am kurzen Ende. Staatsschuldtitel mit zweijähriger Restlaufzeit rentieren nunmehr bei 3,4 Prozent – zehn Basispunkte höher als am Dienstag –, während die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen weniger stark auf 3,7 Prozent stieg. Der Australische Dollar konnte seinen bisherigen Wochengewinn gegenüber dem Euro am Freitag leicht ausbauen und ging mit 1,54 EUR/AUD knapp ein Prozent stärker als zu Wochenbeginn (1,56 EUR/AUD) aus dem Handel.
 
 
 
Was diese Woche wichtig wird:

Im Laufe der WocheBerichtssaison 

 
 
 
Europa: 518 Unternehmen legen Zahlen vor. Die prominentesten sind MTU Aero Engines, Norsk Hydro, Thyssenkrupp, Glencore, Kering, Heineken, Barclays, Mowi, Nestlé, Airbus, Schneider Electric, Air Liquide, Repsol, Puma, Commerzbank, Renault, Mercedes-Benz Group und Allianz.
 
 
USA: 537 kleine bis große Unternehmen berichten über das abgelaufene Quartal, unter ihnen SolarEdge, Airbnb, Marriott International, GlobalFoundries, Cisco Systems, Shopify, Kraft Heinz, Biogen, Albemarle, Zillow, Applied Materials und Deere & Company.
 
 
Asien: Aus Japan melden sich Japan Tobacco, Shimano sowie Rakuten, aus Indien Nestlé India.
 
 
Montag
 
 
Schweiz | Verbraucherpreise im Januar. Der Preisdruck dürfte leicht zugenommen haben, was die eidgenössischen Anleiherenditen anschieben könnte.
 
 
Dienstag
 
 
Japan | Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2022. Es sollte robust gewachsen sein. Der Druck auf die Bank of Japan, die Geldpolitik zu straffen, könnte steigen.
 
 
UK | Arbeitslosenquote im Dezember. Sie sollte auf dem Niveau des Vormonats verharren.
 
 
Ungarn, Polen | Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2022. Es dürfte deutlich geschrumpft sein. Der Forint und der Złoty könnten darunter leiden.
 
 
USA | Verbraucherpreise im Januar. Die Inflation sollte in Richtung 6,2 Prozent gesunken sein. Der Rückgang könnte an den Börsen mit steigen Kursen quittiert werden. Sollte die Inflation aber unerwartet hoch ausfallen, ist mit deutlichen Rückschlägen zu rechnen.
 
 
Mittwoch
 
 
UK | Verbraucherpreise im Januar. Analysten erwarten einen leichten Rückgang der Inflation auf 10,3 Prozent, was die Anleihekurse anschieben könnte.
 
 
Eurozone | Industrieproduktion im Dezember. Sie sollte merklich unter dem Niveau des Vormonats liegen, was dem Euro nicht gut bekommen könnte.
 
 
USA | Einzelhandelsumsatz im Januar. Der Konsum dürfte dynamisch angezogen haben. Anleiherenditen könnten steigen und die Aktienbewertungen stauchen.
 
 
USA | Empire State Index im Februar. Die Aktivität im Verarbeitenden Gewerbe im Bundesstaat New York droht deutlich abgenommen zu haben.
 
 
USA | Industrieproduktion im Januar. Analystenerwartungen lassen auf eine robuste Entwicklung hoffen. Starke Daten würden dem US-Dollar zugutekommen.
 
 
USA | NAHB Wohnungsmarktindex im Februar. Die Stimmung unter US-Hausbauern dürfte angesichts hoher Hypothekenzinsen im Keller bleiben.
 
 
Donnerstag
 
 
Indonesien | Zinsentscheid der Bank Indonesia. Inflation und Kernrate waren zuletzt rückläufig. Der Leitzins dürfte bei 5,75 Prozent bleiben.
 
 
USA | Produzentenpreise im Januar. Sie könnten deutlich gesunken sein, was sich positiv auf die Margen vieler Unternehmen auswirken sollte.
 
 
USA | Baugenehmigungen und Baubeginne im Januar. Zwar sollten wieder mehr Genehmigungen erteilt worden sein, allerdings dürften die hohen Zinsen auf die Nachfrage und die Baubeginne gedrückt haben.
 
 
USA | Philadelphia Fed Business Index. Die fertigende Industrie im Westen der USA könnte geschrumpft sein, was die Treasury-Kurse stützen würde.
 
 
Freitag
 
 
UK | Einzelhandelsumsatz im Januar. Analysten erwarten einen leichten Rückgang, worüber sich das Pfund Sterling wenig erfreut zeigen könnte.
 
 
USA | Conference Board Frühindikator im Januar. Er dürfte auf eine sich weiter eintrübende Konjunktur hindeuten.
 
 
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