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Postbank
 
27. August 2021
Märkte am Morgen
 
 
 
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
endlich. Nachdem sich im Laufe der Woche die Marktakteure immer mehr auf das heutige Notenbanker-Symposium fokussierten, bringen wir dies nun heute hinter uns. Dass Fed-Gouverneur Powell konkrete Aussagen zu einer erwogenen geldpolitischen Straffung macht, erscheint aber eher unwahrscheinlich. Die Mehrheit der Marktakteure dürfte damit rechnen, dass er heute eher wenig Belastbares sagen wird, um der US-Notenbank für konkretere Ankündigungen noch etwas Zeit zu geben. Gestern erneuerten jedoch die Fed-Mitglieder Kaplan und Bullard ihren Standpunkt, dass eine baldige Rückführung der Anleihekäufe angebracht sei. Um 16 Uhr redet Jerome Powell,  dann könnte es Bewegung an den Märkten geben, Die Positionen dürften allerdings wegen des Feiertags in London am Montag schon etwas reduziert worden sein. Freitag nächster Woche steht ja dann auch schon der nächste "Knüller", nämlich der US-Arbeitsmarktbericht vor einem langen US-Wochenende auf der Agenda.

An den Aktienmärkten wurden gestern Gewinne mitgenommen. In Europa ging es moderat abwärts für die Leitindizes. Die US-Pendants verloren etwas mehr als 0,5 Prozent zum Vortag. Die asiatischen Indizes handeln uneinheitlich und dabei oft wenig verändert. Die chinesischen Indizes legen diesmal zu, die japanischen setzen etwas zurück.

Nach dem deutlichen Anstieg der Renditen der langlaufenden Staatsanleihen in Europa und den USA am Vortag bewegten diese sich gestern wenig. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren nun bei minus 0,41 (+1,5 b.p.) Prozent, zehn- und dreißigjährige US-Treasuries bei 1,34 (+0,5 b.p.) bzw. 1,935 (-1,0 b.p.) Prozent. Ein geschenkter Tag an den Währungsmärkten mit einem im direkten Tagesvergleich unveränderten Kurs des US-Dollars zum Euro. Das Pfund Sterling und die Rohstoffwährungen werten etwas ab. Nach einem schwachen Tagesstart verteuerten sich die Ölpreise erneut, wenngleich nur geringfügig. Edelmetalle legen eher zu, Industriemetalle geben oft leicht nach.  
 
Heute beschäftigen wir uns mit dem Protokoll der letzten EZB-Sitzung und einem die Erwartungen verfehlenden GfK-Konsumklimaindex und blicken dann auf die Zinserhöhung in Südkorea, die im Vergleich zu den Zinsschritten der Währungshüter in Brasilien nur ein Trippelschritt gewesen ist. 
 
 
Was heute wichtig wird 
 
 
09.30 Uhr, Schweden | Bruttoinlandsprodukt, 2. Quartal (Erw. +0,8 % qoq.; Vq. +0,8 %)
 
 
14.30 Uhr, USA | Konsumentenausgaben, Juli (Erw. +0,4 % mom.; Vm. +1,0 %)
 
 
14.30 Uhr, USA | PCE Core Deflator, Juli (Erw. +0,3 % mom., +3,6 % yoy.; Vm. +0,4 % mom., +3,5 % yoy.)
 
 
16.00 Uhr, USA | Uni-Michigan-Konsumentenvertrauen, finale Daten, August (Erw. 70,9 Pkt.; erste Schätzung 70,2 Pkt., Vm. 81,2 Pkt.) 
 
 
 
EUR/USD 1,175 
Warten auf Jerome Powell 
Im Vorfeld der heute um 16 Uhr unserer Zeit erwarteten Rede des Fed-Gouverneurs Jerome Powell hielten die Investoren ihr Pulver trocken. Dabei gab es eine Reihe interessanter Meldungen, die gestern zu verarbeiten waren. Als Präludium zur kommenden EZB-Sitzung am 9. September wurde das Protokoll der Sitzung vom 22. Juli veröffentlicht. Die Währungshüter haben damals anscheinend eine intensive Debatte über ihre neue Zinsstrategie geführt. Dabei musste der ursprüngliche Vorschlag im Zuge der Diskussionen während des Treffens abgeändert werden. „Zugleich blieben ein paar Mitglieder bei ihren Einwänden, da die geänderte Formulierung ihre Bedenken nicht hinreichend adressierte“, hieß es in dem Protokoll. Die EZB hatte unter anderem ihren Zinsausblick neu formuliert. Sie will nun ihre Leitzinsen so lange auf dem aktuellen oder einem noch tieferen Niveau halten, bis die Inflation nachhaltig und eine Weile lang zwei Prozent erreicht. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann und Belgiens Notenbankchef Pierre Wunsch hatten die entsprechende Formulierung abgelehnt, da sie aus ihrer Sicht unter anderem die Niedrigzinsen zu lange vorab festschreibe.
Zwar möchte die EZB nachhaltig steigende Preise sehen; aber genau der aktuell starke Anstieg der Verbraucherpreise und der Coronavirus-Infektionszahlen drücken die Stimmung der deutschen Verbraucher stärker als gedacht. Das GfK Konsumklima für September erreichte einen Wert von minus 1,2 Punkten und somit 0,8 Punkte weniger als im August.
In den USA hat derweil die Erholung des Arbeitsmarktes in der vergangenen Woche eine kleine Pause eingelegt. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen im Wochenvergleich um 4.000 auf 353.000. Das US-Bruttoinlandsprodukt wurde für das zweite Quartal um 0,1 Prozentpunkte auf annualisiert 6,6 Prozent zum Vorquartal nach oben revidiert. Auswirkungen auf den EUR/USD-Kurs hatte all dies nicht. Der Euro zog zunächst leicht an, gab am Nachmittag aber wieder etwas nach.
 
 
 
 
EUR/KRW 1.375,76 
Nicht der letzte Zinsschritt in Südkorea 
Die südkoreanische Notenbank hat gestern ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent angehoben. Äußerungen des Zentralbank-Gouverneurs deuten darauf hin, dass die Währungshüter ihren Zinserhöhungskurs in den kommenden Monaten fortsetzen könnten. Zwar sind die Coronavirus-Neuinfektionen auch in Südkorea jüngst auf ein neues Rekordhoch geklettert, was die Regierung zur Verabschiedung neuer Beschränkungen veranlasst hat; die Impfkampagne im Land schreitet aber schnell voran – bis Ende September dürften etwa 70 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft sein. Die Regierung könnte die Corona-Maßnahmen daher schon bald wieder lockern, sodass sich der Schaden für die Wirtschaft in Grenzen halten sollte. Von der Fiskalpolitik gehen erhebliche wachstumsstützende Effekte aus; gerade erst wurde ein Ergänzungsbudget im Volumen von zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes verabschiedet.
Die Notenbank bleibt mit Blick auf die Konjunktur daher optimistisch und erwartet für 2021 ein BIP-Wachstum von vier Prozent und für 2022 von drei Prozent. Während die Inflation mit aktuell 2,6 Prozent oberhalb des Inflationsziels von zwei Prozent liegt, dürften der Notenbank vor allem auch der starke Preisanstieg am Wohnimmobilienmarkt sowie das Kreditwachstum bei privaten Haushalten Sorgen bereiten. Der gestrige Zinsschritt dürfte somit wohl nicht der letzte gewesen sein. Die Zinserhöhung hat den Südkoreanischen Won nur kurzzeitig gestützt, er gab seine Gewinne zum Euro im weiteren Tagesverlauf wieder ab.
 
 
 
 
EUR/BRL 6,174 
Zinserhöhungen bremsen brasilianische Inflation noch nicht 
Zwar gehörten die brasilianischen Währungshüter zu den ersten weltweit, die Inflationsgefahren witterten und deshalb beherzt in einen Zinserhöhungszyklus einstiegen – die Verbraucherpreise selbst marschieren dessen ungeachtet allerdings weiter aufwärts. Von 8,6 Prozent Mitte Juli über 9,0 Prozent Ende Juli stiegen sie auf 9,3 Prozent Mitte August (jeweils im Vergleich zum Vorjahr) und markierten den höchsten August-Anstieg seit 2002. 
Besonders die Zunahme der Lebensmittelpreise um 13,6 Prozent zum Vorjahresmonat dürfte Sorgenfalten auf die Stirn der Notenbanker zaubern. Mit einem Anstieg um fünf Prozent im Monatsvergleich lassen sich auch die Energiepreise nicht lumpen. Infolge der Aufhebung pandemiebedingter Beschränkungen steigen ebenfalls die Preise für Dienstleistungen und im Transportbereich schnell an. Die Inflationsrate für den Gesamtmonat August könnte nun zwar den Höhepunkt markieren – allerdings dürfte es bis weit ins Jahr 2022 hinein dauern, bis sie in die Zielspanne der Notenbank von zwei bis fünf Prozent zurückkehren wird. Der Leitzins könnte somit auf der September-Sitzung der Währungshüter erneut um 100 Basispunkte auf dann 6,25 Prozent angehoben werden und zum Jahresende bis auf 7,50 Prozent ansteigen. Der Brasilianische Real konnte sich in den vergangenen Tagen etwas von seinem in der Vorwoche erzielten Drei-Monats-Tief zum Euro erholen.
 
 
 
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