Postbank
 
15. April 2021
Morgenkommentar
 
 
 
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren, 

gestern legten die US-Banken Goldman Sachs, JPMorgan und Wells Fargo ihre Zahlen für das erste Quartal dieses Jahres vor. Alle drei konnten die Erwartungen der Analysten schlagen. Für die Gesamtstimmung an der Börse war allerdings ein Hinweis von Fed-Chef Jerome Powell, dass die Wirtschaft stärker wachsen sollte, wichtiger. Die US-Notenbank könnte das Anleihekaufprogramm in absehbarer Zeit zurückzuführen. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen stiegen auf 1,63 Prozent.



Aktien Europa: Automobilunternehmen gefragt 

Aktien europäischer Automobilunternehmen legten in den vergangenen drei Monaten rund 20 Prozentpunkte mehr zu als der Gesamtmarkt. Dies erscheint mir angesichts positiver Gewinn- und Dividendenrevisionen durchaus angemessen. Denn zudem dürften auch die Quartalsberichte trotz Lieferengpässen bei Halbleitern sowie geschlossener Autohändler in Europa insgesamt positiv ausfallen. Unternehmen aus dem Premiumsegment und mit großem Umsatz in Märkten wie China und den USA, wo sich die Nachfrage bereits deutlich erholt hat, dürften besonders überzeugen. Gleichzeitig erwarte ich optimistische Geschäftsausblicke aus der Lkw-Sparte. Die Unternehmen hatten wegen fehlender Vorprodukte im ersten Quartal zwar vielfach mit Produktionsstopps zu kämpfen, jedoch sind ihre Auftragsbücher gut gefüllt. Entsprechend könnten Autoaktien ihre Aufwärtsentwicklung fortsetzen. Angesichts der jüngsten Rally und nunmehr nicht mehr ausgesprochen günstiger Bewertungen glaube ich allerdings, dass das Momentum nachlassen wird.

Aktien UK: Steigt das politische Risiko? 

Kaum ist die Tinte unter dem Brexit-Abkommen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union getrocknet, geraten nun andere politische Entwicklungen in den Fokus der britischen Börse. Neben jüngsten Unruhen in Nordirland könnte bald der Wahlkampf in Schottland für Verunsicherung unter Anlegern sorgen. Denn ein überzeugender Sieg der Scottish National Party von First Minister Nicola Sturgeon wird Spekulationen über ein zweites Unabhängigkeitsreferendum anheizen, wenngleich dieses von London genehmigt werden müsste. Ich denke, dass dieses Szenario am Devisenmarkt zu Schwankungen führen dürfte, welche auch den Aktienmarkt bewegen könnten. Allerdings halte ich dessen Anfälligkeit für begrenzt. Die Unternehmen des FTSE 100 beziehungsweise die des FTSE 250 erwirtschaften schätzungsweise gerade einmal zwei beziehungsweise vier Prozent ihrer Umsätze in Schottland. Zudem entwickelte sich der FTSE 100 im Vorfeld des ersten Referendums 2014, bei dem sich bis zuletzt keine klare Tendenz abzeichnete, nur um zwei Prozentpunkte schlechter als der MSCI World.

Aktien USA: mögliche Inflationsgewinner 

Die Tage niedriger Inflation scheinen gezählt – zumindest, wenn man den US-Inflationserwartungen Glauben schenken mag, die aktuell auf Fünf-Jahres-Frist bei 2,68 Prozent liegen. Zum Vergleich: In den Jahren 2000 bis 2009 betrugen sie durchschnittlich rund 2,5 Prozent, in der folgenden Dekade bis 2019 lediglich 1,7 Prozent. Mit moderater Inflation als Folge wirtschaftlicher Prosperität dürften die Aktienmärkte gut zurechtkommen. Langfristig orientierte Anleger könnten aber bereits jetzt nach möglichen Inflationsgewinnern Ausschau halten; also nach Unternehmen, deren Geschäftsmodell resistenter gegenüber steigenden Preisen oder Renditen scheint als das anderer. Banken dürften ihre Ertragslage über höhere Zinsmargen sowie geringere Risikovorsorgen direkt verbessern. Aber auch großen, konjunktursensiblen Unternehmen mit entsprechender Marktmacht, robusten Geschäftsmodellen und starken Marken traue ich zu, ihre Ertragsmargen zu halten oder gar auszubauen.

Währungen: Lauf des US-Dollars vorerst gestoppt? 

Vom Jahresbeginn bis zum 31. März gewann der US-Dollar zum Euro rund fünf Prozent. Seitdem übertrafen sowohl die US-Arbeitsmarktdaten als auch wichtige Frühindikatoren wie die ISM-Einkaufsmanagerindizes der Industrie beziehungsweise der Dienstleistungen mit Multi-Jahres-Höchstständen die Vorhersagen. Auch die Inflationsrate für März war höher als erwartet. Dennoch wertete der US-Dollar gegenüber dem Euro seit Anfang April um rund 2,5 Prozent ab. Ein Grund hierfür ist die gerade wegen dieser Daten risikofreudige Stimmung an den Märkten, infolgedessen der US-Dollar weniger als „sicherer Hafen“ gefragt ist. Während in den Kurs des US-Dollar schon viel Konjunkturoptimismus eingepreist ist, dürfte die bis zum Ende dieses Quartals deutlich an Fahrt gewinnende Impfkampagne in Europa auch auf dem alten Kontinent eine robuste Erholung zur Folge haben. Zumal die europäische Exportindustrie vom Wirtschaftsaufschwung in den USA profitieren dürfte. Da sich zumindest 2021 weder in den USA noch in der Eurozone etwas am kurzfristigen Zinsniveau ändern dürfte, könnte der Euro im laufenden Quartal zum US-Dollar noch etwas zulegen.

 

 
 
US-Bankaktien mit weiterem Aufwärtspotenzial 
Die COVID-19-Pandemie hat auch im Bankensektor Spuren hinterlassen. Dabei haben US-Banken weniger stark gelitten als europäische Finanzinstitute. Auch langfristig könnten sie die Nase vorn haben – und interessante Investmentchancen bieten. Mehr dazu bei Markt & Meinung.
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Zahl des Tages: 360.000
 

Braune Zwerge sind kleine, relativ kühle Sterne, ein Mittelding zwischen Sonne und Planet. Aber auch diese unscheinbaren Objekte sind für einen Rekord gut. Die Astronomin Megan Tannock von der University of Western Ontario fand drei Braune Zwerge, die nur gut eine Stunde für eine Umdrehung benötigen. Ein Punkt am Äquator erreicht damit eine Rotationsgeschwindigkeit von rund 360.000 Stundenkilometern, das ist über 200-mal so schnell wie auf der Erde. Möglicherweise erreichen die Himmelskörper damit eine Art kosmisches Tempolimit: Höhere Geschwindigkeiten könnten sie auseinanderreißen.
 
Finden Sie heute das richtige Tempo.

Herzlichst
 
 
Unterschrift Dr. Stephan
Ihr Ulrich Stephan
Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden
 
 
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