Jetzt mehr erfahren. Sollte der Newsletter nicht richtig angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.
Postbank
 
1. Juni 2022
Morgenkommentar
 
 
 
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
die britische Regierung verabschiedet ein weiteres fiskalisches Hilfspaket, die Platinpreise zeigen sich schwankungsanfällig, und die Berichtssaison in Japan ist beendet.
 
 
 
London verabschiedet Fiskalhilfen 
Die britische Regierung hat ein weiteres fiskalisches Hilfspaket beschlossen, um die Privathaushalte angesichts stark gestiegener Lebenshaltungskosten zu entlasten. Die Maßnahmen haben ein Gesamtvolumen von 15 Milliarden Britische Pfund und sehen unter anderem einen Rabatt auf Energiezahlungen vor. Zusammen mit den bereits zuvor verabschiedeten Entlastungen für Privathaushalte belaufen sich die Hilfen auf etwa 35 Milliarden Britische Pfund oder 1,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Das britische Fiskalpaket fällt damit größer aus als in den meisten anderen Staaten – unter den großen Industrieländern Europas hat lediglich Italien in Relation zum Bruttoinlandsprodukt ein umfangreicheres Paket. Damit sollte das Risiko einer rezessiven Entwicklung in Großbritannien sinken, was den vergleichsweise zyklischen Aktienmarkt stützen dürfte. Da britische Öl- und Erdgasunternehmen zur Finanzierung des Pakets eine Sondersteuer in Höhe von 25 Prozent auf ihre dank des Energiepreisanstiegs erwirtschafteten Zusatzgewinne zahlen sollen, rate ich bei diesen Aktien zur Vorsicht.
 
 
 
 
Platinpreis schwankungsanfällig 
Die Platinpreise waren bis Anfang März um rund 25 Prozent gestiegen, gaben dann aber sämtliche Zugewinne wieder ab. Die Gründe: Zunächst preisten Marktteilnehmer einen potenziellen Ausfall von Platin aus Russland ein, das rund 30 Prozent des globalen Angebots produziert. Dann jedoch brachten der Russland-Ukraine-Krieg sowie Chinas Null-Covid-Politik die Lieferketten der Automobilindustrie abermals durcheinander. Schließlich sind Hersteller von Katalysatoren die größten Platinnachfrager. 2022 ist somit ein Angebotsüberschuss abzusehen; dies dürfte sich mittelfristig ändern. Großbritannien hat kürzlich einen Importzoll von 35 Prozent auf Platin aus Russland eingeführt. Mittelfristig könnten auch zusätzliche Sanktionen der Europäischen Union und der USA das Angebot verknappen: Zum Beispiel könnte ein Ausfuhrstopp für Maschinen und einige Verbrauchsmaterialien die russische Platinproduktion einschränken. Die globale Automobilproduktion sollte derweil wieder deutlich ansteigen, sodass bereits für 2023 ein signifikantes Angebotsdefizit bei Platin erwartet wird.
 
 
 
 
Berichtssaison Japan: gute Ergebnisse unter der Oberfläche 
Die Berichtssaison in Japan ist zu Ende. 1.571 Unternehmen des TOPIX haben Zahlen zum ersten Quartal 2022 vorgelegt. 53 Prozent der Unternehmen übertrafen die Erwartungen, 36 Prozent verfehlten sie. Auf den ersten Blick scheint die Gewinnentwicklung mit minus 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr enttäuschend. Allerdings wird das Ergebnis stark durch die Softbank Group verzerrt, die nach hohen Gewinnen 2021 nun immense Verluste erlitt. Das Gewinnwachstum der restlichen Unternehmen betrug satte 46 Prozent. Besonders die Corona-geplagten Dienstleister erholten sich mit einem Gewinnplus von 320 Prozent stark. Zudem dürfte der schwache Yen die Geschäftslage der Hersteller verbessert haben, schließlich konnten diese ihre Gewinne mit acht Prozent stärker als erwartet steigern. Das durchschnittliche Umsatzwachstum betrug neun Prozent, die Margen blieben robust. Nachdem die im ersten Jahresviertel bekanntgegebenen Aktienrückkäufe nur mittelmäßig ausfielen, ist 2022 mit neu angekündigten Programmen in Höhe von vier Billionen Yen auf Kurs, das Vor-Pandemie-Niveau zu knacken. Die umfangreichen Rückkäufe könnten das niedrige erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12,3 weiter stauchen.
 
 
 
 
Bessere Stimmungsindikatoren in China 
Chinas Verarbeitende Industrie könnte das Omikron-Tal im Mai durchschritten haben – darauf deutet der jüngste Einkaufsmanagerindex der Branche hin. Er verbesserte sich gegenüber April um 2,2 Punkte und liegt mit 49,6 Punkten noch knapp unterhalb der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Mit 51 Punkten sehen die befragten Großunternehmen im Mai bereits eine Ausweitung ihrer wirtschaftlichen Aktivität. Umfragedetails lassen eine breit angelegte Erholung der Produktion und der Auftragseingänge erkennen. Ich erwarte, dass Peking auch in den kommenden Monaten Unternehmen und Konsumenten etwa durch weitere staatliche Infrastrukturinvestitionen und Krediterleichterungen unter die Arme greift und für mehr Beschäftigung sorgen wird. Das könnte – mit einem zeitlichen Versatz von etwa drei Monaten – auch die Umsätze und Gewinnerwartungen deutscher Industrieunternehmen animieren, die rund 15 Prozent ihrer importierten Vorprodukte aus dem Reich der Mitte beziehen. An Aufträgen mangelt es nicht: Im April beklagte das deutsche Verarbeitende Gewerbe vor allem wegen Lieferengpässen wichtiger Vorprodukte und Rohstoffe einen Rekord-Auftragsstau von 4,5 Monaten. Besonders betroffen sind die Autoindustrie sowie Maschinenbauer, die mehr als ein halbes Jahr ohne neue Aufträge produzieren könnten.
 
 
 
 
Zahl des Tages: 38 
Eine Umarmung lindert Stress – aber offenbar nicht bei jedem. Die Bochumer Psychologin Gesa Berrets bat Liebespaare, sich zu umarmen, bevor sie ihre Hände in eiskaltes Wasser halten mussten. Eine Kontrollgruppe unterzog sich der Belastungsprobe ohne Umarmung. Dann maß sie den Spiegel eines Stresshormons im Blut der 38 Paare. Die Psychologin fand heraus: Nur bei den beteiligten Frauen baute die Umarmung spürbar Stress ab, bei Männern hatte sie keinen Einfluss. Ob eher soziale oder biologische Faktoren zu dieser Ungleichheit führen, ist noch unerforscht.
 
Ich wünsche Ihnen einen stressfreien Tag.
 
Herzlichst
 
 
 
Unterschrift Dr. Stephan
Ihr Ulrich Stephan
Chef-Anlagestratege Privat- und Firmenkunden
 
 
Kontakt Nach oben
Kontaktieren Sie uns per E-Mail: newsletter@postbank.de
0228 5500 5500
Mo. - Sa.: 07.00 – 22.00 Uhr
So.:  08.00 – 22.00 Uhr
Wir senden Ihnen diese Nachricht, da Sie der Postbank Ihr Einverständnis gegeben haben.
 
 
Kommentar teilen:
Facebook Youtube Twitter
 
 
 
Impressum  | Datenschutz
© 2022 Postbank – eine Niederlassung der Deutsche Bank AG
 
 
Wichtige Hinweise:

Bei diesen Informationen handelt es sich um Werbung. Die Texte genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Anlage- und Anlagestrategieempfehlungen oder Finanzanalysen.  Es besteht kein Verbot für den Ersteller oder für das für die Erstellung verantwortliche Unternehmen, vor bzw. nach Veröffentlichung dieser Unterlagen mit den entsprechenden Finanzinstrumenten zu handeln. Die in diesem Dokument enthaltenen Angaben stellen keine Anlageempfehlung, Anlageberatung oder Handlungsempfehlung dar, sondern dienen ausschließlich der Information. Die Angaben ersetzen nicht eine auf die individuellen Verhältnisse des Anlegers abgestimmte Beratung.
Allgemeine Informationen zu Finanzinstrumenten enthält die Broschüre "Basisinformation über Wertpapiere und weitere Kapitalanlagen“, die ein Kunde bei Depoteröffnung automatisch zugesandt bekommt.
Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen. Obwohl sie aus Sicht der Bank auf angemessenen Informationen beruhen, kann sich in der Zukunft herausstellen, dass sie nicht zutreffend oder nicht korrekt sind. Sofern es in diesem Dokument nicht anders gekennzeichnet ist, geben alle Meinungsaussagen die aktuelle Einschätzung der Deutsche Bank AG wieder, die sich jederzeit ändern kann. Die Deutsche Bank AG übernimmt keine Verpflichtung zur Aktualisierung der in diesem Dokument enthaltenen Informationen oder zur Inkenntnissetzung der Anleger über verfügbare aktualisierte Informationen.
Die Deutsche Bank AG unterliegt der Aufsicht der Europäischen Zentralbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.