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Postbank
 
29. Juni 2022
Morgenkommentar
 
 
 
 
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Mangel an Lkw ist derzeit groß, Hotels können auf steigende Inflationsraten sowie Kosten in der Regel schnell reagieren, und Chinas Lokalregierungen begeben Sonderanleihen für Infrastrukturprojekte.
 
 
 
Knappheiten – auch bei Lkw 
Die Nachfrage nach Lkw ist sehr konjunkturabhängig – schließlich produziert eine brummende Wirtschaft mehr Güter, die es zu transportieren gilt. Entsprechend sind Anleger besorgt, dass sich die Auftragslage für Lkw-Hersteller in naher Zukunft stark eintrüben könnte. Experten halten es jedoch für möglich, dass die Nachfrage weniger sinkt als in zurückliegenden Abschwüngen. Dies begründen sie damit, dass unter anderem wegen Produktionsunterbrechungen seit 2020 in Europa und in Nordamerika jeweils etwa 80.000 Lkw weniger verkauft wurden als der Mindestbedarf, der sich aus Austauschzyklen ergibt. Wie groß der Mangel an Trucks derzeit ist, verdeutlichen auch die Aussagen der Hersteller, dass sie trotz mehrerer Runden an Preiserhöhungen bisher kaum Auftragsstornierungen erhalten haben. Vor diesem Hintergrund könnten sich in den kommenden Wochen interessante Einstiegsmöglichkeiten ergeben, sollten Konjunktursorgen die Aktien der Branche weiter belasten. Einzelne Titel werden schon rund 30 Prozent günstiger gehandelt als im Schnitt der vergangenen 15 Jahre.
 
 
 
 
Luxushotels weiterhin gefragt 
Hotels können auf steigende Inflationsraten und Kosten schnell reagieren, da sie ihre Tarife in der Regel flexibel anpassen. Zwar dürfte die Gesamtzahl der Übernachtungen sinken, wenn sich die Kaufkraft der Gäste infolge höherer Preise verringert. Hotels der gehobenen Kategorie sind hiervon aber meist weniger betroffen, da einkommensstarke Haushalte ihre Nachfrage bei einer steigenden Inflation kaum einschränken. Die Erträge von Luxushotels werden von einem energiepreisgetriebenen Kostenanstieg dementsprechend weniger belastet als die einfacheren Hotels. Immobilienaktien aus den USA – sogenannte Real-Estate-Investment-Trusts (REITs) – mit einem Fokus auf gehobene Unterkünfte halte ich vor diesem Hintergrund für interessant. Da die Kurse der Hotel-REITS im Zuge der jüngsten allgemeinen Marktkorrektur um fast ein Viertel gesunken sind, könnte der Zeitpunkt für einen Einstieg bei entsprechender Risikobereitschaft günstig sein.
 
 
 
 
China verdreifacht Infrastrukturinvestitionen 
Chinas Lokalregierungen dürften allein im Juni Sonderanleihen für Infrastrukturprojekte von mehr als 1,5 Billionen Yuan – umgerechnet mehr als 212 Milliarden Euro – aufgelegt haben. Damit wäre das für 2022 vorgesehene Gesamtvolumen an Infrastrukturbonds von umgerechnet gut 515 Milliarden Euro bereits zur Jahresmitte annähernd erreicht – eine Verdreifachung gegenüber der ersten Jahreshälfte 2021. Peking hat die Lokalregierungen angewiesen, die zusätzlichen Finanzmittel bis Ende August komplett in konkrete Infrastrukturprojekte – wie den Ausbau des Strom- und Verkehrsnetzes – sowie in den Aufbau Erneuerbarer Energien zu investieren. So sollen landesweit Beschäftigungs- und Wachstumsimpulse gesetzt werden. Insbesondere Chinas großen Staatsunternehmen sowie deren Zulieferern und Anlagenbauern sollte dies in den kommenden Monaten volle Auftragsbücher bescheren.
 
 
 
 
Asien: Gewinnentwicklung verbessert 
Die Gewinnentwicklung asiatischer Unternehmen könnte sich im Juni verbessert haben. Darauf deutet der Anstieg der Gewinnrevisionsrate (GRR) – also des Verhältnisses der nach oben zu nach unten korrigierten Gewinnerwartungen – von 0,5 im Mai auf 0,7 im Juni, hin. Mit Werten von über 1 weisen Unternehmen aus Indonesien mit 1,8 und Thailand mit 1,2 das größte Übergewicht der nach oben korrigierten Gewinnschätzungen auf. Mit einem für die kommenden zwölf Monate erwarteten Gewinnwachstum von 46 Prozent übertreffen indonesische Unternehmen zudem das Regionsmittel um das Vierfache. Mit Blick auf die Sektoren überwiegen bei Energieunternehmen und Banken die von Analysten nach oben angepassten Gewinnerwartungen am stärksten. Das erwartete Gewinnwachstum des Energiesektors liegt mit 12,4 Prozent gut ein Fünftel über dem Durchschnitt der aufstrebenden Wirtschaftsregion Asien-Pazifik.
 
 
 
 
Zahl des Tages: 2 
Die große Supernova des Jahres 1054 war selbst tagsüber als heller Stern am Himmel zu sehen. Gesicherte Aufzeichnungen darüber sind aber nur aus Asien bekannt. Ein Team um Miroslav Filipović von der Western Sydney University glaubt nun, dass die Himmelserscheinung auch in Europa für die Nachwelt festgehalten wurde: Eine um 1054 geprägte Münze des byzantinischen Kaisers Konstantin IX. zeigt den Herrscher zwischen zwei hellen Sternen. Die beiden Gestirne könnten die Venus und die Supernova sein – das wäre eine Ehrenrettung für die europäische Astronomie des Mittelalters.
 
Ich wünsche Ihnen einen glänzenden Tag.
 
Herzlichst
 
 
 
Unterschrift Dr. Steffen
Ihr Dirk Steffen
Leiter Kapitalmarktstrategie
 
 
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