Fallstudie – Factoring

    Höchste Effizienz bei den Produkten und der Finanzierung

    Ein großes süddeutsches Familienunternehmen produziert weltweit Werkzeugmaschinen. Zum Beispiel für die Automobilindustrie, die damit besonders leistungsstarke und zugleich sparsame Motoren bauen kann. Der Mittelständler in dieser Fallstudie steht mit seinen Entwicklungen für Effizienz – und setzt daher bei der Unternehmensfinanzierung auf das effiziente Factoring.

    Fallstudie – Factoring

    „Downsizing“ heißt eines der Schlagworte in der Automobilindustrie. Gemeint ist damit unter anderem die Entwicklung immer kleinerer und leichterer Motoren. Das Ziel: die Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen bei gleichbleibender Motorleistung. Damit Aggregate diese Anforderungen erfüllen können, müssen sie effizient sein. Reibungsverluste an den Zylinderlaufflächen sind dabei möglichst weit zu minimieren. Die dafür notwendigen Beschichtungsverfahren wurden von den großen Automarken lange Zeit nur im absoluten Top-Segment eingesetzt. Nun sollte die Hightech-Beschichtungstechnologie in die Großserie gehen. Der Auftrag, dieses Projekt zu realisieren, ging an eine traditionsreiche Maschinenfabrik aus Süddeutschland. Sie hatte den Zuschlag bekommen, weil es neben den passenden Maschinen auch die dafür notwendigen Prozesse etablieren konnte. Nur so ließ sich eine wirtschaftlich optimale Gesamtlösung finden.

    Um optimierte Gesamtlösungen geht es dem Familienunternehmen auch bei der Auswahl seiner Finanzierungslösungen. So, wie dessen Maschinen für reibungslose Produktionsprozesse sorgen sollen, müssen sich die Finanzierungslösungen reibungslos in die Finanzprozesse des Mittelständlers integrieren lassen.

    Stilles Factoring im Inhouse-Verfahren

    Während bei den langfristigen Investitionen klassische Bankkredite im Vordergrund stehen, setzt das Unternehmen bei der Finanzierung seines Umlaufvermögens auch auf alternative Finanzierungsinstrumente. Dazu gehört seit 2006 für ausgewählte Debitoren das sogenannte „stille Factoring“ im Inhouse-Verfahren. Das heißt, die Forderungen werden vom Mittelständler an die Factoringgesellschaft verkauft, die Debitorenbuchhaltung und das Mahnwesen verbleiben aber im Unternehmen. Der Verkauf der Forderungen bleibt für die Debitoren unsichtbar.

    Neuer Baustein im Finanzierungs-Mix

    Mit dem Factoring wurde dem bisherigen Finanzierungs-Mix ein weiterer eigenständiger Baustein hinzugefügt. Realisiert werden solche Finanzierungslösungen stets in enger Zusammenarbeit mit dem Postbank Firmenkundenbetreuer und den Experten der PB Factoring GmbH, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Postbank. In diesem Fall galt es, dem Kundenwunsch nach einer liquiditäts- und bilanzverbessernden Finanzierungslösung zu entsprechen. „Ursprünglich ging es dabei in erster Linie um eine Verbriefung von Forderungen im Rahmen einer sogenannten ABS-Maßnahme (Asset Backed Securities)“, erinnert sich Monika Loock-Weber, Geschäftsführerin bei der PB Factoring GmbH in Bonn. Dem Factoring habe man in dem Familienunternehmen zunächst sogar eher ablehnend gegenübergestanden.

    Gute Bonität als Voraussetzung

    Tatsächlich ist der Maschinen- und Anlagenbau nicht unbedingt eine der typischen Factoring-Branchen. Das hängt vor allem mit den komplexen Zahlungszielen zusammen. 30–60–10 – so lautet die Formel bei einem Großteil der Kunden: 30 Prozent der Gesamtforderung werden als Anzahlung bei Auftragseingang fällig, 60 Prozent, wenn die Maschine oder Anlage versandfertig ist und die restlichen 10 Prozent nach Endabnahme. „Mit solchen Forderungszielen tut man sich beim Factoring eher schwer“, weiß Monika Loock-Weber. Das liege auch am erhöhten Risiko für den Factor. Denn geht beispielsweise ein Forderungsverkäufer noch in der Bauphase in die Insolvenz, kann der Factor die ausstehenden Teilzahlungen des Debitors kaum eintreiben. Voraussetzung für das Factoring ist neben guter Zahlungsfähigkeit der Debitoren deshalb insbesondere auch eine gute Bonität des Forderungsverkäufers.

    In der Finanzabteilung des Unternehmens war man zunächst skeptisch, ob sich das Factoring zu einem überschaubaren Arbeitsaufwand in die internen Prozesse integrieren lasse. „Diese Zweifel konnten wir jedoch schnell zerstreuen“, sagt Christopher Käser-Ströbel, der bei der Postbank für das Relationshipmanagement zum Familienunternehmen verantwortlich ist. Nach Abschluss des Rahmenvertrags und der Nennung der für das Factoring ausgewählten Kunden wurden zügig die IT-Schnittstellen definiert und eingerichtet sowie die buchhalterischen und bankseitigen Voraussetzungen für die Abwicklung geschaffen.

    Pluspunkt für Liquidität und Bilanz

    Das Ergebnis des Factorings ist auch aktuell noch so, wie man es sich bei dem Maschinenbauunternehmen vorgestellt hatte. Die Entwicklung des Umlaufvermögens ist geprägt durch einen weit überplanmäßigen Auftragseingang und eine damit einhergehende höhere Mittelbindung. Durch den Verkauf der Forderungen erlangt das Unternehmen zusätzliche Liquidität und damit auch einen kennzahlenverbessernden Effekt. Und das nicht allein beschränkt auf die Rechnungsstellung nach der Endabnahme, sondern auch unter Einbezug der Lieferrate. Das Factoring setzt nämlich bereits an jenem Punkt ein, an dem die Maschine oder Anlage versandfertig ist, also dann, wenn in der Regel noch 70 Prozent des Gesamtforderungsbetrages ausstehen.

    Die Factoring-Gesellschaft übernimmt das Zahlungsausfallrisiko

    Zudem übernimmt die Factoring-Gesellschaft zu 100 Prozent das Zahlungsausfallrisiko. Darüber hinaus erhält das Unternehmen seitens der Factoring-Spezialisten der Postbank für ausgewählte Debitoren im In- und Ausland eine bankmäßige Bonitätseinstufung mit definierter Risikoeinschätzung. Das entlastet das Controlling und hilft bei der Auswahl solventer Geschäftspartner.

    Bilanz optimieren, Rating verbessern

    Nicht zuletzt weiß man es in der Finanzabteilung zu schätzen, dass mit der Factoring-Gesellschaft der Postbank zusätzlich zu den bisherigen Finanzdienstleistern ein weiterer Finanzierungspartner mit einem äußerst flexibel einsetzbaren Instrumentarium an Bord ist. Das gibt zusätzliche Planungssicherheit, zum Beispiel für den Fall, dass die Geschäfte weiter anziehen und kurzfristig neue Investitionen erforderlich machen. Denn gerade dann kann eine dank des Forderungsverkaufs optimierte Bilanz für ein verbessertes Rating und damit günstigere Finanzierungskonditionen bei den klassischen Bankpartnern sorgen.

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