Mit Echt­zeit­über­wei­sun­gen
Zah­lungs­pro­zesse optimieren

Die Techniker Krankenkasse setzt beim Kundenservice auf effiziente digitale Prozesse. Ab sofort gehören im Zahlungsverkehr auch Instant Payments dazu.

In der Zentrale der Techniker Krankenkasse (TK) im Hamburger Stadtteil Barmbek wird das Thema Digitalisierung großgeschrieben. Die nach Mitgliederzahl größte deutsche Krankenkasse hat zum Beispiel gemeinsam mit IBM eine elektronische Gesundheitsakte entwickelt. Sie ermöglicht den Versicherten, wichtige Gesundheitsinformationen an einem zentralen Speicherort aufzubewahren und bei Bedarf Ärzten zugänglich zu machen. Ab 2021 muss eine solche elektronische Patientenakte (ePA) allen Versicherten in Deutschland verpflichtend zur Verfügung gestellt werden. Außerdem wird zur ebenfalls ab 2021 geplanten Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) von der TK aktuell ein Pilotprojekt mit bundesweit mehr als 900 Ärzten durchgeführt.

Seit jeher ist die TK beim Thema digitale Services führend. Schon seit März 2017 können die Versicherten der TK ihren „gelben Zettel“ per App einscannen und auf digitalem Weg an die Krankenkasse übermitteln. Genau hier setzt nun ein Projekt an, an dem in den vergangenen Monaten die Teamleiterin Bank- und Liquiditätsmanagement bei der TK Eleonore Kleuters und ihr Kollege Denis Fahlteich gemeinsam mit den Postbank Zahlungsverkehrsspezialisten Thomas Reiners und Volker Wind mit Hochdruck gearbeitet haben: die Einführung von Instant Payments im Massenzahlungsverkehr.

Instant Payments (IP), zu Deutsch Echtzeitüberweisungen, ermöglichen, im einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) innerhalb weniger Sekunden unwiderruflich Geld von einem auf das andere Konto zu überweisen. Voraussetzung dafür ist, dass sowohl die Absender- als auch die Empfängerbank „IP ready“ ist. Das ist mittlerweile bei den meisten Banken in Deutschland der Fall. Eine aktuelle Liste aller Instant-Payment-fähigen Kreditinstitute im SEPA-Raum gibt es hier.

Echtzeitüberweisungen zum Wohl der Kunden

Die Techniker Krankenkasse will das Verfahren ab dem 1. April 2020 zur tagesaktuellen Überweisung der Entgeltersatzleistungen einsetzen. Unter Entgeltersatzleistungen lassen sich alle Ansprüche auf Krankengeld, aber auch Mutterschaftsgeld und Kinderkrankengeld zusammenfassen. Bereits seit 2012 wickelt die TK die Entgeltersatzleistungen über die Postbank ab. Die Einreichung der Zahlungsdateien erfolgt bisher kurzfristig am Nachmittag des Bearbeitungstages im Rahmen einer Batch-Verarbeitung. Mit Instant Payments werden die Überweisungsbeträge noch am selben Tag gutgeschrieben – und das unabhängig vom Kreditinstitut. „Instant Payments passen bestens zu unserer Vorreiterrolle bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen, denn wir können damit unsere Prozesse noch schneller und kundenfreundlicher gestalten“, sagt Eleonore Kleuters. Das gilt umso mehr ab der Einführung der eAU. Damit kann in Zukunft der Prozess von der Bestätigung der Arbeitsunfähigkeit durch den Arzt bis zur Gutschrift des Krankengeldes auf dem Versichertenkonto in vielen Fällen noch am selben Tag durchgeführt werden. Im herkömmlichen Verfahren über den Postweg vergehen von der Krankschreibung bis zur Gutschrift bisher oft mehrere Tage.

Eingespielte Prozesse erhalten und optimieren

Das Cash-Management der TK verarbeitet im Bereich der Entgeltersatzleistungen jährlich mehr als 2 Millionen Posten. Die Übertragung der Zahlungsverkehrsdaten an die Bank erfolgt bei Instant Payments in gewohnter Weise per Sammeleinreichung über den EBICS-Standard. „Uns war es wichtig, hier auf einen bereits bestehenden Prozess aufsetzen zu können“, sagt Instant-Payments-Projektleiter Denis Fahlteich. So waren bei der TK zur Einführung lediglich technische Anpassungen nötig, nicht aber die Entwicklung völlig neuer Prozesse. Im Gegensatz zu vielen anderen Banken können bei der Postbank je Sammler mehrere Einzelpositionen bis zu einer Betragsgrenze von jeweils 15.000 Euro in einer Datei über EBICS eingereicht werden. Nach der technischen und fachlichen Überprüfung der Dateien sowie deren Weiterleitung ins Clearing werden die Zahlungen abhängig von der Dateigröße in der Regel binnen 30 Minuten bei der Empfängerbank gutgeschrieben. Zum 1. Juli 2020 wurde vom European Payment Council (EPC) die Anhebung der Betragsgrenze auf 100.000 Euro beschlossen. Verpflichtend ist diese jedoch nur für die Empfängerbank.

Mehr als Überweisungen in Sekundenschnelle

„Mit unserem Instant-Payments-Angebot haben wir unseren Geschäfts- und Firmenkunden nicht nur die Nutzungsmöglichkeit für die Echtzeitüberweisungen, sondern auch von Anfang an ausgereifte Funktionalitäten angeboten“, sagt Volker Wind, Instant-Payment-Spezialist bei der Postbank. Dazu gehört bereits in der Grundfunktionalität die Kennzeichnung von Echtzeitüberweisungen in allen elektronischen Kontoauszügen. Für jede erfolgreiche Transaktion erfolgt eine sofortige Rückmeldung im Postbank Banking & Brokerage. Ein weiterer Pluspunkt: Über EBICS eingereichte Zahlungen, die nicht als Echtzeitüberweisung ausgeführt werden können, etwa weil die Empfängerbank dies nicht akzeptiert, werden standardmäßig als herkömmliche SEPA-Überweisung ausgeführt oder auf Kundenwunsch auch zurückgenommen. Ein wichtiger Punkt auch für die Techniker Krankenkasse, denn die Gutschriften der Krankengeldzahlungen müssen natürlich weiterhin auf Konten bei Banken erfolgen können, die noch nicht „IP ready“ sind.

So funktionieren Instant Payments

1

Überweisungsvorhaben

Kunde beauftragt eine Echtzeitüberweisung

2

Überprüfung 

Die Zahlerbank überprüft ob die Ausführungsvoraussetzungen erfüllt sind und leitet die Transaktionsinformationen an das Clearinghaus weiter

3

Weiter zur Empfängerbank

Das Clearinghaus prüft und prozessiert den Zahlungsauftrag und leitet ihn an die Empfängerbank weiter 

4

Gutschriftvoraussetzungen 

Die Empfängerbank überprüft ob die Gutschriftvoraussetzungen erfüllt sind. Wenn ja teilt sie dem Clearinghaus mit dass die Zahlung abgewickelt werden kann.

5

Gutschrift Zahlungsempfänger 

Die Empfängerbank schreibt dem Zahlungsempfänger den überwiesenen Betrag gut bzw. stellt ihn zur Verfügung

6

Kontobelastung

Das Clearinghaus teilt der Zahlerbank mit, dass die Transaktion von der Empfängerbank angenommen wurde. Daraufhin belastet die Zahlerbank das Konto des Zahlenden mit dem entsprechenden Betrag

7

Zahlungsabschluss

Die Zahlerbank informiert den Zahlungsauslöser dass seine Echtzeitüberweisung erfolgreich/nicht erfolgreich war.

Instant Payments: die Vorteile auf einen Blick

  • Schnelligkeit: Der Zahlungseingang auf dem Empfängerkonto erfolgt max.10 Sekunden nach Beginn der
    Zahlungsweiterleitung an die Empfängerbank.
  • Sicherheit: Der Zahlungseingang erfolgt unwiderruflich. Die Rückmeldung an den Zahler über eine erfolgte oder abgelehnte Gutschrift durch die Empfängerbank erfolgt max. 25 Sekunden nach Transferbeginn
  • Verfügbarkeit: Echtzeitüberweisungen sind im gesamten SEPA-Raum bei teilnehmenden Banken rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr möglich.

Interessant sind die Echtzeitüberweisungen für Unternehmen vor allem dann, wenn sie daraus maßgeschneiderte Anwendungsbeispiele mit einem Mehrwert für sich ableiten können – so wie bei der Techniker Krankenkasse für Krankengeldzahlungen. „Die Mitarbeiter der Postbank haben uns von Anfang an sehr gut dabei unterstützt, unseren etablierten internen Geschäftsprozess für den Einsatz von Instant Payments zu nutzen“, sagt Eleonore Kleuters. „Die Echtzeitüberweisungen ergänzen an dieser Stelle optimal und effizient unser Cash-Management“, ergänzt Denis Fahlteich.

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