SEPA

Häufige Fragen

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Was ist SEPA?

SEPA (Single Euro Payments Area) steht für einen einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum, in dem für inländische und grenzüberschreitende Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen in Euro gemeinsame Standards und Regeln gelten.

Geschäfts- und Firmenkunden können die SEPA-Zahlverfahren europaweit zu vergleichbaren Bedingungen nutzen.

Welche Länder gehören zu SEPA?

Der SEPA-Raum besteht aus den 30 EU-Staaten, den weiteren EWR-Ländern Island, Liechtenstein und Norwegen sowie Monaco, San Marino und der Schweiz.

Wie funktioniert eine SEPA-Überweisung?

Die SEPA-Überweisung kann in unbegrenzter Höhe sowohl für Zahlungen innerhalb Deutschlands als auch für grenzüberschreitende Zahlungen in die Länder des EWR, die Schweiz und Monaco genutzt werden. Wichtig ist, dass die Überweisung in Euro erfolgt und für die Zielangaben die internationale Bankkontonummer (IBAN) sowie zunächst noch der internationale Bankcode (BIC) verwendet werden.

Grundsätzlich gibt es zwei Varianten der Auftragserteilung:

  • Die elektronische Einlieferung, z. B. per Datenfernübertragung oder Internet Banking. Die Datenfernübertragung ist im Wesentlichen für Firmen- und Geschäftskunden vorgesehen. Eine Teilnahmevereinbarung und ein Testlauf sind erforderlich.
  • Die Einreichung von Überweisungsformularen. Formulare sind im Wesentlichen für Privatkunden vorgesehen. Für SEPA-Überweisungen gibt es eigene Überweisungsformulare, welche die Banken an ihre Kunden ausgeben. Die bisherigen Formulare für Auslandsüberweisungen bleiben zunächst noch gültig sind aber nur noch für Fremdwährungszahlungen (nicht Euro) oder Zahlungen in Länder außerhalb des SEPA-Raums vorgesehen.

Wird ein Programm zur Kontoverwaltung eingesetzt, sollte geprüft werden, ob die genutzte Version bereits SEPA-fähig ist. Wenn ja, müssen Stammdaten und Empfängerlisten entsprechend angepasst werden.

Ist die EU-Standardüberweisung nicht mehr gültig?

Die Kriterien der EU-Standardüberweisung bleiben im Prinzip mittels einer SEPA-Überweisung weiterhin gültig, die EU-Standardüberweisung als solche bzw. die Auftragsart ESU für die elektronische Einreichung werden nicht mehr unterstützt. Danach gelten für grenzüberschreitende Überweisungen in die SEPA-Länder die gleichen Entgelte wie für entsprechende Inlandsüberweisungen, wenn die Überweisung auf Euro lautet und die IBAN sowie zurzeit noch der BIC angegeben sind.

Wie funktioniert die SEPA-Lastschrift?

Es gibt zwei Lastschriftverfahren: die Basislastschrift (Core) und die Firmenlastschrift (B2B).

Für beide SEPA-Lastschriftverfahren ist das Vorliegen eines gültigen Mandats erforderlich, das über die heute aus den deutschen Lastschriftverfahren bekannten Vereinbarungen (Einzugsermächtigung und Abbuchungsauftrag) hinausgeht. Damit wird der Zahlungsempfänger autorisiert, eine oder mehrere Zahlungen über ein bestimmtes Konto mittels Lastschrift einzuziehen. Gleichzeitig wird die Bank des Zahlers beauftragt, die jeweilige Zahlung zu Lasten des genannten Kontos auszuführen. Das Mandat ist derzeit ausschließlich in Papierform zu erteilen und verbleibt beim Zahlungsempfänger. Die Mandatsdaten übermittelt der Empfänger bei jedem Einzug im Datensatz an die zahlende Bank. Der Lastschriftgläubiger muss dem Lastschriftschuldner vor dem Einzug eine Information (Pre-Notification) mit dem genauen Ausführungstermin und dem Betrag zusenden. Handelt es sich um regelmäßige Einzüge, reicht auch eine einmalige Information mit einer Aufstellung der Termine und Beträge aus. Diese Ausführungstermine sind im Einzugsverfahren einzuhalten, so dass sich der Zahler bei der Kontodisposition darauf einstellen kann.

Bei einer SEPA-Basislastschrift kann der Zahler widersprechen, wenn diese nicht korrekt war (z. B. Mandat wurde nicht erteilt oder widerrufen). Innerhalb von 8 Wochen ab dem Zeitpunkt der Belastungsbuchung kann er ohne Angabe von Gründen die Erstattung des Betrages verlangen.

Die SEPA-Firmenlastschrift kann nur genutzt werden, wenn der Zahlungspflichtige ein Nichtverbraucher (z. B. Unternehmen, Gesellschaften) ist. Im Unterschied zur Basislastschrift gibt hier der Zahlungspflichtige nicht nur dem Empfänger das Mandat, sondern zusätzlich seiner Bank eine Kopie. Die Bank prüft bei Eingang der Lastschrift, ob die Daten mit dem Mandat übereinstimmen. Bei SEPA-Firmenlastschriften hat der Zahlungspflichtige deshalb kein Widerspruchsrecht.

Welche Bedeutung haben IBAN und BIC?

Die Verwendung von IBAN und BIC des Zahlungsempfängers ist Voraussetzung für die Nutzung von SEPA-Überweisungen und SEPA-Lastschriften. Die IBAN ist die internationale Bankkontonummer. Sie ersetzt für Überweisungen und Lastschriften die Kontonummer. Der BIC ist der internationale Bank-Identifizierungscode. Er wird auch SWIFT-Code genannt und ist anstelle der Bankleitzahl anzugeben.
Für Euro-Zahlungen im Inland braucht der BIC seit dem 1. Februar 2014 nicht mehr angegeben werden. Für grenzüberschreitende Euro-Zahlungen im SEPA-Raum ist die Angabe des BIC ab dem 1. Februar 2016 nicht mehr erforderlich.

Was beinhaltet der einheitliche Rechtsrahmen?

Das EU-Parlament hat eine Richtlinie für Zahlungsdienste im Binnenmarkt (Payment Services Directive) verabschiedet, die bis November 2009 von allen beteiligten Ländern in nationale Regelungen umzusetzen war. Diese Richtlinie dient der Harmonisierung der rechtlichen Rahmenbedingungen in den SEPA-Ländern. Sie regelt sowohl die Rechtsbeziehungen zwischen Zahlungsdienstleistern als auch die Beziehung zwischen Zahlungsdienstleistern und deren Kunden. So werden z. B. Haftungsregeln, Laufzeiten von Zahlungen, Informationspflichten usw. festgeschrieben.

Welche Vorteile bietet SEPA?

Im grenzüberschreitenden EUR-Zahlungsverkehr ergeben sich Preis- und Zeitvorteile bei der Ausführung von Zahlungsaufträgen, wobei durch die einheitlichen, rechtlichen Rahmenbedingungen der Sicherheitsaspekt deutlich gesteigert wird. Außerdem bietet SEPA z. B. über die neuen Lastschriftfunktionen die Möglichkeit, bestehende Angebote zu erweitern oder neue Märkte zu erschließen.

Grenzüberschreitende Zahlungsverpflichtungen können per SEPA-Überweisung bzw. SEPA-Lastschrift genauso einfach erledigt werden wie beim Inlandszahlungsverkehr.

Welche Laufzeiten gelten für SEPA Zahlungen?

Für beleglose Überweisungen gilt eine maximale Laufzeit von einem Geschäftstag bis zur Gutschrift des Zahlungsbetrages auf dem Konto des Zahlungsdienstleisters des Empfängers. Für beleghafte Zahlungen darf die Laufzeit einen Geschäftstag mehr in Anspruch nehmen.

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