Die Einliegerwohnung: Platz für alle Lebensphasen

Aus Ausgabe 1/20

Einliegerwohnungen bieten zusätzlichen Wohnraum für alle Lebensphasen. Sie können Miete einbringen und steigern den Wert der Immobilie – eine lohnenswerte Investition, wenn man ein paar Dinge beachtet.

Architektenhaus, bei dem sich später im OG zwei Zimmer abtrennen lassen
Bild Nr. 6359, Quelle: mz3 architekten ingenieure/BHW Bausparkasse

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Mit einer Einliegerwohnung sichern sich Hauseigentümer viele Nutzungsmöglichkeiten. Sie gewinnen mehr Flexibilität und schaffen Raum für neue Lebensmodelle, zum Beispiel für das Zusammenleben mit den eigenen Eltern oder den erwachsenen Kindern. Man wohnt gemeinsam unter einem Dach und muss trotzdem nicht auf Privatsphäre verzichten. Alternativ können Mieter oder Feriengäste in den Zusatzzimmern unterkommen. Im Alter kann dort eine Pflegekraft wohnen, oder die Hauseigentümer ziehen selbst in die kleinere Wohnung und vermieten das restliche Haus – zur Aufbesserung ihrer Rente.

Für Ruhe sorgen

Grundvoraussetzung für diese vielfältige Nutzung ist eine geschickte Planung. „Die Wände, Decken und Böden der Einliegerwohnung und auch die Wasserleitungen müssen ausreichend gedämmt werden, damit es trotz der Mitbewohner ruhig bleibt“, empfiehlt Thomas Mau von der BHW Bausparkasse. Rechtlich ist zu beachten, dass die Einliegerwohnung räumlich und wirtschaftlich abgeschlossen ist. Wer dort einzieht, muss selbstständig einen Haushalt führen können. Dazu ist ein Badezimmer erforderlich, eine Kochgelegenheit und ein eigener Eingang. „Separate Konten und Rechnungen erleichtern die Buchhaltung“, sagt der BHW Experte. „So lassen sich auch Kosten für die Instandhaltung oder Reparaturen steuerlich geltend machen.“ Getrennte Wasser- und Stromzähler seien ratsam.

Doppelt Fördermittel kassieren

Beim Neubau lohnt es sich, die Einliegerwohnung gleich mitzuplanen. Das kommt meist günstiger als ein nachträglicher Umbau. Fertighaushersteller bieten Häuser inklusive Einliegerwohnung ab circa 17.000 Euro Mehrkosten an. Wer auf Energieeffizienz setzt, punktet gleich doppelt: Die KfW vergibt Förderkredite von maximal 100.000 Euro pro Wohneinheit.

Vermietete Einliegerwohnung: Was Eigentümer wissen sollten

Hauseigentümer können ihr Einkommen aufbessern, indem sie ihre Einliegerwohnung vermieten. Dafür gibt es Sonderregelungen, die Vermieter besonders schützen.

Der Gesetzgeber unterstützt Hauseigentümer, die einen Teil ihres Zuhauses vermieten wollen: Der Mietvertrag für die Einliegerwohnung darf ohne Angabe von Gründen befristet und leichter als gewöhnlich gekündigt werden. Entscheidend sind zwei Voraussetzungen: Die Einliegerwohnung ist möbliert und der Mieter alleinstehend.

Keine Mietpreisbremse

Eine möblierte Einliegerwohnung unterliegt nicht der Mietpreisbremse. Außerdem können Vermieter das Mietverhältnis leicht beenden – kurzfristig und ohne Eigenbedarf anmelden zu müssen. Eine Kündigung ist bis zum Monatsende möglich, solange sie bis zum 15. des Monats beim Mieter eingegangen ist. Ist die Einliegerwohnung hingegen unmöbliert, gilt eine Kündigungsfrist von drei Monaten, die sich mit der Dauer des bisherigen Mietverhältnisses verlängert.

Schutz für Familien und Paare

Wird die möblierte Einliegerwohnung dauerhaft von einer Familie oder einem Paar bewohnt, greift der Mieterschutz, und es gilt eine Kündigungsfrist von drei Monaten. „Damit es gar nicht erst zu Konflikten kommt, sollten die Vermieter eine Hausordnung aufsetzen“, rät Thomas Mau von der BHW Bausparkasse. Darin sollten zum Beispiel Gartennutzung, Tierhaltung oder Schneeräumdienste geregelt werden. Auch eine Mitnutzung von Keller, Waschküche oder Waschmaschine sind schriftlich festzuhalten. „Separate Zähler für Wasser- und Energieversorgung können Streit bei der Nebenkostenabrechung vorbeugen“, sagt Mau. Verpflichtet sind Vermieter von Einliegerwohnungen dazu jedoch nicht. Sie können den Verbrauch auch pauschal nach Quadratmeterzahl abrechnen.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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