Steuern sparen mit dem Klimaschutzpaket

Aus Ausgabe 1/20

Auf dieses Signal haben Eigentümer von selbst bewohnten Immobilien lange gewartet! Ab 2020 zahlen sie weniger an das Finanzamt, wenn sie mit Sanierungsmaßnahmen das Klima schonen. Bis zu 40.000 Euro können Modernisierer innerhalb von drei Jahren geltend machen.

Für Klimaschützer gibt es ab 2020 kräftig Förderung vom Staat
Bild Nr. 6365, Quelle: www.co2online.de | Alois Müller/BHW Bausparkasse

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Steuerentlastungen blieben bei Immobilien bisher meist Vermietern vorbehalten. Das hat sich am 1. Januar gründlich geändert. Die Liste der Einzelmaßnahmen, die durch das Ende 2019 verabschiedete Klimaschutzprogramm 2030 steuerlich begünstigt werden, reicht vom Einbau von Wärmeschutzfenstern über moderne Heiztechnik bis hin zu Wärmedämmung von Decken oder Außenwänden. „Gefördert wird auch, wer eine Serie von Maßnahmen durchführt“, erklärt Isabell Gusinde von der BHW Bausparkasse. „Schritt für Schritt können Eigentümer so ihr altes Haus zukunftsfit machen.“

Cleverer Sanierungsfahrplan

Bei der Erstellung eines Sanierungsfahrplans hilft ein unabhängiger Energieberater, an den Kosten beteiligt sich der Staat. Eigentümer sollten sich vorab gründlich informieren. Sanierer reichen Rechnungen, die auch die fachgerechte Durchführung bestätigen, mit der jährlichen Steuererklärung ein. Hier ist das Kleingedruckte zu beachten: Das Finanzamt entlastet Steuerzahler nur bei Maßnahmen, die im jeweiligen Kalenderjahr abgeschlossen worden sind. In den ersten zwei Jahren können je bis zu sieben Prozent der Kosten geltend gemacht werden, im dritten noch sechs Prozent – zusammen 20 Prozent der Gesamtkosten von bis zu 200.000 Euro.

Gut planen, zügig starten

Das Klimaschutzpaket können Sanierer bis 2030 nutzen. „Die Steuerentlastung ist ein intelligentes Instrument zum Vorteil der Modernisierer. Zusätzlich können sie nach wie vor alle staatlichen Förderungen nutzen“, so die BHW Expertin. Laut Umweltbundesamt liegt die Sanierungsquote für Heizungen derzeit nur bei einem Prozent jährlich.

Neues Jahr – neue Förderungen und Gesetze

Zum Start in die neue Dekade hat sich in der Förderlandschaft einiges getan. Nicht nur wegen des Klimaschutzpakets, das Modernisierern erstmals Steuererleichterungen fürs Energiesparen bringt.

1. Klimaschutzprogramm. Seit Januar können Eigentümer, die in klimaschonende Ausstattung und Energietechnik investieren, einen Steuerbonus direkt beim Fiskus bekommen. Bis zu 40.000 Euro der Sanierungskosten dürfen Modernisierer im Laufe von drei Jahren absetzen, wenn sie ihre Abschreibungen jeweils mit der Einkommensteuererklärung einreichen. Wer einen zertifizierten Energieberater für die Planung hinzuzieht, bekommt vom Staat einen Teil der Beratungskosten erstattet. Steuerpflichtige müssen die Abschreibung jeweils mit der jährlichen Einkommensteuererklärung beantragen.

2. Heizung. Beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) können Hauseigentümer mit einer Austauschprämie gefördert werden. Bis zu 45 Prozent der Investitionskosten bekommt, wer seine alte Ölheizung mit einer klimafreundlicheren und effizienteren Anlage ersetzt. „Eigentümer können zum Beispiel auf eine Wärmepumpe umstellen, die die Umgebungswärme nutzbar macht und bis zu 50 Prozent der Betriebskosten spart“, erklärt Isabell Gusinde von der BHW Bausparkasse. Noch 4,8 Millionen mit Öl betriebene Heizungen warten in deutschen Kellern auf den Austausch. Betreiber von älteren Gasheizungen bekommen 40 Prozent, wenn sie modernisieren und erneuerbare Energien zu einem Anteil von mindestens 25 Prozent ergänzen.

3. Baukindergeld. Mehr als 170.000 Familien haben die staatliche Förderung für den Erwerb von Wohneigentum bislang beantragt (Stand: Ende November 2019). Der Countdown läuft: Noch bis Ende 2020 können sich Baufamilien und Käufer den Zuschuss sichern – 12.000 Euro pro Kind, verteilt über zehn Jahre. „Spätestens sechs Monate nach dem Einzug (amtliche Meldebestätigung) müssen sie den Antrag für das Baukindergeld gestellt haben“, sagt Gusinde.

4. Kaminöfen. Der Gesetzgeber will die Feinstaubbelastung deutlich reduzieren. Kaminöfen, die vor 1994 in Betrieb genommen wurden, entsprechen den Umweltauflagen nicht mehr und müssen daher bis Ende 2020 umgerüstet oder außer Betrieb genommen werden.

5. KfW-Förderung. Seit dem 24. Januar sind die Kredit- und Zuschussprogramme der KfW Förderbank deutlich erhöht. Umfassende Energiesparmaßnahmen werden durch Fördergelder unterstützt. Auch für den altersgerechten Umbau steht 2020 mehr Geld bereit: 100 Millionen Euro statt bisher 75 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr wurden die Barrieren in 63.000 Wohneinheiten reduziert, mit einem Fördervolumen von fast 400 Millionen Euro.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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