Wie verlässlich sind Makler-Exposés?

Aus Ausgabe 1/20

In Exposés informieren Makler über Verkaufsimmobilien. Doch können sich Käufer wirklich auf die Angaben verlassen? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Immobilienexposé.

Käufer sollten die Exposéangaben genau prüfen
Bild Nr. 6362, Quelle: leszekglasner, 207955918, Adobe Stock/BHW Bausparkasse

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Welche Angaben gehören ins Exposé?

Ein Exposé informiert in der Regel über Angebotspreis, Baujahr, erfolgte Modernisierungen, Grundstücks- und Wohnfläche, Lage des Objekts, Energieverbrauch und Ausstattungsmerkmale wie Böden und Heizungsanlage. Außerdem sollten professionelle Fotos und ein exakter Grundriss enthalten sein.

Kann man sich auf die Angaben verlassen?

Absolut sicher sein können Käufer nicht. Denn Makler stützen sich meist auf Informationen, die sie vom Verkäufer erhalten. Diese Angaben dürfen sie ungeprüft weitergeben und sind nicht verpflichtet, selber zu recherchieren. Sie haften somit nur bedingt für die Richtigkeit der Informationen. Vor Gericht müsste bewiesen werden, dass der Makler wusste, dass die Angaben falsch waren.

Lassen sich die Informationen überprüfen?

Ein Exposé gibt nur eine erste Orientierung. Käufer sollten die Angaben bei der Besichtigung kritisch hinterfragen und Zimmergrößen eigenhändig nachmessen. Misstrauisch sollte man bei frisch gestrichenen, aber nicht modernisierten Wohnräumen sein. Hier wurden Mängel eventuell mit Farbe vertuscht. „Ziehen Sie einen unabhängigen Sachverständigen zurate, der den Zustand der Immobilie untersucht, Bauschäden erkennt und Ihnen sagt, wie viel das Haus wirklich wert ist“, rät Krzysztof Pompa von der BHW Bausparkasse. Das stärkt die Verhandlungsposition. Erbitten Sie vom Makler neben einem Grundriss mit Maßen auch den Lage- und Bauplan des Hauses.

Welche Rolle spielt der Makler?

Käufer sollten sich darüber im Klaren sein, dass Makler in ihren Exposés die Vorzüge der Immobilie betonen und Mängeln weniger Raum geben. Fällig wird beim Kauf je nach Bundesland eine Courtage zwischen 3,57 und 7,14 Prozent des Preises.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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