Antrag auf Arbeitnehmersparzulage nur noch digital

Aus Ausgabe 1/2018

Bausparer können bis zum Jahresende ihre Förderansprüche geltend machen. Neu: Die Arbeitnehmersparzulage auf Vermögenswirksame Leistungen (VL) wird seit 2017 digital beantragt. Ohne Einwilligung zur Datenübermittlung kann der Anspruch auf die Förderung verfallen.

Bild Nr. 6219, Quelle: Verband Wohneigentum NRW e.V./BHW Bausparkasse

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Besonderes Augenmerk sollten Bausparer im Jahresendspurt der Arbeitnehmersparzulage auf VL widmen. Seit 2017 übermittelt die Bausparkasse nach Einwilligung des Sparers die Angaben elektronisch an das Bundeszentralamt für Steuern (BzS). Die Bestätigung kommt mit dem jährlichen Kontoauszug der Bausparkasse.

Keine Förderung ohne Daten

„Damit vereinfacht sich das Verfahren für den Bausparer, denn der Antrag in Papierform im Rahmen des Jahresausgleichs beim Finanzamt entfällt“, sagt Steffen Zwer von der BHW Bausparkasse. Stimmt der Sparer allerdings der Datenübertragung an das Bundeszentralamt nicht zu, kann der Anspruch laut Auskunft der Finanzbehörde Hamburg verfallen. „Die Daten für VL-Einzahlungen von 2016, die noch nicht beantragt wurden, müssen spätestens 2018 eingegangen sein“, erläutert Zwer. Für die Wohnungsbauprämie gilt: Sie kann ebenfalls rückwirkend für die letzten zwei Jahre beantragt werden.

Wohn-Riester-Konto füllen

Bausparer, die bis zu vier Prozent ihres Vorjahres-Bruttoeinkommens auf ein Wohn-Riester-Konto einzahlen, erhalten die volle Förderung. Der BHW Experte: „Bausparer beantragen sie über ihre Bausparkasse.“ Ein Dauerzulagenantrag spart dabei viel Papierkram. Insgesamt kann eine Familie mit zwei Kindern in diesem Jahr mit Wohn-Riester, der Wohnungsbauprämie und der Arbeitnehmersparzulage für VL bis zu 1.083 Euro an Förderungen einstreichen.

Gefördert ins Eigenheim

Wer bauen, kaufen oder sanieren möchte, sollte sich die vielfältigen Fördertöpfe zunutze machen. Denn mit den richtigen Anträgen können Immobiliensparer viele Euros einsparen. Die BHW Bausparkasse stellt die wichtigsten Förderungen vor.

Wohn-Riester

Über 1,7 Millionen Deutsche haben bereits einen Wohn-Riester-Vertrag. 2018 wird die Riester-Variante mit Immobiliensparen noch attraktiver. Denn die Grundzulage steigt von 154 auf 175 Euro. Die Kinderzulage bleibt gleich hoch. Sie richtet sich nach dem Geburtsjahr. Für Nachwuchs, der ab 2008 geboren wurde, erhalten Familien jährlich 300 Euro. Für ältere Kinder gibt es 185 Euro pro Jahr. Am beliebtesten bleibt die Kombination mit einem Bausparvertrag. In den zahlt der Sparer vier Prozent seines Bruttoeinkommens des jeweiligen Vorjahres ein. Änderungen müssen Immobiliensparer dabei selbst im Blick behalten. Steigt beispielsweise das Gehalt, erhöht sich auch die Einzahlungspflicht für die maximale Förderhöhe. Wer sich unsicher ist, kann einfach den Bausparberater fragen. Dieser hilft gerne weiter.

Arbeitnehmersparzulage für vermögenswirksame Leistungen auf Bausparverträge

Die Arbeitnehmersparzulage ist eine staatliche Förderung für vermögenswirksame Leistungen (VL) vom Arbeitgeber. Sie richtet sich an Arbeitnehmer und Beamte. Maximal 40 Euro an VL zahlen Arbeitgeber, abhängig von Unternehmen und Branche. Erhalten Arbeitnehmer weniger, können sie auch aus eigener Tasche Geld zusteuern, um die Höchstprämie bei der Arbeitnehmersparzulage zu erhalten. Abhängig von Verwendung und Höhe der eingezahlten Beiträge können Bausparer jährlich bis zu 43 Euro an staatlichen Zuschüssen einstreichen. Bausparer erhalten 9 Prozent staatliche Zulage auf ihre Beiträge. Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage hat, wer als Single bis zu 17.900 Euro an zu versteuerndem Einkommen im Jahr erhält. Bei Ehegatten/Lebenspartnern liegt die Einkommensgrenze doppelt so hoch.

Wichtig zu wissen: Seit 2017 gilt ein neues papierloses Antragsverfahren. Die Bausparkasse übermittelt nach Einwilligung des Bausparers die Angaben elektronisch an das Bundeszentralamt für Steuern (BzS). Die Bestätigung bekommt der Bausparer mit dem jährlichen Kontoauszug seiner Bausparkasse. Willigt der Sparer jedoch nicht in die Datenübertragung an das Bundeszentralamt ein, kann der Anspruch verfallen. Die Daten müssen spätestens im zweiten Kalenderjahr nach dem Jahr der VL-Einzahlung eingegangen sein. Dies gilt erstmals für VL-Einzahlungen 2016, die bis 2018 digital beantragt werden müssen.

Wohnungsbauprämie

Die Wohnungsbauprämie macht das Bausparen für viele Deutsche noch attraktiver. Ab dem 16. Lebensjahr hat prinzipiell jeder steuerpflichtige Immobiliensparer Anrecht auf diesen Zuschuss. Es gilt jedoch eine Einkommenshöchstgrenze. Das zu versteuernde Einkommen darf bei Singles nicht über 25.600 Euro im Jahr liegen. Bei Ehegatten sind es 51.200 Euro. Maximal 512 Euro beziehungsweise 1.024 Euro bei Paaren werden vom Staat jährlich mit 8,8 Prozent Prämie auf die Sparsumme gefördert. Im Höchstfall beträgt die Prämie also 45 Euro für Alleinstehende oder 90 Euro für Paare. Einzahlungen aus Vermögenswirksamen Leistungen, die mit der Arbeitnehmersparzulage gefördert werden, sind nicht anrechenbar. Für die Wohnungsbauprämie gilt, wie auch für die Arbeitnehmersparzulage, eine staatliche Bindefrist von sieben Jahren. Bei Bausparverträgen, die ab dem Jahr 2009 abgeschlossen wurden, ist die Gewährleistung der Prämie zudem prinzipiell an eine Verwendung für „wohnwirtschaftliche Zwecke“ gebunden; einzige Ausnahme bilden junge Sparer bis 25 Jahre. Die Wohnungsbauprämie soll damit sowohl Häuslebauer wie Käufer unterstützen. Aber auch wer für eine Sanierung oder Renovierung spart, hat Anrecht auf die Förderung. Die Wohnungsbauprämie kann für zwei Jahre rückwirkend beantragt werden. Bausparer können ihren Anspruch am Jahresende geltend machen. Der Antrag kommt mit der Post: die Bausparkasse schickt ihn jedes Jahr mit dem Kontoauszug. Also einfach ausfüllen und unterzeichnet zurücksenden.

BAFA-Förderung für Energieeffizienz

Um die Energieeffizienz im Gebäudebestand zu verbessern, hält das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Fördermittel bereit. Davon profitieren Immobiliensparer, die energetisch sanieren möchten. Bereits der erste Schritt, nämlich eine professionelle Energieberatung direkt vor Ort, wird vom BAFA mit 60 Prozent der förderfähigen Kosten unterstützt. Der Zuschuss wird an den Energieberater gezahlt, der seinen Kunden somit ein ermäßigtes Honorar in Rechnung stellen kann. Mit dem Marktanreizprogramm (MAP) für erneuerbare Energien unterstützt das BAFA Sanierer, die ihre ineffiziente Heizungsanlage austauschen oder durch den Einsatz von Solarthermieanlagen, Biomasseanlagen (zum Beispiel Pelletkessel) und Wärmepumpen modernisieren möchten. Je nach Anlage gibt es einmalige Zuschüsse zu den Installationskosten. Wichtig: Ab 2018 muss der Antrag unbedingt vor der Installation der neuen Anlage gestellt werden; rückwirkend werden keine Zuschüsse mehr gewährt. Wird das gesamte Heizsystem inklusive Heizkörper und Rohrleitungen optimiert, steht noch ein Zusatzbonus von 20 Prozent der für die Installation der neuen Anlage bewilligten MAP-Förderung bereit. Diese Sonderregelung, genannt „Heizungspaket“, ist Teil des „Anreizprogramms Energieeffizienz“ (APEE).

KfW-Förderungen für Erwerber und Modernisierer

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt Immobiliensparer auf ihrem Weg in die eigenen vier Wände mit dem Wohneigentumsprogramm. Zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse gibt es zudem für energetisches Bauen und Sanieren. Häuslebauer und Modernisierer von Bestandsimmobilien sollten sich von den eng bedruckten KfW-Merkblättern nicht abschrecken lassen. Bei der Bankberatung bekommen potenzielle Darlehensnehmer Hilfe: Noch während des laufenden Gesprächs prüft der Finanzierungsberater, ob die Voraussetzungen für eine KfW-Darlehenszusage vorliegen. Bauherren sollten wichtige Unterlagen wie Lohn- und Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate mitbringen. Ebenso nützlich sind alle Informationen über die Immobilie wie Lage, Grundstücksgröße, Wohnflächenberechnung und Grundbuchdaten. Auf dieser Basis kann der Berater auch analysieren, ob sich Fördergelder kombinieren lassen. Bausparer sollten im Beratungsgespräch unbedingt fragen, wie Fördergelder in die Finanzierung eingebunden werden können.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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