Baukindergeld clever nutzen – langfristig planen

Aus Ausgabe 3/2018

Das Gesetz ist noch nicht formell verabschiedet. Doch das neue Baukindergeld wird kommen! Junge Familien profitieren: Zehn Jahre lang erhalten sie gemäß der Regelung 1.200 Euro pro Kind und Jahr. In jedem Fall sollten sie bei ihrer Eigenheimplanung auch die steigenden Zinsen und Preise im Blick behalten.

Baukindergeld: Finanzspritze für Familien mit Eigenheimwunsch
Bild Nr. 6249, Quelle: SchwörerHaus/BHW Bausparkasse

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Wohnen drei Kinder im Haushalt, erhalten Immobilienkäufer jährlich 3.600 Euro. Nach zehn Jahren summiert sich die Förderung auf 36.000 Euro. Hinzu kommt: Mit jedem weiteren Kind steigt die Höchstgrenze für das zu versteuernde Einkommen, die der Gesetzgeber für die begünstigte Familie ansetzt.

Priorität: Tilgung

Das Baukindergeld ist also eine ordentliche Finanzspritze für Käufer. „Familien sollten das Baukindergeld konsequent für die Tilgung einsetzen“, rät Angelika Sosnowski von der BHW Bausparkasse. „Dann haben sie zum Ende der Förderlaufzeit die Schuldenlast deutlich reduziert und können die Anschlussfinanzierung tragen.“ In zehn Jahren dürften die Zinsen deutlich höher sein, dafür sollten Käufer vorbauen. In den letzten Monaten ist die Zinsentwicklung durch ein Auf und Ab gekennzeichnet.

Mehr als ein Fördertopf

Auch die Immobilienpreise könnten das Zusatzbudget vom Staat schnell aufbrauchen. Neubauten haben sich im Februar 2018 gegenüber dem Vorjahresmonat um vier Prozent verteuert, so der Immobilienverband IVD. BHW Expertin Sosnowski rät: „Baufamilien sollten sich nicht von einem einzigen Fördertopf abhängig machen und die unterschiedlichen Zuschüsse nutzen!“ So hilft ein Bausparvertrag – ebenfalls mit staatlicher Hilfe – Kapital für das eigene Haus anzusammeln. Zinsgünstige Darlehen vergibt die KfW Förderbank.

Das ist das neue Baukindergeld

Das Gesetz ist noch nicht verabschiedet, Einzelheiten sind noch in Diskussion, aber die Eckdaten stehen fest: Die Bauförderung für Familien mit Kindern wird kommen. Laut Gesetzgeber soll sie rückwirkend zum 01.01.2018 ausgezahlt werden.

1. Das neue Baukindergeld über einen Zeitraum von zehn Jahren kann erhalten, wer zum ersten Mal eine Immobilie baut oder kauft.

2. Jedes Jahr überweist der Staat 1.200 Euro je Kind, monatlich also 120 Euro, an die Erwerber-Familie – für zwei Kinder also jährlich 2.400 Euro, für drei Kinder 3.600 Euro. „Auch Kinder ab 18 Jahren werden berücksichtigt, sofern sie noch in der Ausbildung sind und die Eltern weiter Kindergeld erhalten“, erläutert Angelika Sosnowski von der BHW Bausparkasse.

3. Es gibt Einkommensgrenzen für den Erhalt der Förderung, die aber großzügig ausfallen. Lebt ein Kind im Haushalt, darf das zu versteuernde Jahreseinkommen 90.000 Euro nicht übersteigen. Für jedes weitere Kind wird die Grenze um 15.000 Euro erweitert. Bewertet wird der Durchschnitt der beiden letzten Kalenderjahre vor der Antragstellung.

4. Wichtig: Der Nachwuchs, für den es Baukindergeld gibt, lebt in dem geförderten Eigenheim. Dies lässt sich die Familie durch die Meldebestätigung des Einwohnermeldeamtes bescheinigen.

5. Das Baukindergeld ist kombinierbar mit anderen Töpfen, aus denen sich Eigenheim-Erwerber Unterstützung holen können, zum Beispiel mit der Bausparförderung und den zinsgünstigen Darlehen und Zuschüssen der KfW Förderbank.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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