Besser vorsorgen gegen Hochwasser und Starkregen

Aus Ausgabe 1/2019

Unwetter werden zunehmen, prognostiziert der Deutsche Wetterdienst. Hausbesitzer können sich vor Schäden schützen. Systemlösungen und schnelles Handeln verhindern Schlimmeres.

Vor Wasserschäden können sich Hauseigentümer schützen
Bild Nr. 6276, Quelle: Bernd Leitner, 52938778, Adobe Stock/BHW Bausparkasse

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Massive Starkregenfälle wie zuletzt im Mai 2018 verursachen jährlich Schäden in Millionenhöhe. Die zunehmende Flächenversiegelung verstärkt die Folgen: Die Regenmassen können nicht mehr versickern, Gewässer treten übers Ufer, die Abwassersysteme kollabieren. Überschwemmte Straßen und vollgelaufene Keller sind die Folge. Auch aufsteigendes Grundwasser kann in undichte Keller eindringen. Und bei Starkregen werden Abläufe oder Dachrinnen zu einer Gefahr.

Schwachstellen sichern

Für Hausbesitzer ist Prävention daher sehr wichtig. „Besonders Hausbesitzer in gefährdeten Regionen wie zum Beispiel den Alpen oder in der Nähe von Flüssen sind gut beraten, ihre Immobilie zu schützen“, sagt Thomas Mau von der BHW Bausparkasse. „Technische und bauliche Schutzmaßnahmen sollten vor allem Dächern, Fenstern und Kellern gelten. Diese müssen auf jeden Fall fachmännisch gesichert werden.“ Dafür gibt es unterschiedliche Systemlösungen, mobile Hochwasserschutzwände oder fest verbaute Vorrichtungen. Rückstauklappen verhindern, dass sich Wasser durch die Kanalisation in den Keller drückt. „Für Hausbesitzer ist eine Elementarschadenversicherung in jedem Fall sinnvoll“, rät BHW Experte Mau. „Damit sind sie im Schadensfall zumindest finanziell abgesichert.“

Warnung aufs Handy

Bund und Länder bieten Hochwasser- oder Warnwetter-Apps an. Beratung erhält man auch bei den Bauämtern der Kommunen. Wer gute Vorsorgemaßnahmen ergreift, kann im Ernstfall schnell reagieren und ist gut geschützt.

Mit guten Vorkehrungen gegen Flutschäden

In von Starkregen und Hochwasser gefährdeten Gebieten sind besondere Schutzmaßnahmen erforderlich. Hausbesitzer sollten hier Vorkehrungen treffen, um für sich und die Umwelt größere Schäden abzuwenden.

Folien, Bretter und ein größerer Vorrat an Sandsäcken sollten in jedem gefährdeten Haushalt vorhanden sein. Auch Pumpen für die Kellerentwässerung sowie ein Notstromaggregat und ausreichend Treibstoff dürfen nicht fehlen. Thomas Mau von der BHW Bausparkasse rät Hausbesitzern in Hochwassergebieten zur sorgfältigen Planung, um für den Ernstfall gerüstet zu sein. Mobile oder fest verbaute Maßnahmen wie zum Beispiel Flutwände bieten in Gefahrengebieten einen guten Schutz. Spezielle Hochwasser-Schutztüren sollten am besten schon beim Bau eines Hauses in diesen Regionen eingeplant werden.

Einrichtung schützen

Viele Hausbesitzer haben ihre Keller mittlerweile zu Wohn- oder Hobbyräumen ausgebaut. Entsprechend wertvoll sind die hier untergebrachten Güter und Einrichtungen. Heizungsanlagen, Heimkinos, große Gefriertruhen, teures Werkzeug – der Schaden durch Überflutung kann erheblich sein. Eine besondere Herausforderung ist der Schutz von Öltanks, die bei Beschädigung die gesamte Fläche durch Austritt von Öl verunreinigen und gefährliche Substanzen verbreiten. In bedrohten Gebieten müssen alte Öltanks seit Januar 2018 per Gesetz hochwassersicher nachgerüstet werden. Wichtig sind eine gute Verankerung an den Seiten und am Boden des Tanks sowie beispielsweise stabilisierende Stahlbänder oder Stahlstreben an der Decke. Die Installation neuer Tanks ist in Hochwassergebieten gänzlich verboten.

Gute Beratung zahlt sich aus

Geeignete Präventivmaßnahmen zum Schutz vor Überflutungen sind auch aus Sicht der Versicherer unabdingbar. Schon aus Eigeninteresse bieten sie daher Hausbesitzern individuelle Beratung. Fachbetriebe, die einschlägige Referenzen ausweisen können, kommen zur Vorort-Besichtigung und erarbeiten auf Wunsch individuelle Konzepte. Die sichere Ausstattung und das eigenen Verhalten sind dann aufeinander abzustimmen. Bund und Länder bieten Hochwasser- oder Warnwetter-Apps an, die im Ernstfall via Push-Nachricht informieren. Ein jederzeit griffbereiter Fahrplan hilft zudem, sich die wichtigsten Verhaltensregeln einzuprägen. „Wer gut vorbereitet ist und besonnen handelt, kann große Schäden abwenden“, so BHW Experte Mau. Dazu gehören auch Maßnahmen nach einer Überflutung. Denn wenn der Hauskeller unter Wasser stand, besteht die Gefahr der Schimmelbildung. Die nassen Räume müssen vollständig austrocknen können.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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