Carport oder Garage – was ist preiswerter?

Aus Ausgabe 2/2017

Rund 45 Millionen meist private Pkws fahren in Deutschland. Ihre Besitzer wünschen sich einen geschützten Stellplatz für ihr Auto. Der Bau von Garage oder Carport steigert auch den Wert einer Immobilie.

Bild Nr. 6182, Quelle: Weka Holzbau / BHW Bausparkasse

Download Bild-Datei (JPG, 1,9 MB)

Schaut man nur auf den Preis, haben Carports die Nase vorn: Mit Kosten ab 500 Euro im Selbstbau sind sie um rund 2.000 Euro billiger als Fertiggaragen. Doch preisgünstig ist ein Bau zum Schutz des Autos nur, wenn er lange hält und den Witterungseinflüssen zuverlässig trotzt. „Sowohl Carports als auch Garagen bieten ausreichend Schutz vor Sonne und Niederschlag. Aber die Garage punktet durch mehr Funktion und einen Rundum-Schutz, der auch harten Frost abhält“, so Bernd Neuborn von der BHW Bausparkasse. Für Versicherungen fällt zudem die höhere Sicherheit gegen Vandalismus und Diebstahl ins Gewicht. Der „Garagenrabatt“, der auch für Carports gilt, kann sich auf bis zu fünf Prozent belaufen. In die Gesamtrechnung fließen neben den Baukosten aber auch Öko-Aspekte ein. Fakt ist, dass Carports mehr Fläche für Outdoor-Vergnügen bieten und auch bezüglich der Bodenversiegelung Vorteile besitzen. „Mit Dachbegrünung oder einem Solardach können Hausbesitzer ihre Garage oder den Carport deutlich aufwerten und auch staatliche Förderung kassieren“, betont Neuborn. Je nach Bundesland muss vor dem Bau eine Genehmigung eingeholt werden.

Carport oder Garage?

Bauweise und technische Ausstattung von Carport und Garage wirken sich auf den Preis aus. Doch im Preisvergleich spielen Faktoren wie Nachhaltigkeit, Energie- und Ökobilanz eine gewichtige Rolle. Auch in Fragen der Förderung.

Je nach Ausführung differieren die Anschaffungskosten für einen Carport oder ei-ne Garage. Am Fundament sollte jedoch in gar keinem Fall gespart werden. Die Kosten beginnen sowohl beim Carport- wie auch beim Garagenbau mit circa 600 Euro. Die Materialien der Baukonstruktion von Carport und Garage sind ausschlaggebend für den Preis. Ein Carport aus Aluminium ist zwar in der Regel teurer als eine günstige Konstruktion aus Holz, jedoch kann der Preis bei hochwertigen Hölzern auch den eines Aluminium-Carports übersteigen. Ein weiterer Preisfaktor ist die Konstruktionsform. Innovatives Design schlägt sich oft im Preis nieder. Eine unverputzte Blechgarage, Marke Eigenbau ohne Fundament, ist schon ab 900 Euro erhältlich. Die Kosten einer Garage aus Holz liegen zwischen 1.600 Euro und 3.000 Euro.

Multitalente

Sowohl Carports als auch Garagen können neben der reinen Schutzfunktion durch zusätzliche Nutzung punkten. Eine Begrünung des Dachs oder der Seitenelemente verbessert die Ökobilanz des Grundstücks. Der Stellplatz lässt sich alternativ auch als Stromlieferant nutzen, indem man das Dach als Träger für eine Photovoltaikanlage verwendet. Ein Solar-Carport ist ab 4.000 Euro erhältlich. Wird der daraus gewonnene Strom ins Stromnetz eingespeist, können attraktive Vergünstigungen entstehen. So können Halter von Elektroautos beispielsweise hier ihre Tankstelle installieren. Eine Garage bietet zusätzlich die Möglichkeit einer Unterkellerung oder der Einrichtung eines Regenwasserspeichers. Allerdings gilt es mit geeigneten Maßnahmen zu verhindern, dass eine mangelnde Lüftung Rost- und Schimmelbildung nach sich zieht. Solche Vorkehrungen erhöhen den Preis. Bis zu 30.000 Euro und mehr kann eine unterkellerte Garage je nach Ausführung kosten. Auch als Luxusversion bleibt ein Carport die kostengünstigere Variante. Selbst mit großzügigen Ergänzungen überschreitet man nur selten die Preisgrenze von 15.000 Euro.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
Download JPG