Das eigene Blockheizkraftwerk

Aus Ausgabe 4/19

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland gerade einmal 3.025 Blockheizkraftwerke (BHKW) mit bis zu 50 Kilowatt Leistung installiert. Und das trotz vieler Pluspunkte: Sie erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme, sind energieeffizient und werden zudem finanziell gefördert.

Wohlig warm: Ein Blockheizkraftwerk spart rund ein Drittel an Energie
Bild Nr. 6343, Quelle: saulich84, 245795404, Adobe Stock/BHW Bausparkasse

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Ein BHKW spart gegenüber der konventionellen, voneinander getrennten Strom- und Wärmeerzeugung rund ein Drittel an Energie. Das Prinzip nennt sich Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Es nutzt die Abwärme der Stromerzeugung direkt für die Heizung. Das Verfahren schont die Umwelt und wird von Bund und Ländern sowie von Energieversorgern bezuschusst. Bis zu 4.375 Euro schüttet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle für die Installation einer Anlage von 20 Kilowatt Leistung aus. Zudem erhalten die Betreiber die Energiesteuer zurück und bekommen den sogenannten KWK-Zuschlag auf selbst produzierten Strom.

Blockheizkraftwerke im Kleinen

Noch wenig bekannt ist, dass die moderne Technologie auch für Einfamilienhäuser nutzbar ist. Bei Anlagen bis zu zehn Kilowatt spricht man von Mikro-BHKW. Die Anschaffung kostet ungefähr 25.000 Euro. Ob sich diese Lösung finanziell rentiert, sollten Modernisierer von einem Energieberater berechnen lassen. „Als Faustformel gilt: Je höher der eigene Energieverbrauch, desto eher lohnt sich ein Blockheizkraftwerk“, sagt Thomas Mau von der BHW Bausparkasse. „Gerade Gebäude mit einem hohen Heizbedarf profitieren von dieser umweltfreundlichen Technologie.“

Eigenverbrauch zahlt sich aus

Wer eine Anlage für ein Mehrfamilienhaus plant, sollte beachten, dass BHKW über zehn Kilowatt Leistung nicht mehr von der EEG-Umlage ausgenommen sind. Das heißt, dass man auf den selbst verbrauchten Strom eine Abgabe zahlt, aktuell 2,6 Cent pro Kilowattstunde. Anlagen von unter zehn Kilowatt sind dagegen von der Umlage befreit. In jedem Fall aber ist es finanziell deutlich lukrativer, den produzierten Strom selbst zu verbrauchen, als ihn ins öffentliche Netz einzuspeisen.

Heizkosten sparen: einfach und effektiv

Bei den Kosten für Heizung und Warmwasser lässt sich viel Geld sparen: Immerhin machen sie rund 50 Prozent der Betriebskosten aus. So fallen für eine 80 Quadratmeter große Wohnung laut Mieterbund durchschnittlich 990 Euro im Jahr an. Eigentümer oder Mieter – jeder kann schon mit wenig Aufwand seine Heizkosten senken und damit zur Verringerung des CO2-Ausstoßes beitragen.

1. Stoßlüften statt Dauerlüften

Am meisten Heizenergie lässt sich durch richtiges Lüften sparen. Wer die Fenster nicht dauerhaft auf Kipp stellt, sondern mehrmals täglich stoßlüftet, kann bis zu 170 Euro im Jahr sparen. Das gilt für Einfamilienhäuser von 110 Quadratmetern. In einer 70-m2-Wohnung lassen sich auf diese Weise immerhin bis zu 85 Euro sparen. Stoßlüften sollte man drei- bis viermal am Tag, im Herbst zehn bis fünfzehn Minuten, im Winter fünf Minuten. Die Heizkörper sollten in der Zeit abgedreht sein.

2. Raumtemperatur senken

Schon ein Grad weniger Raumtemperatur vermeidet bis zu 275 kg CO2 im Jahr und spart in Einfamilienhäusern jährlich ungefähr 80 Euro. Herkömmliche Thermostate sollten durch programmierbare ersetzt werden. Sie kosten um die 50 Euro pro Stück. „Wenn sich die Raumtemperatur exakt einstellen und auch absenken lässt, steigert das den Komfort und spart Energie“, sagt Thomas Mau von der BHW Bausparkasse. In Einzelhäusern oder Wohnungen mit Etagenheizung kann man diese Einstellungen meist direkt an der Heizungsanlage vornehmen. Im Rahmen eines hydraulischen Abgleichs gibt es für neue Thermostate sogar 30 Prozent der Investitionskosten vom Staat zurück.

3. Fenster und Türen abdichten

Wer zugige Fenster nachträglich isoliert, vermeidet etwa bei einer Gasheizung rund 230 kg CO2 im Jahr. Im Einfamilienhaus zahlt sich das mit 70 Euro jährlich aus, in einer Wohnung mit 35 Euro. Dichtungsband gibt es günstig im Baumarkt. Eine ähnliche Ersparnis entsteht übrigens durch das Entlüften der Heizkörper.

4. Heizungsrohre dämmen

Ungedämmte Heizungsrohre geben Wärme ab. Dabei geht unnötig Energie verloren. Wer sie dämmt, spart pro Meter Rohr jährlich bis zu 14 Euro. Das Dämmmaterial kostet zwischen drei und zehn Euro pro Meter und kann meist selber um die Rohre gelegt und verklebt werden. „Wenn die Heizungsrohre im unbeheizten Keller nicht gedämmt sind, sollten Mieter ihren Vermieter darauf ansprechen“, empfiehlt Mau. Schließlich verpflichtet die Energieeinsparverordnung Vermieter dazu, Rohre zu dämmen.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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