Das große Rosinenpicken – Fördertöpfe für Modernisierer

Aus Ausgabe 2/2020

Das neue Klimaschutzpaket mit steuerlichen Vorteilen, aufgestockte KfW-Mittel, eine weitgehende Kostenübernahme bei Energieberatungen – Eigentümer, die ihren Altbau energetisch auf Vordermann bringen wollen, können 2020 aus dem Vollen schöpfen. Wenn sie den Durchblick behalten ...

Das neue Klimaschutzpaket fördert Energiesparer mit Zuschüssen
Bild Nr. 6389, Quelle: Wagner Solar/BHW Bausparkasse

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Mehr als 6.000 unterschiedliche Förderungen können Besitzer von Immobilien nutzen. Um die Vielzahl von Fördertöpfen geschickt für ihr persönliches Modernisierungsprojekt zu nutzen, sollten sie Finanzexperten und Energieberater einschalten.

Intelligent integrieren

„Das Wichtigste ist, dass die Förderungen klug in die Gesamtfinanzierung eingebettet werden“, sagt Jan Ebert von der BHW Bausparkasse. Was individuell passt, hängt vom Projekt, dem Investitionsvolumen und der Höhe des Eigenkapitals ab. „Hausbesitzer können je nach Modernisierungsfall mehrere Tausend Euro sparen“, betont der Experte von BHW. Dazu summieren sich die Einsparungen bei den laufenden Betriebskosten, wenn schließlich die Fassade gedämmt ist oder die Heizung von Solarzellen unterstützt wird.

Eine Frage des Standorts

Gut gefüllte Fördertöpfe gibt es viele. Allein 500 unterschiedliche staatliche Förderungen sind auf Bundesebene abrufbar. Erst zu Beginn des Jahres hat die staatliche KfW Förderbank die Konditionen für Modernisierer noch einmal verbessert. Das Bundesamt BAFA wiederum konzentriert seine Angebote auf Eigentümer, die eine der über fünf Millionen überalterten Heizungen erneuern wollen. 5.500 weitere Fördervarianten verteilen sich auf Bundesländer und Kommunen sowie Energieversorger. Welche für einen Eigentümer verfügbar sind, richtet sich also auch danach, wo das zu modernisierende Objekt steht. Beispiel Bayern: Der Freistaat schießt mit dem Programm „EnergieBonusBayern“ bis zu 18.000 Euro für ein Einfamilienhaus zu. Die richtige Förderung zu finden – dabei helfen Finanzexperten und Energieberater.

Fördertipp: In der Kombination liegt die Kraft

Die energetische Modernisierung eines Altbaus ist ein Projekt, das solide gerechnet sein will. Das Gesamtkonzept des Hausbesitzers sollte bis zur Abtragung der kompletten Restschuld durchgeplant werden.

Beim KfW-Programm 151 Energieeffizient Sanieren können Energiesparwillige für Einzelmaßnahmen ein Darlehen von bis zu 50.000 Euro zu einem Zinssatz von 0,75 Prozent bekommen. Das ist deutlich unter Marktpreis! In den ersten ein bis zwei Jahren wird ihnen dabei nicht einmal zwingend die Tilgung ihres Kredits abverlangt. Die Zinsbindung beträgt zehn Jahre – fraglich bleibt allerdings, ob die Eigentümer bis dahin tatsächlich ihr Darlehen komplett ablösen können.

Zinssicherheit durch Bausparvertrag

Um bei einer Restschuld von vornherein auf der sicheren Seite zu sein, hat Jan Ebert von der Bausparkasse BHW eine Lösung: „Modernisierer können das KfW-Darlehen mit einem Bausparvertrag kombinieren.“ Bei der KfW nimmt der Hausbesitzer mit Sanierungswunsch ein sogenanntes endfälliges Darlehen auf, für das er regelmäßig nur Zinsen, nicht aber den Tilgungsanteil überweist. Die Tilgung besorgt ein Bausparvertrag, den er parallel abschließt. „Die Bausparsumme wird so angelegt, dass das KfW-Darlehen nach zehn Jahren vollständig abgelöst werden kann“, erläutert Ebert. Nur noch die Raten für das Bauspardarlehen sind dann zu zahlen. Der Clou: Der Zinssatz des Bauspardarlehens steht bei Vertragsschluss schon fest, was Planungssicherheit schafft. Wenn der letzte Euro an Zins und Tilgung geleistet ist, hat es der Hausbesitzer geschafft: Der Finanzierungsplan für Fassadendämmung oder Fenstererneuerung ist aufgegangen!

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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