Finanzieren für Selbstständige

Aus Ausgabe 2/2018

Auch Selbstständige und Freiberufler, die ein Eigenheim bauen oder erwerben wollen, haben Chancen auf optimale Finanzierungskonditionen. Beste Voraussetzung ist ein ausreichendes Eigenkapital.

Bausparen – Sicherheit für Selbstständige
Bild Nr. 6234, Quelle: Velux/BHW Bausparkasse

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5,5 Millionen Selbstständige und Freiberufler zählt Statista. Ihre Berufsfelder reichen von Landwirten und Gastronomen bis zu Handwerkern. Zu den Freiberuflern zählen auch Ärzte, Ingenieure und Anwälte. Gemeinsam ist allen: Kreditinstitute bewerten ihren Antrag auf eine Baufinanzierung nach den Geschäftsabschlüssen der letzten drei Kalenderjahre, nicht nach Gehaltsbescheinigungen wie bei Beamten und Angestellten.

Vorteil Eigenkapital

Oft können Selbstständige ihre Umsätze nicht exakt vorausplanen, ihre Einnahmen variieren. Für die Kreditverhandlung mit der Bank ist der Faktor Eigenkapital daher umso wichtiger. Wer zum Beispiel 40 Prozent Eigenanteil statt der üblichen 20 Prozent des Immobilienpreises einbringt, kann mit einem Zinsabschlag von 0,2 Prozentpunkten rechnen. „Auch Selbstständige können einen Bausparvertrag nutzen, um langfristig eine Reserve für ihre Investition ins Eigenheim aufzubauen“, sagt Angelika Sosnowski von der BHW Bausparkasse. „Sie haben ebenso wie Festangestellte Anspruch auf die Wohnungsbauprämie, wenn die Einkommensgrenzen nicht überschritten werden.“

Flexibel bleiben

Ein vertraglich fixiertes Recht auf Sondertilgungen erhöht die Flexibilität. Das ist besonders für Selbstständige vorteilhaft, falls diese einmal höhere Einkünfte außer der Reihe verbuchen. „Mit Sonderzahlungen können Baufinanzierer ihre Restschuld schneller senken – und so die Gesamtzinskosten reduzieren“, erläutert die BHW Expertin. Gute Aussichten auf komfortable Darlehenskonditionen haben Käufer, die Wohneigentum in sehr guten Lagen erwerben wollen. Solche Immobilien bewertet der Darlehensgeber als sichere Investition.

Checkliste Baufinanzierung für Selbständige

1. Einkünfte

Eine Immobilienfinanzierung erfordert Beständigkeit. Selbständige sollten daher immer einen finanziellen Puffer einplanen, so dass sie auch in Zeiten schwankender Einnahmen zahlungsfähig bleiben.

2. Lebenspartner

Häufig besteht die Bank bei Selbständigen auf einem zweiten Darlehensnehmer, um mögliche finanzielle Risiken auszugleichen. „Wer den Darlehensvertrag zusammen mit dem Lebenspartner abschließt, hat die Chance auf günstigere Kreditkonditionen“, erläutert Angelika Sosnowski von der BHW Bausparkasse. Banken erwarten, dass Selbständige mindestens drei Jahre auf eigenen Beinen stehen. Wenn der Partner den Darlehensvertrag mit unterzeichnet, können beide die Finanzierung gemeinsam schultern!

3. Sondertilgungen

Das kostenlose Recht auf Sondertilgungen sollte möglichst in jedem Kreditvertrag fixiert sein. Bei vielen Selbständigen schwanken die Einnahmen. Kommt dann eine größere Summe aufs Konto – das kann auch eine Erbschaft sein – können sie Sonderzahlungen leisten. Die langfristigen Zinskosten sinken dann beträchtlich.

4. Vorsparen

Wenn den Erwerb eines Eigenheims plant, sollte schon frühzeitig eine mit dem Aufbau von Eigenkapital zu beginnen. Wer Geld auf der hohen Kante ansammelt, finanziert günstiger! Mit dem Klassiker Bausparvertrag holt man sich die staatlichen Förderungen ab – sofern die Einkommensgrenzen nicht überschritten werden – und greift später auf ein garantiert zinsgünstiges Darlehen zurück. Das gibt Sicherheit.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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