Fitnessraum: Das Trainingscamp im Keller

Aus Ausgabe 3/2020

Zwölf Millionen Deutsche sind Mitglied in einem Fitnessstudio. Während der Coronakrise standen sie jedoch vor verschlossenen Türen. Viele Hausbesitzer überlegen jetzt, ihr eigenes Trainingscenter mit Wellnessoase im Keller einzurichten. Der Umbau erfordert gute Planung.

Das eigene Sportrefugium? Ein Kellerumbau macht’s möglich
Bild Nr. 6395, Quelle: Adobe Stock / Peter Atkins / BHW Bausparkasse

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Trockene Wände, genügend Licht, ausreichende Belüftung – die Voraussetzungen für ein gutes Klima im Keller sind in Altbauten oft nicht gegeben. „Wer das Untergeschoss als Fitnessraum nutzen will, sollte professionelle Hilfe in Anspruch nehmen“, empfiehlt Thomas Mau von der BHW Bausparkasse. „Denn bei sportlicher Betätigung ist eine gute Belüftung zwingend.“ Um das Eindringen von Feuchtigkeit zu unterbinden, werden bei Neubauten entsprechende Bauwerksabdichtungen eingeplant. Für Altbauten ist eine nachträgliche Drainage ratsam, die allerdings teuer ist. Weniger kostspielig ist eine Innenwand-Dämmung. Tapeten oder Holzverkleidungen im Keller sind nicht empfehlenswert, da sich Schimmel zwischen Wandverkleidung und Mauerwerk festsetzen kann. Wichtig ist ein feuchtigkeitsresistenter Bodenbelag. Linoleum oder Korkböden sind besonders fußwarm und gut mit einer Fußbodenheizung zu kombinieren.

Nach dem Sport in die Sauna?

Trainieren und Saunieren gehört für viele zusammen. Heimwerker sind mit einem Sauna-Komplettset gut beraten. Es umfasst Wände, Ofen, Wärmeisolierung und Sitzbänke. Die Saunakabine sollte so aufgestellt sein, dass die verbrauchte Luft ins Freie abgeführt werden kann. Den erforderlichen Starkstromanschluss muss ein Elektriker verlegen. Holz und Pflanzen fördern eine behagliche Atmosphäre und schaffen ein gesundes Klima.

Kellersanierung: Auf Größe und Zustand kommt es an

Erst seit den 1960er-Jahren werden in Deutschland Bereiche des Hauses, die mit dem Erdboden in Berührung kommen, vor Feuchtigkeit geschützt. Feuchteschäden im Altbau sind daher keine Seltenheit. Um den Wert der Immobilie zu erhalten oder zu erhöhen, ist oft eine Sanierung des Kellers notwendig. Ob der Aufwand lohnt, entscheiden nicht zuletzt die Kosten.

Besitzer von Altbauten, die eine Sanierung ihres Kellers planen, sollten unbedingt einen neutralen Gutachter zurate ziehen. Vor allem, wenn durch die Sanierung neuer zusätzlicher Wohnraum entstehen soll. Denn im Unterschied zur Nutzung als Lager- oder Vorratsraum, ist die Umgestaltung des Kellers zu Wohnzwecken an mehrere Auflagen gebunden, wie etwa einer Wohnraumhöhe von mindestens 2,40 Metern und einer Fensterfläche von mindestens zehn Prozent der Grundfläche des Raumes. Wände und Böden müssen gedämmt und wärmeisoliert werden. Auch die Installation einer Heizung ist Bedingung

Kosten variieren erheblich

Die erforderlichen Maßnahmen und Kosten einer Kellersanierung variieren erheblich. Ausschlaggebend sind Größe und Allgemeinzustand des vorhandenen Kellers. Bei feuchten, nassen Kellern reichen rein kosmetische Maßnahmen nicht aus. Oft liegen Schäden an der Bausubstanz vor, etwa durch schlechte oder fehlende Abdichtungen. Auch defekte Rohre oder Leitungen, Schlagregen oder unzureichendes Lüften können Feuchtigkeit erzeugen. „Werden nasse Wände nicht saniert und abgedichtet, ist die Wirkung aller darauf aufbauenden Maßnahmen gefährdet“, so BHW Experte Krzysztof Pompa.

Gesamtkosten Kellersanierung:

Für eine Sanierung des Kellers kommen schnell Kosten in Höhe von 20.000 bis 30.000 Euro zusammen. Die angegebenen Werte verstehen sich als grobe Richtwerte.

Kostenbeispiel:
Die durchschnittlichen Kosten (grobe Richtwerte) für Abdichtung, Dämmung und Innenausbau umfassen:
- Expertenberatung/Gutachter: 200–500 €
- Kellerentfeuchtung mit speziellem Trocknungsgerät: 500–1.000 €
- Erdarbeiten: 25 pro m3

Kosten bei Mauer-Feuchtigkeit:
- Abdichtung mit speziellen Injektionsverfahren: 250–300 € pro m2
- Kosten Kellerdämmung ca.: 50–100 € pro m2

Gesamtkosten (ca.) für Abdichtung und Dämmung: 300–400 € pro m2

Installation einer Wärmequelle:
Kosten für die Installation einer Fußbodenheizung: 30–70 € pro m2
Einzelne Heizkörper ca. 300–500 €

Förderung

Bei der KfW-Bank können vor Beginn der Sanierungsarbeiten Fördermittel beantragt werden. Voraussetzung ist, dass durch eine Sanierung des Kellers der energetische Standard des Hauses nachweislich erhöht wird. Modernisierer können auch die Lohnkosten des Handwerkers steuerlich geltend machen. Die Steuerersparnis beträgt bis zu 1.200 Euro im Jahr.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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