Historische Baustoffe: Neues Leben für alte Schätze

Aus Ausgabe 1/2019

Die Wiederverwendung von Baustoffen für eine Altbaurenovierung oder als Blickfang im Neubau ist nicht nur schön, sondern auch umweltfreundlich. Ob bei Dielen­böden, Holztüren oder Dachziegeln – über den Fachhandel können Modernisierer wahre Schätze finden.

Räume erzählen Geschichte, auch mit historischen Baustoffen
Bild Nr. 6282, Quelle: MANOIR MARIE-Händler Historische Baustoffe Prenzel GbR/BHW Bausparkassee

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Als historische Baustoffe werden Materialien bezeichnet, die in vor- oder frühindustrieller Zeit produziert und aus alten Häusern ausgebaut wurden. Der Rückbau und die Aufarbeitung solcher Materialien boomen, denn wenn man sie wiederverwendet, verleihen sie Räumen einen ganz besonderen Charme. Fündig werden Interessierte bei Fachhändlern, in Baustoffbörsen, Antiquitätenläden oder auf Flohmärkten. Delfter Fliesen im Landhausküchenstil, rustikale Wandvertäfelungen, Terrakottaböden oder breite Schlossdielen aus edlem Holz – altes Kunsthandwerk und historische Baustoffe wie diese werten auch Neubauten auf.

Langlebige Einzelstücke

Viele alte Materialien sind von höchster Qualität und Langlebigkeit. Man kann sie meist einfach recyceln und reparieren. „Zunehmend sprechen auch ökologische Gründe für eine Wiederverwendung von historischen Baustoffen“, sagt Iris Laduch von der BHW Bausparkasse. „Wer sie statt neuer Materialien nutzt, schont Ressourcen und senkt den Energiebedarf für Herstellung, Transport, Lagerung und Entsorgung.“

Mit Handwerkern zusammenarbeiten

Mit historischen Baustoffen lässt sich zudem oft Geld sparen. Eine robuste alte Tür gibt es zum Beispiel ab 200 Euro zu kaufen, während ein neues und massives Modell vom Tischler meist ein Mehrfaches davon kostet. Gefragte historische Bauteile und -stoffe, zum Beispiel alte Sprossenfenster oder Terrakottaplatten, können jedoch auch deutlich mehr kosten als neue. „Bauherren arbeiten am besten mit einem versierten Handwerker zusammen, der mit ihnen prüft, ob ein altes Bauteil seinen Preis wert ist und die passenden Maße für den Einbau mitbringt“, rät die BHW Expertin.

So finden Sie historische Baustoffe

Zahlreiche Anbieter haben sich auf den Verkauf historischer Baumaterialien spezialisiert. Besonders Erfolg versprechend ist die Suche über Fachhändler und Baustoffbörsen.

„Die Suche nach Baumaterialien, die zu den Maßen und zum Stil des Gebäudes passen, kann trotz der vielen Anbieter aufwendig sein, denn historische Bauteile entsprechen meist nicht heutigen Standardmaßen“, sagt Iris Laduch von der BHW Bausparkasse. Ein versierter Handwerker hilft bei der Suche nach dem passenden Baumaterial. Modernisierer und Bauherren sollten Modelle mit dem Qualitätssiegel „OHB Original historischer Baustoff“ bevorzugen.

Effiziente Suche bei Fachhändlern

Etwa 150 Händler für antikes Baumaterial gibt es in Deutschland – die meisten bieten ihre Produkte auch im Online-Handel an. Beim Kauf von großen Mengen, zum Beispiel von Ziegelsteinen oder Fliesen, ist es empfehlenswert, sich zuvor Materialproben zuschicken zu lassen. Mit einer Sammelsuche spart man viel Zeit. Im Online-Auftritt des Unternehmerverbandes Historische Baustoffe e.V. (UHB) wird die Suchanfrage nach bestimmten Baustoffen gleich an alle 28 Mitgliedsunternehmen weitergeleitet. Auf der Website www.exklusive-baustoffe.de sind über 10.000 Produkte von 27 Anbietern zu finden.

Kaufen per Baustoffbörsen

In Baustoffbörsen findet man nicht nur historische, sondern auch andere gebrauchte Baustoffe und neuwertiges Material. Auf der Website von Restado können Kunden beispielsweise übrig gebliebene Baustoffe sowohl kaufen als auch selbst zum Verkauf anbieten und damit Entsorgungskosten sparen. Weitere Anbieter sind die Bauteilbörsen Bremen, BRITA MARX und Herzogenrath.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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