Hohe Grundstückspreise: Bauen im Sparmodus

Aus Ausgabe PD Extra – Hohe Grundstückspreise: Bauen im Sparmodus

Grundstücke sind zum teuren Gut geworden. Der Anteil des Bodenpreises an Kaufimmobilien liegt heute bei über 60 Prozent. Bauherren und Käufer sollten deshalb Sparmöglichkeiten kreativ ausschöpfen. Ein Minus an Wohnqualität muss das nicht bedeuten.

Viel Lebensqualität auf wenig Fläche: Reihenhäuser mit intelligenten Grundrissen
Bild Nr. 6156, Quelle: WeberHaus/BHW Bausparkasse

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Zwischen 2000 und 2015 stiegen die Kaufwerte für Bauland von 53 Euro auf knapp 117 Euro. Die Baubranche kann die steigende Nachfrage nach Immobilien in vielen Städten kaum noch stillen. Auch wenn die Zahl der Genehmigungen so hoch ist wie seit 1999 nicht mehr.

Klein ist das neue Groß

Wer heute für 200.000 Euro eine Immobilie kauft, berappt leicht 120.000 Euro davon allein für das Grundstück. Da sollte für Erwerber mit durchschnittlichen Einkommen die Devise lauten: Klein ist also das neue Groß! Bernd Neuborn von der BHW Bausparkasse: „Reihenhäuser nehmen weniger Fläche ein als Einfamilienhäuser, hier liegt viel Sparpotenzial“, betont er. „Bis zu 30 Prozent können Erwerber ohne Qualitätsverlust einsparen.“ Zudem haben kompakte Bauten einen moderaten Energiehunger.

In die Höhe statt Breite

Nicht immer braucht ein neues Familiendomizil auch eine neue Fläche. Häufig lassen Grundstücke bequem einen Anbau oder gleich ein weiteres Haus zu. Genauso platzsparend ist es, in die Höhe statt in die Breite zu bauen. Laut Statistik entstanden durch Um- und Ausbauten in den ersten elf Monaten 2016 rund 47.800 neue Wohnungen, der höchste Wert seit 1998 (51.600). Viele Häuser können aufgestockt oder ein Dachgeschoss zu einer schönen Wohnung ausgebaut werden. Und es gibt noch an vielen weiteren Stellen gute Sparoptionen: Familien, die sich ein Auto teilen, sparen Stellplätze und damit kostspielige Quadratmeter.

Sparen bei Finanzierung

Unabhängig von ihrer Einsparvariante können Erwerber auf weiter günstiges Baugeld zählen. Doch bei den Konditionen gibt es beträchtliche Unterschiede – je nachdem, wie viel Eigenkapital Erwerber mitbringen. BHW Experte Neuborn: „Wer langfristig Eigenkapital anspart, kann deutlich bessere Zinskonditionen bekommen.“ Zum Ansparen eignet sich der Bausparvertrag. Bausparer sichern sich ein garantiert zinsgünstiges Darlehen und haben – je nach Einkommensverhältnissen – Anspruch auf Fördergelder.

Tipp: Zwei Sparideen

Viele Wege führen ins neue Heim. Wo Sparpotenziale zu entdecken sind, zeigen einige Beispiele.

1. Statt ein Grundstück zu kaufen, kann man es auch pachten. Bei der sogenannten Erbpacht wird ein Baugrundstück nicht gekauft, sondern für einen Zeitraum von meist 99 Jahren gepachtet. Nach Vertragsende fällt das Grundstück an den Verpächter zurück, der für die darauf gebaute Immobilie eine Entschädigung zahlen muss. „Kirchen bieten bei einer Erbpacht insbesondere kinderreichen Familien gute Konditionen“, weiß Bernd Neuborn von der BHW Bausparkasse.

2. Viele Grundstücke in Familienbesitz haben noch Platzreserven. Einfach ein Fertighaus dazustellen! Oder einen überholten Bungalow abreißen und ein neues Doppelhaus errichten. „Vorher sollte jedoch mit dem zuständigen Bauamt geklärt werden, ob die Anbaupläne gemäß den Vorgaben des Bebauungsplans zulässig sind“, rät Neuborn.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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