Keine Altersfrage: Wohnen ohne Hindernisse

Aus Ausgabe 4/2016

Die Sensibilität für das Thema Barrierefreiheit ist in den letzten fünf Jahren deutlich gestiegen, wie eine Vergleichsstudie der BHW Bausparkasse jetzt belegt. Doch nur fünf Prozent der Altbauten sind heute schon barrierefrei ausgestattet.

Oberste Priorität für Modernisierer: Barrierefreiheit
Bild Nr. 6149, Quelle: thyssenkrupp Encasa/BHW Bausparkasse

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Über die Hälfte der über 65-jährigen Deutschen lebt in der eigenen Immobilie und will dort bis ins hohe Alter bleiben. Dass dies nicht ohne bauliche Veränderungen geht, wird Eigentümern zunehmend bewusst. Laut aktueller Vergleichsstudie der BHW Bausparkasse hat für rund 70 Prozent der Deutschen in den Altersgruppen ab 50 Jahren barrierefreies Wohnen oberste Priorität, 30 Prozent mehr als noch 2011. Entsprechende Modernisierungen sind oft mit zusätzlichen Kosten verbunden. „Wir empfehlen, für die altersgerechte Modernisierung schon früh mit einem Bausparvertrag vorzusorgen“, rät Bernd Neuborn von der BHW Bausparkasse. „Der lohnt sich aber auch noch mit 50 Jahren.“ Staatliche Förderprogramme helfen, Modernisierungsstaus zu vermeiden. Eigentümer erhalten von der KfW-Bank zinsverbilligte Darlehen, der Höchstbetrag für altersgerechte Modernisierung liegt bei 50.000 Euro.

Maßgeschneiderte Lösungen

Zu den wichtigsten Modernisierungsmaßnahmen in Altbauten gehören die Beseitigung von Schwellen, die Verbreiterung von Türen sowie der Umbau enger Bäder und Küchen. Das größte Hindernis aber stellen Treppen dar. Technisch lassen sich in fast jedes Wohngebäude maßgefertigte Treppenlifte installieren, selbst für Wendeltreppen. Reicht der Platz innerhalb des Hauses nicht aus, kann ein Fahrstuhlschacht als selbsttragendes Stahlgerüst außen an der Fassade angebracht werden. Speziell ausgebildete Wohnexperten beraten Eigenheimbesitzer hinsichtlich ihrer Bedürfnisse. Oft sind diese Angebote kostenlos.

Förderung barrierefreier Umbauten durch die KfW-Bank

Steht eine Modernisierung der eigenen vier Wände an, sollte man nicht nur auf den Wohnkomfort achten. Die Barrierefreiheit spielt gerade bei der Generation 50+ eine zunehmend wichtige Rolle. „Bei Modernisierungen sollte man schon immer auch an das Thema Barrierefreiheit denken, das steigert nicht nur den Wohnkomfort, es hilft auch Kosten zu sparen“, weiß Bernd Neuborn von der BHW Bausparkasse. So können etwa bei neuen Fenstern die Griffe im unteren Drittel angebracht werden, der Übergang zur neuen Terrasse gleich schwellenlos gebaut oder ein zweiter Handlauf an der Treppe angebracht werden.

Staatliche Förderung nutzen

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert zahlreiche Maßnahmen, die der Barrierefreiheit dienen. Das Programm bietet zinsgünstige Darlehen für folgende Leistungen

  • die Beratung durch Experten und Sachverständige
  • Überwindung von Treppen und Stufen
  • Wege und Stellplätze
  • Eingangsbereich und Wohnungszugang
  • Umbau des Bades
  • Balkone, Loggien, Terrassen
  • Anpassung der Raumgeometrie
  • Bedienelemente und Hilfssysteme

Altersgerecht Umbauen – Kredit (159)

Der Kredit „Altersgerecht Umbauen“ der KfW fördert die Finanzierung von Maßnahmen, die der Barrierereduzierung und der Erhöhung der Sicherheit dienen. Informationen: www.kfw.de/barrierereduzierung und www.kfw.de/159

Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss (455)

Zusätzlich zur Kreditvariante (159) bietet die KfW im Programm „Altersgerecht Umbauen“ eine Zuschussvariante an. Danach werden Einzelmaßnahmen mit 10 Prozent der förderfähigen Investitionskosten bis maximal 5.000 Euro pro Wohneinheit gefördert, für den Standard „Altersgerechtes Haus“ gibt es 12,5 Prozent bis maximal 6.250 Euro.

Gute Beratung zahlt sich aus

Modernisierer sollten sich frühzeitig beraten lassen, um ihre Maßnahmen optimal planen zu können und alle Förderungen zu beanspruchen. BHW Experte Bernd Neuborn weist darauf hin, dass die Beantragung von Fördermitteln erfolgen muss, bevor mit den Modernisierungsmaßnahmen begonnen wird.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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