Klimafreundliche Platzsparer: Flächenheizungen

Aus Ausgabe 1/2018

Fast die Hälfte aller neuen Ein- und Zweifamilienhäuser wird heute mit einer sogenannten Flächenheizung ausgestattet. Behaglichkeit und Energieeffizienz kombinieren sich darin auf optimale Weise.

Flächenheizungen senken den Verbrauch und steigern das Wohlgefühl
Bild Nr. 6215, Quelle: www.flaechenheizung.de/BHW Bausparkasse

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Für ein gutes Klima sorgen moderne Flächenheizungen gleich mehrfach: durch milde Strahlungswärme und durch den niedrigeren Verbrauch. Mit den großflächigen Wärmequellen lassen sich bis zu zwölf Prozent Energie einsparen. Moderne Systeme arbeiten mit Wasser als Energieträger, das sie durch Heizrohre aus Kunststoff, Metallverbund oder Kupfer leiten. Wegen ihrer niedrigen Vorlauftemperatur von 35 Grad ist diese Heiztechnik bestens geeignet für die Kombination mit regenerativen Energien wie Wärmepumpen und Solarkollektoren. „Bei Modernisierungen lohnt sich die Umstellung auf eine Flächenheizung“, sagt Stefanie Binder von der BHW Bausparkasse. „Diese Heizanlagen lassen sich mit einer Regelungstechnik gezielt steuern, sodass sich jeder Raum separat in der gewünschten Temperatur einstellen lässt.“ Flächenheizungen benötigen eine Bauhöhe von weniger als zwei Zentimetern und die Investitionskosten sind nicht höher als bei konventionellen Heizungen.

Unterschiede zwischen den Systemen

Gegenüber einer Fußbodenheizung gibt die Wandheizung mehr Strahlungswärme an den Menschen weiter, reagiert schneller auf schwankende Temperaturen und lässt sich im Sommer sogar als Raumkühlung einsetzen. Zwar sind die Flächenheizungen durch wegfallende Heizkörper platzsparend, andererseits dürfen die beheizten Wände nicht mit Möbeln verstellt werden, weil dies die Heizleistung stark verringern würde. Beiden Varianten gemein ist aber ein großer Vorzug: Da Flächenheizungen so gut wie keinen Staub aufwirbeln, können vor allem Allergiker aufatmen.

Überblick umweltfreundliche Energiequellen

Solarthermie, Wärmepumpe, Pelletheizung oder Photovoltaik entlasten als nachhaltige Energiequellen nicht nur die Umwelt. Unter bestimmten Voraussetzungen schonen sie auch das Portemonnaie, denn die Anschaffung regenerativer Wärmequellen wird vom Staat über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) jährlich mit bis zu 500 Millionen Euro gefördert.

Solarthermie

Direkte Umwandlung der Sonnenenergie in nutzbare thermische Energie zur Heizungsunterstützung oder zur Warmwasseraufbereitung. Bis zu 60 Prozent der für die Trinkwassererwärmung benötigten Energie lassen sich darüber einsparen. Ersetzt man gleichzeitig den alten Kessel durch ein neues Brennwertgerät, erhöht sich die Effizienz der Heizungsanlage weiter. Beide Anschaffungen gemeinsam erfordern für ein Einfamilienhaus Investitionen von circa 10.000 Euro.

Wärmepumpe

Maschine, die Umweltwärme über einen Wärmetauscher auf ein Kältemittel überträgt. Das verdampft, wird verdichtet und erwärmt sich. Die Wärme wird dann über einen weiteren Wärmetauscher auf das Heizungswasser übertragen. Wärmepumpen verwenden dafür Wärme aus Erdreich, Grundwasser oder Luft. Ihre Effizienz ist umso größer, je geringer die Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und benötigter Heizungstemperatur ist. Die Anschaffung einer Wärmepumpe sollte daher mit einer Wärmedämmung des Gebäudes einhergehen. Rund 16.000 Euro kostet die Anschaffung für ein Einfamilienhaus.

Holzpellet-Heizung

Heizung, in deren Heizkessel kleine Presslinge aus Holzspänen und Sägemehl, sogenannte Pellets, verfeuert werden und die somit CO2-neutral arbeitet. Das benötigte Brennmaterial wird in einem Tank gelagert und über eine Förderschnecke dem Brenner zugeführt. Da die notwendige Technik vergleichsweise aufwendig und teuer ist, eignen sich Pellet-Heizungen vor allem für Gebäude mit hohem Energieverbrauch, die schlecht gedämmt werden können. Die Investitionskosten belaufen sich für ein Einfamilienhaus inklusive Lager auf insgesamt circa 17.000 Euro.

Photovoltaik

Direkte Umwandlung von Lichtenergie, meist aus Sonnenlicht, über den sogenannten photoelektrischen Effekt in elektrische Energie. Dank immer leistungsstärkerer Solarzellen mit steigenden Wirkungsgraden lohnt die Nutzung der Solarenergie auch in Deutschland. Für die Einspeisung ins öffentliche Stromnetz erhält der Betreiber die Photovoltaik Einspeisevergütung. Zunehmend wird es technisch möglich, den Solarstrom zu speichern, um möglichst viel davon selbst zu verbrauchen. Dadurch ist – abhängig vom Speichervolumen – ein Eigenverbrauchsanteil von bis zu 100 Prozent machbar.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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