Mit Bauträgern verhandeln: Haben Käufer Spielraum?

Aus Ausgabe 2/2016

Amateur trifft Profi: Was im Fußball die Ausnahme darstellt, ist beim Immobilienkauf die Regel, wenn unerfahrene Bauherren oder Käufer auf Verkaufsprofis und Branchenkenner treffen. Wer auf Augenhöhe verhandeln will, sollte sich schlaumachen und auf professionelle Unterstützung setzen.

Mit professioneller Kaufberatung lässt sich viel-Ärger vermeiden
Bild Nr. 6115, Quelle: Werner Wohnbau/BHW Bausparkasse

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Immobilien, deren Vermarktung früher Jahre dauerte, finden heute oftmals innerhalb weniger Wochen einen Käufer. Verkäufer bauen Zeitdruck auf, um Entscheidungen zu beschleunigen. Wer sich dadurch unter Druck setzen lässt, riskiert viel. Lieber auf eine vermeintliche Traumimmobilie verzichten, als überstürzt eine falsche Entscheidung mit hoher Tragweite zu treffen.

Verhandlungsstrategie

Sitzen Kunde und Bauträger an einem Tisch, ist oft mehr verhandelbar, als viele Käufer vermuten. "Fast alle Punkte eines Immobilienvertrags sind flexibel", sagt Bernd Neuborn von der BHW Bausparkasse. „Das gilt auch für den Preis.“ Gerade bei gebrauchten Immobilien gibt es einen größeren Verhandlungsspielraum als bei Neubauten. Meist haben Makler oder Verkäufer schon fünf bis zehn Prozent Nachlass einkalkuliert. Soll es dagegen ein Neubauobjekt von einem Bauträger sein, lässt sich am Listenpreis meist kaum etwas ändern. Mehr als ein bis drei Prozent sind hier nicht möglich. "Dafür zeigen sich Bauträger oft kulant, wenn es um andere Vertragspunkte etwa bei Baubeschreibung, Ausstattung, Fertigstellungstermin oder Garantie geht. Hier lohnt es, die eigenen Vorstellungen einzubringen", so Neuborn weiter.

Unabhängige Beratung

Um die nötige Sicherheit bei den Vertragsverhandlungen zu bekommen, hilft eine unabhängige Beratung. Ein Bausachverständiger nimmt eine Bewertung des Objekts vor. Das Geld ist gut investiert, denn verglichen mit dem Kaufpreis von einigen Hunderttausend Euro fällt das Beratungshonorar von ein- bis zweitausend Euro kaum ins Gewicht. Entscheidend: Den Berater selbst aussuchen und auch selbst bezahlen, damit keine Interessenkollisionen auftreten. Je exakter der Vertrag alle Eventualitäten regelt, desto geringer werden später die Probleme zwischen Bauunternehmer und Bauherr sein. BHW Experte Neuborn empfiehlt: "Verhandeln Sie lieber ausführlich. Das ist besser als jede gerichtliche Auseinandersetzung hinterher."

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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