Nebenkosten: Jetzt wird abgerechnet

Aus Ausgabe 1/2016

Eigentumswohnungen sind besonders gefragt. 15 Prozent der Mieter in Großstädten planen, Wohneigentum zu erwerben, zeigt eine BHW Studie. Vor Vertragsabschluss sollten sich Käufer jedoch einen Überblick über die Wohnnebenkosten verschaffen.

Damit Nebenkosten kein Eigenleben entwickeln: Gut geprüft, ist halb gewonnen
Bild Nr. 6105, Quelle: Alois Müller/co2online.de/BHW Bausparkasse

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Wer in eine Eigentumswohnung zieht, muss seine Nebenkosten neu kalkulieren. Kosten für Wasser, Strom und Heizung fallen an. An den Verwalter entrichten die Parteien einer Eigentümergemeinschaft zusätzlich ein Hausgeld. Abgedeckt werden damit viele gemeinschaftliche Ausgaben zum Beispiel für die Treppenhaus-Beleuchtung oder die Gartenpflege.

Teilungserklärung checken

Im Wirtschaftsplan vom Hausverwalter ist die Höhe der Instandhaltungsrücklage fixiert. Wie sich die Gemeinschaftskosten gemäß ihrem Miteigentum verteilen, steht in der Teilungserklärung. "Ein potenzieller Erwerber sollte sich die letzte Jahresabrechnung vom Makler zeigen lassen", erklärt Georg Hoogendijk von Postbank Immobilien. "So erfährt er, ob Eigentümer Sanierungen beschlossen und ausreichend vorgesorgt haben." Sind die Rücklagen zu niedrig, wird eine Sonderumlage erhoben – dann hilft ein Bausparvertrag finanzielle Puffer aufzubauen.

Prüfen und handeln

Die BHW Studie ergibt, dass steigende Nebenkosten 49 Prozent der Eigentümer Kopfzerbrechen bereiten. Dagegen hilft, die Kostensituation transparent zu machen und Einsparpotenziale zu nutzen. "Wenn die Energiekosten davonlaufen, sollten Eigentümer eine Modernisierung in Angriff nehmen", betont Hoogendijk. Jährlich ist zu prüfen, ob sich die Abrechnung mit dem Wirtschaftsplan deckt. "Fragen gleich mit dem Verwalter klären", rät der Experte.

Die wichtigsten Nebenkosten für Eigentümer

Neueigentümer in einem Mehrfamilienhaus sollten sich rechtzeitig mit allen Wohnnebenkosten vertraut machen und in ihre Kalkulation einplanen. Die Höhe variiert je nach Art des Wohngebäudes, der Größe der individuellen Wohnfläche sowie dem Miteigentum an den Gemeinschaftsflächen. Gemeinschaftsausgaben werden mit dem Hausgeld abgedeckt.

1. Grundsteuer. Diese Steuer erhebt die Kommune auf Immobilienbesitz. Laut Deutscher Industrie- und Handelskammer haben 2015 rund 30 Prozent der Kommunen die Grundsteuer erhöht.

2. Versicherungen. Für mögliche Schadensfälle betreiben Eigentümer einer selbst genutzten Immobilie Vorsorge mithilfe einer Wohngebäudeversicherung, der Elementarschaden-Police und Privathaftpflicht. „Als Absicherung während der Finanzierungsphase sollten der Hauptverdiener einer Familie unbedingt eine Risikolebensversicherung abschließen“, rät Angelika Sosnowski von der BHW Bausparkasse.

3. Wasser. Diese Kosten beziehen sich auf den Verbrauch sowie Positionen wie Grundgebühren, Wasserzähler und deren Wartung.

4. Heizsystem. Zwar ist der Ölpreis in letzter Zeit gesunken, dennoch dürften die Heizkosten zu den größten Kostenfaktoren gehören. Besteht eine gemeinsame Hausanlage, sind Ausgaben für verbrauchte Brennstoffe und deren Lieferung genauso wie die Überwachung und Pflege der Anlage im Hausgeld angesetzt.

5. Abfallentsorgung und Straßenreinigung. Die Eigentümergemeinschaft zahlt im Rahmen des Hausgeldes Beiträge dafür, dass die Straße gesäubert wird. Die Stadtreinigung erhebt Gebühren für das Abfahren des Mülls und die dafür notwendige Infrastruktur.

6. Gartenpflege. Gibt es gemeinsame Außenanlagen, sind die Flächen regelmäßig zu pflegen, Pflanzen zu setzen und Plätze zu reinigen.

7. Weitere Nebenkosten. Je nach Gebäudetyp entstehen gemeinschaftliche Nebenkosten für die Beleuchtung von Treppenhäusern oder Außenanlagen, für einen Aufzug, den Hauswart oder die Gebäudereinigung.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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