Neue Wege gehen – Modernisierungspakt für die Mieterrepublik

Aus Ausgabe 4/19

Ziehen Mieter und Vermieter an einem Strang, profitieren beide Seiten, sagt Henning Göbel, Vorstandsvorsitzender der BHW Bausparkasse.

Henning Göbel
Sprecher des Vorstandes der BHW Bausparkasse AG
Bild Nr. 6238, Quelle: BHW Bausparkasse

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Die Mehrheit der Deutschen wohnt zur Miete. Viele alte Häuser und Wohnungen müssten dringend an moderne Standards und veränderte Bedürfnisse ihrer Bewohner angepasst werden. Doch nicht immer sind Vermieter willens oder wirtschaftlich dazu in der Lage, ihre Wohnungen zu sanieren. Letzteres mag vor allem für viele der knapp vier Millionen Privatvermieter in Deutschland gelten, die 15 Millionen Wohnungen besitzen und bewirtschaften. Laut einer Befragung von Haus & Grund nennen diese Vermieter Mietpreisbremse, hohe Steuerbelastung, Bürokratie und mangelnde staatliche Förderungen als stärkste Hemmnisse für Investitionen.

Eine besondere Beziehung

Veraltete Ausstattungen und hohe Energierechnungen sind keine gute Perspektive für Mieter, auch wenn sie gerne in ihrem Wohnumfeld bleiben wollen. Laut einer aktuellen BHW Umfrage haben Mieter eine ganz besondere Bindung zu ihrem Zuhause – in gleichem Maße wie Menschen, die in selbst genutztem Eigentum leben. 88 Prozent behandeln ihre gemietete Wohnung so verantwortungsbewusst, als ob sie ihr Eigentum wäre. Mietnomaden bilden die absolute Ausnahme. Vielmehr kommen Mieter, um zu bleiben – die durchschnittliche Mietdauer bei privaten Vermietern beträgt knapp zehn Jahre. In jedem Fall macht es Sinn, Mietwohnungen den heutigen Standards von Barrierefreiheit und Energieeffizienz anzupassen. Hier treffen sich oft die Interessen von Vermieter und Mieter.

Insbesondere der Bedarf für barrierefreies Wohnen ist enorm. Schätzungen des Deutschen Städte- und Gemeindebundes zufolge verfügen bislang gerade einmal 800.000 Wohnungen über eine altersgerechte Ausstattung. Und auch wenn Sanierungswünsche der Bewohner nicht immer auf Gegenliebe stoßen – kluge Grundrissänderungen, der Einbau von neuen Fenstern, einem Gäste-WC oder einer Küchenzeile stellen für beide Parteien einen Gewinn dar.

Gesteigerter Wohnwert

Eine Lösung: Mieter können die Wunschrenovierung selbst finanzieren. Im Gegenzug ist etwa die Verringerung der Miete oder der Verzicht auf Mieterhöhungen und Kündigungsoptionen denkbar. Die Umsetzung ist allerdings vertraglich sauber zu regeln. Der große Vorteil für Vermieter: Sie behalten bewährte Mieter und steigern den Wert ihrer Immobilie. Mieter erhalten die Sicherheit eines dauerhaften und bezahlbaren Mietverhältnisses und die Möglichkeit, ihre Wünsche nach mehr Wohnkomfort umzusetzen.

Sichere Finanzierung

Bausparer sind bei dieser Art Modernisierungspakt im Vorteil. Denn sie können ihr Bausparguthaben und das zinsgünstige Darlehen verwenden, um Renovierungen zu finanzieren. Genau wie Eigentümer haben auch Mieter Anspruch auf die staatlichen Förderungen für altersgerechte Umbauten.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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