Neues Leben für alte Häuser

Aus Ausgabe 2/2019

Es muss nicht immer ein Neubau sein. Alte Häuser befinden sich oft in bester Lage und punkten mit guter Bausubstanz, sagt Henning Göbel, Vorstand der BHW Bausparkasse.

Henning Göbel
Sprecher des Vorstandes der BHW Bausparkasse AG
Bild Nr. 6238, Quelle: BHW Bausparkasse

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Sind Altbausanierungen nur etwas für Romantiker? Ganz sicher nicht. Alte Häuser, sei es nun das Siedlungshaus aus den 50er-Jahren, der Bungalow von 1978 oder die Gründerzeitvilla, haben ihren eigenen Charme und meist mehr Individualität als Neubauten. Alte Häuser befinden sich zudem oft in bester Lage und punkten mit guter Bausubstanz. Zudem stehen sie für ein Stück Baugeschichte. Auch aus ökologischer Sicht weisen Altbauten eine positive Bilanz auf, selbst wenn das Gebäude bis auf die Grundmauern saniert werden muss. Denn allein die Errichtung des Rohbaus schlägt mit rund 50 Prozent des Gesamtenergieaufwands für einen Neubau zu Buche. Jeder Stein, der nicht bewegt werden muss, spart letztlich Energie. Alles Gründe, die dafür sprechen, älteren Immobilien eine zweite Chance zu geben.

Für mehr Wohnraum

Viele Immobilienkäufer und Besitzer von Bestandsbauten haben das bereits erkannt: Laut einer aktuellen Umfrage von BHW wollen 39 Prozent der Bundesbürger in diesem Jahr auf jeden Fall modernisieren oder renovieren. 2018 wurden insgesamt 60 Prozent der Immobilienkaufverträge für Altbauten abgeschlossen. Dieser Trend zeigt sich auch beim Baukindergeld. Hier wollen sogar fast 90 Prozent der Antragsteller mithilfe der Förderung eine ältere Immobilie kaufen. Prompt wird nun Kritik an der neuen Bauförderung laut: Das Baukindergeld verfehle seinen Zweck und trage nicht dazu bei, den Neubau zu fördern, heißt es. Doch auch durch die Instandsetzung von Altimmobilien wird letztlich Wohnraum geschaffen oder aufgewertet. Modernisierungen für mehr Komfort und eine bessere Energiebilanz sind also keine Maßnahmen zweiter Klasse, sondern sinnvolle und vor allem nachhaltige Investitionen.

Förderung für Modernisierer

Deshalb ist es richtig, die Initiative von Modernisierern auch staatlich zu unterstützen. Die KfW-Förderbank bietet Eigentümern, die ihr Haus energetisch sanieren wollen, Fördergelder in Form von zinsgünstigen Krediten oder Zuschüssen. Die Baubegleitung durch einen Sachverständigen kann ebenfalls bezuschusst werden. Das ist sinnvoll, denn in Deutschland wurden knapp 28 Millionen Wohnungen vor 1979 gebaut, als es noch keine Auflagen für Wärmedämmung gab. Die nötigen Maßnahmen sollten deshalb gut geplant werden. Das gilt auch für die Finanzierung der Modernisierung. Mit einem Bausparvertrag verschaffen sich Haus- und Wohnungseigentümer einen soliden Grundstock und können flexibel auf das zinsgünstige Bauspardarlehen zurückgreifen – und es mit den passenden Förderprogrammen der KfW kombinieren. Kredite bis zu 30.000 Euro vergeben Bausparkassen zudem ohne Grundbuchabsicherung. Damit sind Sanierer auf der sicheren Seite – was die Zukunft auch bringen mag.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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