Regenwassernutzung – Niederschlag mit Spareffekt

Aus Ausgabe 3/2018

Über 120 Liter Trinkwasser verbraucht jeder Deutsche täglich. Gewinnung und Aufbereitung im Wasserwerk benötigen viel Energie. Das macht sich für Eigentümer bei der monatlichen Abrechnung bemerkbar. Regenwasser aufzufangen spart Bares.

Schön und praktisch: Regenwasser für Gartenfans
Bild Nr. 6245, Quelle: Otto GRAF GmbH/BHW Bausparkasse

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Alles Gute kommt von oben! Pflanzen danken es Hauseigentümern, aus einer Regentonne bewässert zu werden. Rhododendren oder Geranien vertragen Regenwasser besser als hartes Trinkwasser aus der Leitung. Doch Vorsicht: Nicht alle Dachmaterialien sind geeignet, um Teil eines Auffangsystems zu werden. Kupfer und Zink können lösliche und unlösliche Metallverbindungen abschwemmen. Bitumenabdichtungen von Dächern mit Teerpappe können Biozide freisetzen – die weder Mensch noch Vegetation aufnehmen sollten.

Professionelle Lösungen

Wer ein leistungsfähiges, verlässliches System bevorzugt, installiert Zisterne, Filter, Pumpe und Entnahmestellen. Das lohnt sich: Besonders rentabel ist es, Regenwasser für die Toilettenspülung einzusetzen. Hierfür fällt rund ein Drittel des täglichen Trinkwasserbedarfs in einem Haushalt an! „Für ein Komplettsystem zahlen Hauseigentümer circa 2.500 bis 5.000 Euro“, sagt Angelika Sosnowski von der BHW Bausparkasse. „Die Leitungen und Entnahmestellen werden eindeutig gekennzeichnet, damit sich Regen- und Trinkwasser nicht vermischen. Wer Regenwasser in der Waschmaschine verwendet, schont die Umwelt. „Da das Regenwasser in der Regel weicher als Trinkwasser ist, können Eigentümer auch rund 20 Prozent an Waschpulver einsparen“, betont die BHW Expertin.

Bonus: Gebühren sparen

Regenwasser in Zisternen zu sammeln und zu nutzen, aber nur den Überlauf versickern zu lassen, spart zusätzlich. Grundeigentümer können sich auch von der Niederschlagsgebühr, die ihre Kommune erhebt, befreien lassen. So kann ein vierköpfiger Haushalt zusammengenommen bis zu 300 Euro pro Jahr sparen.

Regenwassernutzung – die fünf Vorteile

Trinkwasser wird immer teurer. Doch dies ist nicht der einzige Grund, weshalb sich eine Regenwasseraufbereitung für Hausbesitzer rechnen kann. Die BHW Bausparkasse zeigt alle Vorteile auf einen Blick.

1. Regenwasser eignet sich besonders für den Garten. Es ist weicher als Trinkwasser und damit für viele Pflanzen die bessere Wahl.

2. Regenabfluss von Dächern mit Ziegeldeckung ist unbelastet. Man kann damit WC-Spülung und Waschmaschine betreiben. Besteht die Deckung aus Zink, Kupfer oder Teerpappe mit Bitumenabdichtung, sollte man von einer Verwendung absehen.

3. Die Baukosten für Speicher, Rohrleitungen, Filter und Pumpen liegen bei circa 2.500 bis 5.000 Euro. „Die genaue Höhe der Kosten hängt vom Umfang der Eigenleistung und von der Größe des installierten Speichers ab“, sagt Angelika Sosnowski von der BHW Bausparkasse.

4. Bei einer Zisterne macht der Preis für den Speicher bis zu 50 Prozent der Investition aus. Immobilienbesitzer sollten daher das tatsächlich benötigte Volumen des Speichers sorgfältig prüfen lassen.

5. Ein vierköpfiger Haushalt kann pro Jahr circa 40 Kubikmeter Trinkwasser durch Regenwasser ersetzen. Wird auch Wäsche mit Regenwasser gewaschen, sind es sogar 60 Kubikmeter. Die Einsparung summiert sich auf bis zu 200 Euro pro Jahr. Entfallen auch die kommunalen Abwassergebühren, sind es sogar bis zu 300 Euro jährlich.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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