"Sesam, öffne dich!" – schlüsselfreie Zugangssysteme

Aus Ausgabe 2/2018

Beim Auto sind Alternativen zum Schlüssel bereits gang und gäbe. Moderne Zugangssysteme setzen sich jetzt auch bei Haus­türen durch. Dabei zählen Bedienungskomfort und Sicherheit.

Schnell und sicher: Eintritt nur mit Zugangskontrolle
Bild Nr. 6219, Quelle: Ulrich Beuttenmüller für Gira/BHW Bausparkasse

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Die Vorstellung, ohne Schlüsselsuche ins Haus zu kommen, hat ihren Reiz. Der Weg dahin ist nicht kompliziert. „Die meisten Türsysteme setzen nach wie vor auf mechanische Schließzylinder“, erläutert Ralf Palm von der BHW Bausparkasse. „Lediglich die vorgeschaltete Zutrittskontrolle wird elektronisch gesteuert.“

Von Code bis Iris-Scan

Zwischen 100 und 500 Euro kosten die modernen Systeme ohne Einbaukosten. Bei der Zutrittskontrolle per Code findet sich ein Tastenfeld am Hauseingang. Möglich ist auch die Nutzung sogenannter Transponder – per Funk findet hier ein verschlüsselter Datenaustausch statt. Auch an der Haustür ist der Zutritt über biometrische Daten wie Fingerabdruck, Iris-Scan und Gesichtserkennung keine Zukunftsmusik mehr. Zur Vorsicht raten Experten hingegen bei Systemen mit Spracherkennung. Ist die Stimme durch eine Erkältung belegt, kann es passieren, dass der Bewohner ausgesperrt wird.

Vorsorge für den Notfall

Zur Sicherheit sollte man sich für ein Türschloss entscheiden, dass im Notfall zusätzlich mechanisch mit einem Schlüssel zu öffnen ist. So wird verhindert, dass der Eigentümer bei technischen Problemen vor verschlossenen Türen steht. „Eine Nachrüstung ist für Profis kein großer Aufwand“, sagt BHW Experte Palm. „In der Regel passen elektronische Schlösser problemlos in vorhandene Türen und bestehende Beschläge – und gewähren Eigentümern ein großes Plus an Sicherheit.“

Tipp: Verschiedene Maßnahmen helfen, sich auch ohne technische Nachrüstung gegen Einbrecher zu schützen. Mehr Infos unter www.bhw-pressedienst.de

Einbruchschutz ohne technische Nachrüstung

1. Türen und Fenster schließen

Beim Verlassen von Haus oder Wohnung sollten immer alle Fenster und Türen geschlossen sein. Eingangstüren sollten unbedingt mit dem Schlüssel sorgfältig abgeschlossen werden. Allzu oft wird diese einfache Grundregel nicht beachtet. Bereits ein gekipptes Fenster oder eine nicht verschlossene Tür werden dann schnell zur Einladung für Einbrecher.

2. Keine Ersatzschlüssel im Außenbereich

Unter der Fußmatte oder dem Blumenkasten: Einbrecher kennen die gängigen Verstecke für den Ersatzschlüssel. Oft gut organisierte Diebe beobachten eine Nachbarschaft, bevor sie in Aktion treten. Das vermeintliche Versteck wird so schnell zum Sicherheitsleck. Wer den Ersatzschlüssel beim Nachbarn deponiert, geht auf Nummer sicher.

3. Austausch mit den Nachbarn

Wo sich Nachbarn untereinander kennen und man im Treppenhaus gern mal auf ein Pläuschchen stehen bleibt, haben es Einbrecher schwer. Denn wer sich für seine Nachbarn interessiert, weiß mit der Zeit, wer ein oder aus geht. Anonymität hingegen macht es Einbrechern leicht. Bei unbekannten Besuchern bietet sich die einfache Frage an „Kann ich Ihnen weiterhelfen?“. Das erfreut Besucher und verunsichert Langfinger.

4. Urlaube nicht an die große Glocke hängen

Einfache Rollläden bieten keinen Schutz vor Einbrechern. Wer die Rollläden im Urlaub herunterlässt, zeigt nur an, dass die Bewohner verreist sind und sich Langfinger ungehindert Zutritt verschaffen können. Hier hilft oft eine zusätzliche Sicherung, die bereits für wenig Geld eingebaut werden kann. Die Urlaubsplanung sollte zudem keinesfalls im Internet mit sozialen Netzwerken geteilt werden. Auch auf dem Anrufbeantworter oder der Mailbox sollten entsprechende Ankündigungen vermieden werden. Diese Infos geraten schnell in falsche Hände. Damit der Briefkasten nicht überquillt, sollten Urlauber ihre Nachbarn oder Freunde bitten, den Kasten regelmäßig zu leeren.

5. Einstiegshilfen beseitigen

Leitern, Mülltonnen, Rankhilfen oder Gartenmöbel können Einbrechern den Einstieg erleichtern. Wer die Sicherheit erhöhen will, sollte den Außenbereich entsprechend planen und Kletterhilfen vermeiden.

6. Anwesenheit suggerieren

Einbrecher nutzen gerne längere aber auch kürzere Abwesenheiten. Mit einer Zeitschaltuhr für die Beleuchtung können Bewohner Geschäftigkeit vortäuschen, wenn sie abends einmal länger unterwegs sind. Auch Bewegungsmelder für den Außenbereich wirken effektiv gegen Einbrecher. Denn diese nutzen vor allem die dunkle Jahreszeit, um unerkannt zu bleiben.

7. Wertsachen sichern

Bargeld, Gold, wichtige Papiere oder wertvoller Schmuck sollten nie ungesichert in der Wohnung aufbewahrt werden. Die Polizei empfiehlt Bankdepots für wertvolle Habseligkeiten. Auch der Einbau eines Tresors kann sich lohnen.

8. Beraten lassen

Wertvolle Tipps zum individuellen Einbruchschutz erhalten Interessierte auch direkt bei der Polizei. Die polizeilichen Beratungsstellen schöpfen aus reichlich Erfahrung und informieren kostenlos und produktneutral über mögliche Sicherheitsmaßnahmen.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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