Sicher finanzieren – frühzeitig Eigenkapital bilden

Aus Ausgabe 4/2016

Die Verlockung, bei den niedrigen Zinsen das neue Haus ohne oder zumindest mit sehr wenig Eigenkapital von der Bank finanzieren zu lassen, ist gerade jetzt besonders groß. Doch wer bauen oder Wohneigentum erwerben will, muss realistisch sein. Gute Konzepte berücksichtigen auch die Wechselfälle des Lebens.

Am Start: Die Aufstellung von Einnahmen und Ausgaben zeigt, wie viel Geld sich ansparen lässt
Bild Nr. 6152, Quelle: BHW Bausparkasse

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Auch in Zeiten niedriger Zinsen für Baukredite sollten junge Baufamilien für die Finanzierung Eigenkapital angespart haben. Denn eine mögliche Zinserhöhung am Ende der Zinsbindungsfrist könnte zur Belastung werden. „Je mehr Eigenkapital in die Immobilienfinanzierung fließt, desto niedriger wird die monatliche Rate gehalten und desto geringer ist das Zinsänderungsrisiko nach Ablauf der Zinsbildung“, sagt Steffen Zwer von der BHW Bausparkasse. Mindestens 20 Prozent der Darlehenssumme sollten es sein. Bei Kosten von 200.000 Euro für eine Wohnung sind das 40.000 Euro. Und die konsequent anzusparen, geht mithilfe staatlicher Zuschüsse und Förderung oft schneller als gedacht. „Ein zuteilungsreifer Bausparvertrag gilt als Eigenkapital“, betont Zwer.

Was Baufamilien tun müssen

Wer Wohneigentum erwerben will, sollte sich daher genau vor Augen führen, wie hoch die Sparraten sein können und wie teuer das gewünschte Objekt sein darf. Als Grundlage dient eine vorausschauende Aufstellung von Einnahmen und Ausgaben. So wird klar, wie viel Geld sich monatlich ansparen lässt oder für die Bedienung eines Kredits zur Verfügung steht. Dabei müssen Käufer berücksichtigen, dass zusätzlich zu den Kosten für die Immobilie circa zehn Prozent an Nebenkosten für Grunderwerbsteuer, Notar und Makler anfallen. Baufamilien stehen aber auch staatliche Zuwendungen oder Förderungen wie Wohnungsbauprämien oder KfW-Fördergelder zu. „Weil beispielsweise ein Darlehen mit einer KfW-Förderung gekoppelt werden kann, sollten sich Darlehensnehmer bei der Beantragung beraten lassen“, so BHW Experte Zwer.

Junge Sparer: Guthaben sammeln und Eigenkapital bilden

Mit einem Bausparvertrag Eigenkapital bilden – dieses Prinzip hat sich millionenfach bewährt. Jährlich setzen rund 3,5 Millionen Deutsche ihre Unterschrift unter einen Bausparvertrag. Für Berufseinsteiger ist das staatlich geförderte Bausparen meist der erste Schritt in die eigenen vier Wände.

Sparen wird gefördert

Über 60 Prozent der jungen Menschen zwischen 14 und 29 Jahren wünschen sich eine eigene Immobilie. Das hat eine Umfrage der BHW Bausparkasse ergeben. Viele Auszubildende und Berufsstarter nutzen ihre Chancen auf staatliche Förderung jedoch nicht. Dabei haben sie Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen (VL) des Arbeitgebers und damit auch auf die Arbeitnehmersparzulage des Staates. Oft sind vermögenswirksame Leistungen eine tarif- oder arbeitsvertraglich vereinbarte Geldleistung. Der Arbeitgeber überweist je nach Branche zwischen sechs und 40 Euro monatlich als vermögenswirksame Leistung auf das Bausparkonto. In der Personalabteilung erfahren Berufsanfänger, wie viel VL der Arbeitgeber dazu gibt, denn die Höhe variiert je nach Branche und Tarifregion. Zahlt der Arbeitgeber nicht oder nicht die volle Summe, kann man auch eigene Sparleistungen nutzen, um zumindest die staatliche Förderung zu erhalten. So können Sparer ab 16 Jahren mit 8,8 Prozent Wohnungsbauprämie auf die erbrachten Sparzahlungen bis zu einem begünstigten Höchstbetrag von 520 Euro rechnen. Um junge Arbeitnehmer bei der Bildung von Vermögen zu unterstützen, werden die vermögenswirksamen Leistungen nicht gemeinsam mit dem Gehalt auf das Girokonto überwiesen, sondern der Arbeitgeber zahlt sie direkt auf das Bausparkonto ein. Das Extra-Geld kann bis zu 480 Euro jährlich betragen. Bis zum versteuernden Einkommen von 17.900 bei Alleinstehenden bzw. 35.800 Euro bei Verheirateten haben Sparer zudem Anspruch auf die Arbeitnehmer Sparzulage, ein Zuschuss von circa 9 Prozent auf die Beträge, die sie von ihrem Arbeitgeber als vermögenswirksame Leistungen erhalten. Das liegt weit über dem, was andere Anlagemöglichkeiten zu bieten haben. Laut der Zeitschrift Finanztest ist der Bausparvertrag daher besonders für junge Menschen eine anerkannt gute Lösung.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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