Wärmedämmung: Wie man Schimmelbildung vermeidet

Aus Ausgabe 4/2018

Die Gebäudehülle gut zu isolieren, gilt den Deutschen als eine der wichtigsten Maßnahmen gegen extreme Wetterlagen. Das zeigt eine Umfrage der Bausparkasse BHW. Doch Berichte über Schimmel und mangelnde Wirtschaftlichkeit schüren Zweifel bei Eigentümern. Ein genauer Blick zeigt: Fachgerechte Dämmung zahlt sich aus.

Wichtige Maßnahme für alle Wetterlagen: die professionelle Isolierung
Bild Nr. 6268, Quelle: Bauherren-Schutzbund e.V./BHW Bausparkasse

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Es ist ein häufig gehörtes Missverständnis in Sachen Gebäudeisolierung: Können gedämmte Häuser nicht mehr „atmen“? Thomas Weber vom Verband Privater Bauherren hält die Sorge für unbegründet. „Eine lückenlose Wärmedämmung senkt sogar das Schimmelrisiko, weil Innenflächen weniger stark auskühlen.“

Richtig gelüftet

Allerdings sind zusätzliche technische Maßnahmen unerlässlich, wenn auch die Fenster abgedichtet werden. Selbst regelmäßiges Stoßlüften lässt feuchte Innenluft dann nicht ausreichend abziehen. Eigentümer sollten eine fensterunabhängige Lüftung einplanen. „Damit keine Energie verloren geht, empfiehlt sich eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung“, sagt Stefanie Binder von der Bausparkasse BHW. Die Kosten liegen bei 6.000 bis 10.000 Euro.

Günstig saniert

Wer wirtschaftlich sanieren will, beauftragt eine Vor-Ort-Energieberatung, gefördert von der BAFA. An deren Ende steht ein individueller Sanierungsfahrplan. Die BHW Expertin rät: „Energetische Verbesserungen am besten durchführen, wenn ohnehin Instandsetzungsarbeiten anstehen. Dann ist das Verhältnis von Kosten und Nutzen besonders günstig.“

Pro und Contra: Wärmedämmung

Rund um die Gebäudedämmung gibt es viele Mythen. Ein Überblick zeigt, welche Argumente für und gegen Wärmedämmung sprechen.

1. Ein häufiges Vorurteil gegenüber Gebäudedämmung ist, dass sich die Sanierung erst nach bis zu 50 Jahren rechnet. Richtig ist: Die Amortisationszeit hängt vom jeweiligen energetischen Ausgangszustand ab. Stammt ein ungedämmtes Gebäude aus der Zeit vor 1977, als die erste Wärmeschutzverordnung in Kraft trat, rechnet sich die Investition oft schon nach sechs Jahren. Bei Gebäuden, die dem höheren Standard von 1995 entsprechen, sind es im Mittel 22 Jahre. Tilgungszuschüsse der KfW von bis zu 27.500 Euro sorgen dafür, dass die Sanierung nicht allein aus den eingesparten Energiekosten finanziert werden muss.

2. Gegen Algenbefall hilft ein ausreichender Überstand an Dächern und Fensterbänken. Das hält die Fassade bei Regen trockener. Eine dicke Schicht mineralischer Putz nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie bei Sonnenschein wieder ab.

3. Bei der Fassadensanierung können Bauherren darauf bestehen, dass der Dämmstoff recycelbar ist. Hinsichtlich der Inhaltsstoffe übertreffen nachhaltige Materialien mit dem Blauen Engel oder dem natureplus-Siegel sogar die gesetzlichen Vorgaben.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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