Sparen für ein „geglücktes“ Leben

Aus Ausgabe PD Extra – Sparen

Deutschland ist eine Nation der Sparer, trotz Zinsflaute. Für fast 90 Prozent der Bundesbürger gilt die Devise „Erst sparen, dann kaufen“, so eine Postbank Umfrage. Ein Leitsatz mit langer Geschichte.

Auf Anschaffungen hin zu sparen gehört hierzulande zum guten Ton
Bild Nr. 1440, Quelle: Postbank
© Jochen Manz

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Rund zehn Prozent ihres verfügbaren Nettoeinkommens legten die Deutschen in den vergangenen Jahren durchschnittlich auf die hohe Kante, so Zahlen der OECD. Damit ist die Sparquote hierzulande fast doppelt so hoch wie das Mittel der Euro-Zone. Innerhalb der Europäischen Union sparen nur die Haushalte in Schweden mehr. In Griechenland, Lettland, Portugal und Finnland gibt man hingegen mehr Geld aus, als man zurücklegt. „Nicht nur der Umfang der Rücklagen ist hierzulande besonders hoch, sondern auch der Anteil der Sparer: Laut einer Vergleichsumfrage, die wir seit 2011 jährlich durchführen, schwankt er zwischen 70 und 80 Prozent. Aktuell sparen 74 Prozent der Bundesbürger“, erläutert Frank Kuczera von der Postbank. „Sparsamkeit ist immer noch ein wichtiges deutsches Kulturgut, dessen Wurzeln weit in die Vergangenheit reichen“, sagt Frank Kuczera.

Bild Nr. 1441, Quelle: Postbank  / Künstler: Heinz Schoen / © Museum für Kommunikation Frankfurt/Main

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Mäßigung galt schließlich schon in der Antike als Zeichen für ein „geglücktes“ Leben. Im Deutschen Reich des 18. Jahrhunderts avancierten Sparsamkeit und Fleiß zu Idealen des aufstrebenden Bürgertums, das sich damit gegen den als verschwenderisch und faul geltenden Adel abgrenzte. Im weiteren Verlauf der Geschichte etablierte sich das „Pfennigsparen“, wobei entbehrliche Münzen in Spardosen gesteckt und anschließend auf ein Sparkonto eingezahlt wurden. Gespart wurde an allem, quer durch alle gesellschaftlichen Schichten: an Essen, an Kohlen, an Kleidung. Im Oktober 1924 wurde der bis heute bekannte „Weltspartag“ ins Leben gerufen, damit sich die Menschen im Zeitalter der Verlockungen des Massenkonsums auf die Vorteile der Sparsamkeit besinnen. Und auch heute noch gehört es für fast jeden Bundesbürger zum guten Ton, auf eine Anschaffung hin zu sparen: 89 Prozent leben nach dem Grundsatz „Erst sparen, dann kaufen“ und nur acht Prozent nach der Devise „Erst kaufen, später zahlen“, so die Postbank Umfrage. Kredite werden hierzulande mit Bedacht aufgenommen, 27 Prozent lehnen eine Finanzierung kategorisch ab. Nur Immobilienkredite haben eine allgemeine Akzeptanz, belegt eine Umfrage aus dem Vorjahr.

Informationen zur Studie:

In einer telefonischen, repräsentativen Mehrthemenbefragung im August 2017 interviewte TNS Emnid im Auftrag der Postbank 1.001 Befragte ab 16 Jahren.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch-Reichelt
Pressesprecherin
iris.laduch-reichelt@postbank.de
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