Umfrage: Mieter wider Willen

Aus Ausgabe 3/2019

Deutschland ist ein Mieterland: Doch warum besitzen so wenige Menschen Wohneigentum – trotz steigender Mietpreise und niedriger Bauzinsen? Eine aktuelle Postbank Umfrage liefert Antworten.

Vielen Mietern fehlt das nötige Eigenkapital, um sich den Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen
Bild Nr. 1526, Quelle: Postbank
© Liane Matrisch

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In kaum einem anderen europäischen Land leben so viele Menschen zur Miete wie in Deutschland. Laut aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes besaßen 2018 nur 48 Prozent aller Bundesbürger eine Immobilie. Die Eigentümerquote liegt damit weit unter dem europäischen Durchschnitt von 70 Prozent und stagniert seit rund zehn Jahren. Warum haben so wenige Deutsche ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung? Am Wunsch mangelt es zumindest nicht, das zeigt eine Kantar-Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank. Demnach würde jeder zweite Mieter (51 Prozent) gerne in den eigenen vier Wänden leben. Von den 30- bis 39-Jährigen hegen sogar 73 Prozent diesen Wunsch, von den 18- bis 29-Jährigen 69 Prozent. Auch an den staatlichen Rahmenbedingungen scheint die Umsetzung nicht zu scheitern: 51 Prozent der Bundesbürger sind der Meinung, dass Immobilienbesitzer mit Blick auf gesetzliche Bestimmungen, steuerliche Belastungen und Förderungen in Deutschland mehr Vorteile als Mieter genießen. Nur 14 Prozent sehen die Mieter im Vorteil. Zudem halten drei von vier Deutschen (75 Prozent) die Immobilie für die ideale Form der Altersvorsorge.

Kein Spielraum

Werden Mieter nach dem Grund gefragt, warum sie zur Miete und nicht im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung leben, ist die Antwort der Mehrheit ernüchternd: „Vielen Mietern fehlt das Geld, um sich ihren Traum vom Eigenheim zu erfüllen“, erklärt Eva Grunwald von der Postbank. Zwei von drei Mietern (64 Prozent) besitzen nicht genügend Eigenkapital, um Wohneigentum zu finanzieren, jedem zweiten (55 Prozent) sind die Kaufpreise zu hoch. „Auch wenn die Zinsen für Immobilienkredite auf einem Rekordtief verharren, ist ein Großteil der Mieter nicht in der Lage, den finanziellen Grundstock für den Immobilienerwerb zu legen. Wir empfehlen unseren Kunden, mindestens die Erwerbsnebenkosten aus eigenen Mitteln zu bezahlen“, sagt die Postbank Expertin. Erschwerend kommt für Kaufinteressenten hinzu, dass die Preise auf dem Immobilienmarkt weiter steigen, vor allem in den Metropolregionen. „Da sich die Kaufnebenkosten an der Höhe des Kaufpreises orientieren, wächst natürlich auch der Eigenkapitalbedarf“, erklärt Eva Grunwald weiter. Die Postbank Umfrage zeigt aber ebenfalls, dass es neben den verhinderten Immobilienbesitzern durchaus auch Mieter aus Überzeugung gibt: Jeder vierte (26 Prozent) schätzt den Komfort eines Mietverhältnisses, weitere 24 Prozent wollen flexibel bleiben.

Informationen zur Umfrage:

In einer telefonischen, repräsentativen Mehrthemenbefragung im Juli 2019 interviewte Kantar Emnid im Auftrag der Postbank 2.440 Befragte ab 18 Jahren.

Kontakt

Iris Laduch-Reichelt

Iris Laduch
Pressesprecherin
iris.laduch@postbank.de
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