Presse-Dossier zur Altersvorsorge

Postbank Studie zur Altersvorsorge in Deutschland

Wie entwickelt sich die gesetzliche und private Altersvorsorge der Bundesbürger? Diese Frage gehört zu den wichtigsten und am intensivsten diskutierten politischen Themen in Deutschland, gerade angesichts der aktuellen Krisen am Finanzmarkt und um die Entwicklung von Euro und Staatsverschuldung. Deshalb ist es wichtig, möglichst viel über die Einstellungen und das konkrete Handeln der Deutschen in diesem Bereich zu wissen. Wie reagieren sie auf die aktuellen Gegebenheiten und Entwicklungen?

Um für Diskussionen und notwendige Entscheidungen eine verlässliche Datenbasis zu haben, gibt die Postbank seit dem Jahr 2003 eine bundesweit repräsentative Studie heraus. Das Institut für Demoskopie Allensbach trägt hierzu Daten und Fakten zusammen und zeigt zusammen mit der Postbank Trends und Entwicklungen auf. Bei der aktuellen Studie „Altersvorsorge in Deutschland 2012/2013“ wurden bundesweit repräsentativ 1.642 Menschen in persönlichen Gesprächen befragt.

Die Kernergebnisse der Studie 2012 / 2013

1. Negativ-Rekord bei Bereitschaft zum Ausbau der privaten Altersvorsorge in Deutschland

Basis: Berufstätige in Deutschland ab 16 Jahre/Quelle: Postbank Studie – Altersvorsorge in Deutschland 2012/2013

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42 Prozent der Berufstätigen in Deutschland wollen ihre private Altersvorsorge nicht mehr verstärken. Damit fällt die Zahl auf einen Negativ-Rekordwert in der zehnjährigen Studienreihe der Postbank. Im Jahr 2003 waren es erst 30 Prozent. Um über ein Drittel ist die Zahl derer somit angewachsen, die ihre private Altersvorsorge nicht mehr ausbauen wollen. Noch extremer ist diese Entwicklung bei jungen Berufstätigen von 16 bis 29 Jahren. Hier hat sich die Zahl der Verweigerer seit 2006 sogar mehr als verdoppelt.

2. Immer weniger Deutsche wollen sich für eine sichere Altersvorsorge einschränken

Basis: Berufstätige in Deutschland ab 16 Jahre, die ihre Altersvorsorge als nicht ausreichend sehen / Quelle: Postbank Studie – Altersvorsorge in Deutschland 2012/2013

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44 Prozent der Berufstätigen glauben, sich für das Alter bereits ausreichend abzusichern. Auch dies ist ein Rekordwert seit der zehnjährigen Messung. Zum Vergleich: Im Vorjahr (2011) waren es erst 38 Prozent. Die gefühlt gute Wirtschaftssituation wirkt offenbar doppelt: Nämlich mehr Optimismus auf der einen Seite und weniger Pessimismus auf der anderen Seite. Aber: 2010 war noch mehr als jeder fünfte Berufstätige, der seine Altersvorsorge für nicht ausreichend hielt, bereit, sich für eine sichere Altersvorsorge bei den heutigen Ausgaben einzuschränken. Heute sind dies über ein Drittel weniger - gerade noch 14 Prozent.

3. Die Notwendigkeit, mehr Geld in die Altervorsorge investieren zu müssen, ist den Deutschen bewusst

Basis: Berufstätige in Deutschland ab 16 Jahre / Quelle: Postbank Studie – Altersvorsorge in Deutschland 2012/2013

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Dieses Ergebnis der Altervorsorgestudie überrascht: Gefragt danach, wie viel Geld man in seiner aktuellen Einkommenssituation für die private Altersvorsorge ausgeben müsste, steigt dieser Wert seit der ersten Messung im Jahr 2005 stetig an – von 226 Euro auf 269 Euro. Das Bewusstsein, mehr Geld in die private Altersvorsorge investieren zu müssen, ist also bei den meisten Berufstätigen offenbar durchaus vorhanden.

4. Die tatsächlichen Ausgaben für die Altervorsorge sinken weiter

Basis: Berufstätige in Deutschland ab 16 Jahre insgesamt / Berufstätige ab 16 Jahren, die Einnahmen aus privater Altersvorsorge erwarten / Quelle: Postbank Studie – Altersvorsorge in Deutschland 2012/2013

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Die Ausgaben der Berufstätigen, die privat vorsorgen, sind mit monatlich 185 Euro auf den niedrigsten Stand seit der ersten Messung hierzu im Jahr 2005 gefallen. Damals wurden monatlich im Schnitt noch 204 Euro investiert.

5. Die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit bei der Altervorsorge wächst

Basis: Berufstätige in Deutschland ab 16 Jahre insgesamt / Berufstätige ab 16 Jahren, die Einnahmen aus privater Altersvorsorge erwarten / Quelle: Postbank Studie – Altersvorsorge in Deutschland 2012/2013

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Der Abstand zwischen Wunsch und Wirklichkeit bei der Höhe der Aufwendungen für die private Altersvorsorge ist heute ein Mehrfaches größer als 2005. Auch absolut wird heute weniger in die private Altersvorsorge investiert! Und das, obwohl viele Menschen wissen, dass sie eigentlich mehr vorsorgen müssten.

6. Die Inflation spielt für die meisten Deutschen bei der Planung ihrer Altersvorsorge keine Rolle

2004 wurden erstmals alle Nicht-Rentner befragt, wie viel Euro ein Paar monatlich im Alter benötigt, um gut leben zu können. Damals wurden im Schnitt 2.050 Euro angegeben. Heute werden mit 2.236 Euro fast zweihundert Euro mehr genannt. Aber: Würden die Deutschen die Inflationsrate in ihrer Planung berücksichtigen, so müssten sie aktuell bereits einen Betrag von monatlich 2.360 Euro nennen - also dreihundert Euro mehr als 2004.
So ergibt die Postbank Studie tatsächlich auch, dass jeder zweite Deutsche sagt: „Das Thema Inflation spielt für mich bei der Planung der Altersvorsorge keine Rolle“. Selbst unter jungen Berufstätigen sind es mit 44 Prozent kaum weniger!

Allerdings gibt es Unterschiede: So berücksichtigen Haushalte mit hohen Nettoeinkommen die Inflationsrate doppelt so häufig wie die mit niedrigeren Einkommen. Dass für die letztere Gruppe die Inflation bei der Vorsorge „keine Rolle spielt“, dürfte zu einem guten Teil daher wohl auch der Tatsache geschuldet sein, dass die finanziellen Spielräume in Haushalten mit niedrigeren Einkommen hierfür nicht gesehen werden.

7. Immobilien stehen bei der Altersvorsorge hoch im Kurs

Basis: Berufstätige in Deutschland ab 16 Jahre / Quelle: Postbank Studie – Altersvorsorge in Deutschland 2012/2013

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Fast jeder dritte Berufstätige (30 Prozent), der die Altersvorsorge künftig noch ausbauen will, plant den Bau oder Kauf eines Eigenheims. Das ist gut ein Viertel mehr als vor zehn Jahren. Und 14 Prozent wollen in vermietete Immobilien investieren. Das sind doppelt so viele wie noch im Vorjahr.

Die Furcht vor der Verschuldungs- und Eurokrise spielt dabei quer durch alle Einkommensschichten eine maßgebliche Rolle. Aktuell bewerten die Berufstätigen ein eigenes Haus auch als die mit Abstand sicherste Form der Altersvorsorge - deutlich etwa vor der staatlichen Rente.

8. Die Bedeutung von Erbschaften zur Altersvorsorge nimmt weiter zu

Eine weitere Säule, auf der die Hoffnungen von immer mehr Deutschen bei ihrer Altersvorsorge ruhen: Erbschaften.
Nie zuvor sahen so viele der heute Berufstätigen darin eine ideale Form der Alterssicherung. Mehr als jeder vierte Berufstätige (29 Prozent) gibt inzwischen an, dass eine bereits erhaltene oder zukünftig anstehende Erbschaft eine wichtige Rolle bei der Altersvorsorge spielt.

Auch wurden Erbschaften noch nie zuvor in der zehnjährigen Studienreihe der Postbank von den Deutschen so hoch als „ideale Form der Altersvorsorge“ eingestuft: Die Nennung springt von 19 Prozent (2003) auf den jetzigen Rekordwert von 25 Prozent.

9. Wertschätzung der Deutschen für die Riester Rente sinkt

Basis: Berufstätige in Deutschland ab 16 Jahre / Quelle: Postbank Studie – Altersvorsorge in Deutschland 2012/2013

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Seit der ersten Befragung im Jahr 2009 hielten noch nie so wenige Berufstätige eine private Riester-Rente für eine besonders sichere Altersvorsorgeform wie heute. Nur jeder sechste (16 Prozent) Befragte sagt dies aktuell noch. 2009 waren es immerhin noch 23 Prozent – und damit fast die Hälfte mehr.

In der Wertschätzung als „ideale Form der Alterssicherung“ ist die private Riester-Rente im vergangenen Jahr gerade bei jüngeren Berufstätigen unter 30 förmlich abgestürzt. Bei diesen büßt sie glatt ein Drittel an Ansehen allein gegenüber 2011 ein. Nicht einmal jeder Vierte von ihnen nennt sie jetzt noch als ideale Altersvorsorgeform.

Dieses Schicksal teilt die Riester-Rente allerdings mit vielen anderen Finanzanlagen. So wird insbesondere die Rente aus einer Lebensversicherung heute von nur zwölf Prozent der Berufstätigen als „besonders sicher“ gesehen.

10. Die Sorge um Euro und EU-Verschuldung wächst

Basis: Berufstätige in Deutschland ab 16 Jahre / Quelle: Postbank Studie – Altersvorsorge in Deutschland 2012/2013

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Mehr als jeder zweite Berufstätige in Deutschland, exakt 52 Prozent, hat inzwischen „verstärkt Sorgen um seine Altersvorsorge wegen der Verschuldungskrise in der EU und der Eurokrise“. Im Vorjahr waren es 47 Prozent. Mit 61 Prozent besonders stark ist die Furcht unter Berufstätigen ab 50 Jahren.

Die größte Sorge ist dabei, dass in Deutschland durch hohe Zahlungen an andere Länder weniger Geld für die gesetzliche Rente zur Verfügung steht. Erst an zweiter Stelle kommt die Angst vor inflationär steigenden Preisen, die die Ersparnisse entwerten. Vor einer Abschaffung des Euro fürchten sich nur 13 Prozent.

11. Die meisten Deutschen plädieren für Pflicht zur betrieblichen Altersvorsorge

Die betriebliche Altersvorsorge in Deutschland zur Pflicht zu machen, befürworten die Deutschen mit deutlicher Mehrheit: 56 % der Menschen halten das für einen guten Vorschlag, nur 19 Prozent nicht; der Rest ist noch unentschieden. Auch finden es vier von zehn Berufstätigen wichtig, dass ein Arbeitgeber betriebliche Modelle zur Altersvorsorge anbietet.

12. Ausblick und Schlussfolgerungen

Angesichts dieser Bestandsaufnahme durch die Postbank-Studie zur Altersvorsorge können drei Schlussfolgerungen gezogen werden:

  1. Bei den Bundesbürgern muss vermehrt und zielgerichtet Bewusstsein über die absolute Notwendigkeit privater Altersvorsorge geschaffen werden.
  2. Die betriebliche Altersvorsorge als Standbein der privaten Geldanlage könnte zur gesetzlichen Pflicht werden.
  3. Die private Altersvorsorge in Deutschland muss vereinfacht und „entbürokratisiert“ werden.

a.) Bewusstsein schaffen!

Ohne vermehrte private Altersvorsorge geht es nicht! Doch was tun die Deutschen faktisch? Nie zuvor seit dem Beginn unserer Studie im Jahr 2003 waren so wenige Menschen, und vor allem junge Menschen, noch zum Ausbau ihrer privaten Altersvorsorge bereit wie heute! Nie zuvor sahen in diesem Jahrzehnt so viele Berufstätige ihr Engagement zur Altersvorsorge als ausreichend – nämlich aktuell fast jeder zweite Befragte. Fakt ist aber: Auf Geld aus einer privaten Altersvorsorge können nicht einmal sechs von zehn Berufstätigen in Deutschland aktuell hoffen - exakt sind es 57 Prozent.

Bedürftige im Alter zu unterstützen, ist eine Errungenschaft und ein Kennzeichen unseres Sozialstaates. Die Menschen aufzufordern, selbst nach eigenen Kräften bestmöglich zur Abwehr einer Gefahr beizutragen, gehört aber ebenso in unser Staatssystem, nämlich zum Prinzip der Subsidiarität. An erster Stelle sind daher nach wie vor Aufklärung und Information der Menschen über die Notwendigkeit eigener Altersvorsorge angezeigt. Der Staat muss daher hier „Leitplanken“ setzen, unabhängig von politischem Kalkül ungeschönt und realistisch informieren und auch Forderungen aufstellen.

b.) Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge!

Die Pflicht für Unternehmen in Deutschland besteht zwar, eine bAV den Arbeitnehmern auf Verlangen anzubieten. Doch es geht um etwas anderes: Jedes Unternehmen müsste jedem Berufsanfänger einen Katalog an Vorsorge-Formen vorlegen, aus dem er wählen kann – aber auch wählen muss! Und diese Vorsorgeverträge haben bei einem Wechsel des Arbeitgebers voll übertragbar zu sein. Zudem ist eine breitere Auswahl angezeigt, also beispielsweise speziell für junge Berufstätige oder Familien mit Kindern oder auch für unterschiedliche Einkommensgruppen.

Um diese „Hilfe zur Selbsthilfe“ anzuschieben, können systemgerecht dann steuerliche Förderungen hinzutreten – und zwar für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber. Flankierend kann die pflichtmäßige Verwendung von Gehaltsteilen für die bAV auch tarifvertraglich beziehungsweise allgemeinverbindlich festgeschrieben werden.

c.) Weniger Bürokratie bei der privaten Altersvorsorge!

Fast jeder Dritte, der seine Vorsorge verstärken will, plant heute den Bau oder Kauf eines Eigenheims. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren war es rund ein Viertel weniger. Allerdings: Wenig ermutigend ist hier das Schicksal des jüngsten Riester-Produkts, des so genannten Wohn-Riesters, auch „Eigenheimrente“ genannt. So wurde nach der Einführung 2008 jährlich gemessen, wie bekannt das Angebot ist. Ergebnis: Auch heute noch hört jeder zweite Deutsche zum ersten Mal davon! Und dies, obwohl der Wohn-Riester schon vor vier Jahren eingeführt wurde. Unter den Berufstätigen ist die Bekanntheit des Wohn- Riesters im vergangenen Jahr sogar leicht gesunken. Das Ergebnis ist erstaunlich, da das Interesse der Deutschen an Immobilien boomt.

Kritik am komplizierten Regelwerk des Wohn-Riester ist zu Recht schon häufig geäußert worden. Durchschlagenden Erfolg kann aber letztlich nur haben, was auch über Mund-zu-Mund-Propaganda läuft. Wenn also mit Begeisterung, mit Emotionalität von etwas gesprochen wird. Denn das ist die überzeugendste Werbung! Und dazu muss die Botschaft klar und transparent sein. Die für das kommende Jahr geplante Gesetzesnovelle, die den Wohn-Riester vereinfachen soll, ist daher längst überfällig. Ob hierdurch der große Durchbruch gelingt - das bleibt abzuwarten.

Postbank als "Altersvorsorgebank"

Als breit in der Bevölkerung verankerte Bank mit rund 14 Millionen Kunden ist es für die Postbank nicht nur eine Verpflichtung, rund um das Thema zu informieren. Vielmehr versteht sich die Postbank als "Altersvorsorgebank". Das gilt gleichermaßen für die Beratungsqualität wie für die Produkte der Postbank. Mit circa 3.000 mobilen Finanzberatern und 1.100 Postbank Finanzcentern ist die Postbank bestens für eine individuelle Beratung aufgestellt. Auf der Produktseite deckt die Postbank auch dank der BHW Bausparkasse und den PB Versicherungen alle Wege der Förderung bis zu Wohnriester ab. Auch auf der betrieblichen Seite ist die Postbank in der Lage, den Arbeitgebern die verschiedenen Förderwege anzubieten.

Eine Umfrage aus dem Jahr 2012 zeigt die Einstellung der Deutschen zu dem Thema:

Straßenumfrage Altersvorsorge

Umfrage Altersvorsorge

 

Mit dem Postbank Altersvorsorge-Check auf dem richtigen Weg

Die sorgfältige Analyse der vorhandenen Altersabsicherung, die umfassende Information über das Angebotsspektrum zur privaten Ergänzung und schließlich der Abschluss maßgeschneiderter Vorsorgeprodukte – all dies ist und bleibt zur finanziellen Absicherung der Zeit nach dem Arbeitsleben unerlässlich. Dabei kommt dem Postbank Altersvorsorge-Check eine ganz besondere Bedeutung zu, da sich hierdurch hervorragend ermitteln lässt, was im individuellen Einzelfall an Ausgleichs- und Ergänzungsmaßnahmen erforderlich ist.

Betriebliche Altersversorgung

Die betriebliche Altersversorgung in Deutschland

Das Vertrauen der Deutschen in die private Altersvorsorge hat im Zuge der Finanzkrise deutlich nachgelassen. Doch eine Ausnahme dieser Entwicklung bildet – neben der Anlage in Sachwerte wie Immobilien oder Gold – die betriebliche Altersvorsorge. Dies geht aus den jährlichen repräsentativen Studien der Postbank in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach hervor.

Danach bewerten heute 51 Prozent der Berufstätigen, die ihre Vorsorge aufstocken wollen, die betriebliche Altersvorsorge als "ideale Form der Altersabsicherung". Zum Vergleich: Bei der Umfrage 2010 waren es noch 47 Prozent und 2008, also vor Eskalation der Finanzkrise, nur 40 Prozent.

Eine ähnliche Entwicklung gibt es bei der Einstufung der Sicherheit der Altersvorsorge-Formen. Hier bewerten die o.g. Befragten heute zu 36 Prozent die betriebliche Altersvorsorge als "besonders sichere Vorsorgeform". Bei der Umfrage 2009 waren es erst 27 Prozent.

Dieses steigende Vertrauen in die betriebliche Altersvorsorge sollte genutzt werden, um durch intensivere Beratung und verbesserte Angebote auf Unternehmensebene die finanzielle Vorsorge für den Ruhestand nachhaltig zu stärken. Meyer schlägt beispielsweise individuellere, also zielgruppenspezifische Vertragsvarianten vor.

Doch bereits heute gibt es attraktive Möglichkeiten für eine betriebliche Altersversorgung: Arbeitgeber müssen seit 2002 die betriebliche Altersversorgung ihrer Mitarbeiter organisieren. Doch nur der Unternehmer entscheidet, ob und in welcher Höhe er einen eigenen finanziellen Beitrag zur betrieblichen Altersversorgung aufbringen will. Daneben haben aber alle Beschäftigten Anspruch auf eine Lohn- beziehungsweise Gehaltsumwandlung und können von Steuerstundungseffekten und staatlichen Hilfen profitieren.

Der Arbeitgeber kann allerdings entscheiden, welchen externen Finanzierungsweg er den Mitarbeitern anbietet: Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds. Sind sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer einig, dann können sie sich auch gemeinsam für die Unterstützungskasse oder die Direktzusage entscheiden.

Fünf Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung

Zur Auswahl stehen insgesamt fünf Alternativen der betrieblichen Altersversorgung:

  • die Direktversicherung: Dabei schließt das Unternehmen eine Vorsorgeversicherung zu Gunsten des Arbeitnehmers beziehungsweise seiner Familie ab.
  • die Pensionskasse: Diese wird – ähnlich wie die Unterstützungskasse – von Unternehmen oder ganzen Branchen als rechtlich selbständige Versorgungsgesellschaft gegründet.
  • der Pensionsfonds: Dieser ähnelt in seinem Aufbau einem Investmentfonds, der für Mitarbeiter eines Unternehmens oder eines Unternehmensverbundes angeboten wird.
  • die Unterstützungskasse: Dies sind rechtlich selbständige Versorgungsträger, die von einem oder mehreren Unternehmen beziehungsweise für eine gesamte Branche gegründet werden.
  • die Direktzusage: Hierbei verpflichtet sich die Firma, dem Arbeitnehmer im Rentenalter bestimmte Leistungen unmittelbar auszuzahlen.

Diese verschiedenen Formen der betrieblichen Altersversorgung bieten erhebliche Vorteile für beide Seiten.

Vorteile für den Arbeitgeber

  • Die Attraktivität eines Arbeitgebers, der Modelle der betrieblichen Altersversorgung anbietet, steigt. Vor allem im Kampf um die immer begehrteren Fachkräfte kann dies von großem Nutzen sein.
  • Gute Altersvorsorge-Angebote erhöhen die Bindung der Mitarbeiter an ein Unternehmen sowie die Arbeitsmotivation. Vor allem ist dieser Effekt in konjunkturell schwachen Zeiten zu beobachten, wenn das eventuell erfolgsabhängige Monatseinkommen sinkt und andere, langfristige Vorteile des Arbeitsverhältnisses an Bedeutung gewinnen.
  • Unternehmen müssen für ihre Beiträge zur Altersvorsorge der Arbeitnehmer in der Regel keine Steuern oder Sozialabgaben zahlen. Auch können die Rückstellungen für eine Direktzusage oder eine Unterstützungskasse steuer- und beitragsfrei bleiben.

Vorteile für den Arbeitnehmer

  • Im Vergleich zum Abschluss einer konventionellen Altersvorsorge können Mitarbeiter etwa bei einer betrieblichen Direktversicherung ihre Beiträge deutlich senken. Auch bei der so genannten Gesundheitsprüfung können sich Vorteile ergeben. Per Entgeltumwandlung eingezahlte Beiträge sind von Steuern und Sozialabgaben in bestimmten Grenzen dauerhaft befreit.
  • Bekommt der Beschäftige später einmal Sozialleistungen nach Hartz IV, sind die Anwartschaften aus einer betrieblicher Altersversorgung prinzipiell von einer Verrechnung beziehungsweise dem staatlichem Zugriff geschützt.
  • Die Unverfallbarkeit der Ansprüche

    Damit auch Arbeitnehmer, die das Unternehmen wechseln, von der betrieblichen Altersversorgung profitieren, hat der Gesetzgeber die Bedingungen für die Unverfallbarkeit und Übertragbarkeit der Ansprüche verbessert, abhängig von der Art der betrieblichen Altersversorgung:

    • Beiträge, die durch eine Entgeltumwandlung in eine betriebliche Altersversorgung eingezahlt werden, sind sofort unverfallbar. Das bedeutet, sie bleiben grundsätzlich auch bei einem Jobwechsel gesichert, da der Beschäftigte selbst die Beiträge zu der betrieblichen Altersversorgung aufgebracht hat.
    • Die durch Beiträge des Unternehmens finanzierten Ansprüche sind erst nach einer gewissen Frist und bei bestimmten Alters-Voraussetzungen gesetzlich unverfallbar: Wurden die Zusagen für eine betriebliche Altersversorgung zwischen Anfang 2001 und Ende 2008 erteilt, ist die Zusage beim Ausscheiden des Arbeitnehmers unverfallbar, wenn dieser mindestens 30 Jahre alt ist und die Versorgungszusage seit mindestens fünf Jahren besteht. Bei Zusagen ab 2009 sind auch Zusagen an jüngere Arbeitnehmer unverfallbar. Das Mindestalter sinkt dann auf 25 Jahre. Auch in diesem Fall muss die Zusage mindestens fünf Jahre alt sein, so dass solche Fälle erstmals 2014 relevant werden. Für Zusagen, die vor 2001 erteilt wurden, gelten in Sachen Verfallbarkeit differenzierte Übergangsregelungen, zu denen Beschäftigte konkret die Personalabteilungen der betroffenen Unternehmen befragen sollten.
    • Unabhängig von den gesetzlichen Fristen kann zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch eine frühere vertragliche Unverfallbarkeit vereinbart werden.
    • Bei betrieblicher Altersversorgung, die ab 2005 zugesagt wurde, wird dem Arbeitnehmer beim Jobwechsel das Recht eingeräumt, die Versorgungsanwartschaften (also das bis dahin gebildete Kapital) auf den neuen Arbeitgeber zu übertragen. Hierzu wird die Anwartschaft beim ehemaligen Arbeitgeber in einen bezifferbaren Betrag umgerechnet. Dieser Betrag wird in das Versorgungssystem des neuen Arbeitgebers eingestellt. Voraussetzung ist, dass die Übertragung innerhalb eines Jahres nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses beantragt wird und die betriebliche Altersversorgung über eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds durchgeführt worden ist. Zudem darf der Wert des gebildeten Kapitals nicht die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung (in 2013: 69.600 EUR (West) und 58.800 EUR (Ost)) übersteigen.
    • Auch die Insolvenz eines Unternehmens müssen Beschäftigte nicht fürchten. Abgesichert sind in diesem Fall über den Pensionssicherungs-Verein (PSVaG) die unverfallbaren Anwartschaften auf eine betriebliche Versorgung. Pensionskassen, Pensionsfonds und in den meisten Fällen auch Direktversicherungen gewähren von sich aus einen Rechtsanspruch, so dass der PSVaG im Insolvenzfall regelmäßig nicht eintreten muss. Garantiert wird auch hier bis zu bestimmten Höchstgrenzen.

    Kontakt

    Ralf Palm, Pressesprecher

    Ralf Palm
    Pressesprecher
    ralf.palm@postbank.de
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    Links zur privaten Altersvorsorge

    Dommermuth Siegel